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Bundesanstalt für Arbeit Der shooting star vom Jobcenter West
BOO Bundesanstalt für Arbeit von el_loco

07:08 Montag, 27. November 2006

Leistung muss sich mal wieder lohnen. Vielleicht nicht für die Arbeitslosen, aber doch wenigstens für Herrn Christian Aakipogu-Gutermilch. Der ist nicht Pressesprecher der BA, wie man vermuten könnte, Herr Aakipogu-Gutermilch ist auch nicht Leiter des Jobcenter West, Herr Aakipogu-Gutermilch ist Sachbearbeiter beim Jobcenter West in Frankfurt. Und wie man lesen kann, ist seine Stelle bei der Arge bis 2008 befristetet. Und da möchte er natürlich gerne übernommen werden:

"Die meisten finden es völlig normal, daß sie in ein Amt kommen, ein Formular ausfüllen und dann nur noch die Hand aufhalten. Das ist ihnen anerzogen worden. Wir müßten aber eigentlich alle Gesunden direkt unten bei der Anmeldung abfangen und sofort in eine Maßnahme stecken oder ihnen einen Job vermitteln. Sie sollen sich daran gewöhnen, daß der Weg zum Arbeitsamt auch zu Arbeit oder zumindest Beschäftigung führt - nicht nur zum Bezug von Geld."

Herr Aakipogu-Gutermilch ist auch nicht Minister für Arbeit und Soziales, wie man meinen könnte, aber Herr Aakipogu-Gutermilch scheint ein Freund der Methoden des Reichsarbeitsdienstes zu sein.
Deshalb versucht er systematisch seine "Kunden" entweder zur ärztlichen Untersuchung zu zitieren oder in irgendwelche "Maßnahmen" (sprich 1 Euro Job) zu vermitteln. Nach Meinung seiner Kunden nutzt er dazu jedes Mittel um die Arbeitslosen zu erniedrigen, unterbricht nach belieben in Ihrer Rede oder diagnostiziert auch gerne selbst schon einmal eine Arbeitsunfähigkeit:

"Für einen Teil bleibt nur der Weg in eine Erwerbsunfähigkeitsrente oder in die Ü58"-Regelung (wer älter als 58 Jahre ist, kann Hartz IV bekommen, ohne sich weiter vermitteln lassen zu müssen).'Immerhin sind sie dann aus der Statistik.'"

Dieser Satz für sich genommen ist schon ein Skandal. Es steht für den wohnhaften Mainzer ausser Frage, dass es nicht genug offene Stellen gibt, deshalb wird auch keine Mühe mehr mit der Vermittlung verschwendet. Er gibt unumwunden zu, dass die Arbeitslosen aus der Arbeitslosenstatistik zurück auf die Sozialämter gedrängt werden sollen, indem sie gesundheitlich und fachlich diskreditiert werden. So wurde einem HE ernsthaft vorgeschlagen, Schlüsselqualifikationen im Lebenslauf zu unterschlagen, damit er für einfache Arbeitem nicht überqualifiziert erscheine.

"Eine seiner Vorgaben lautet, daß jeder bis dahin (Ende 2006, Anm. des Autor) mit einer "Maßnahme" versorgt sein muß. Das kann ein Sprach-, EDV- oder Alphabetisierungskurs sein, eine überbetriebliche Ausbildung, ein Existenzgründer-Seminar, ein Ein-Euro-Job, eine Aushilfstätigkeit oder Zeitarbeit. Das ist ihm bisher nur in zehn oder fünfzehn seiner 266 Fälle gelungen."

Behauptete die BA vor kurzem nicht steif und fest, dass jeder Sachbearbeiter für maximal 75 Kunden zuständig sein darf, da sonst eine Betreuung gar nicht möglich sei? Ein vernünftig bezahlter Job im ersten Arbeitsmarkt taucht in dieser Liste gar nicht mehr auf - den hat er nicht.

"Wenn auch ihre ökonomische Lage ähnlich ist, etwas Wesentliches unterscheidet Aakipogu-Gutermilch von seinen Kunden: Er sitzt auf der anderen Seite des Schreibtisches. Er hat Macht."

Und er nutzt sie weidlich aus. Diese Attitüde wurde von mehreren "Kunden" genau so wahrgenommen. Zudem hat der Mann wirklich kein Verhältnis mehr zu den Realitäten des Arbeitsmarktes. Sicherlich ist dieser motivierte, junge dynamische Mensch mit guten Zeugnissen, vielseitig interessiert, weltoffen, flexibel, belastbar, entwicklungsfähig und zu größeren Aufgaben fähig, viel zu schade für einen derart schlecht bezahlten Job (70 Euro mehr als ein Hartz IV Empfänger) als Sachbearbeiter. Ein Jobangebot einer deutschen Großbank wäre ihm bei seinen hellseherischen Fähigkeiten doch zu wünschen.

Es ist doch schon erstaunlich, mit welchen Themen die Diskussion geführt wird. In der Regel geht es um die Frage, wer wieviel Geld bekommt und ob er dieses Geld nicht missbräuchlich bekommt. Dabei entblödet er sich nicht alle HE pauschalisierend als Sozialbetrüger hinzustellen und belegt dies anhand einiger Beispiele von Missbrauch. Und dann beschweren sich die Verwalter der Arbeitslosen darüber, dass es Menschen gibt, die einfach nur die Hand aufhalten. Was habt ihr ihnen denn sonst noch zu bieten? Sozialpädagogisches Händchenhalten? Wieviel Prozent der Langzeitarbeitslosen ist damit geholfen? Wieviel Prozent der Arbeitslosen betrügen?

Es ist natürlich schon aufwändiger, sich das Profil des Arbeitslosen wirklich durchzulesen und sich Gedanken darüber zu machen, wo man ihn einsetzen könnte. Dazu bräuchte es auch eine gewisse Fachkenntnis und Kontakte zu Arbeitgebern, damit man weiß wie deren "Denke" bei der Jobvergabe funktioniert. Da müsste man vielleicht mal sein Büro verlassen. Dazu müsste man sich mit den Realitäten des Arbeitsmarktes auseinandersetzen.

Viel einfacher ist es die Arbeitslosen mit allen Mitteln rauszuekeln.
Haben sich die Psychologen unter den SB schon mal Gedanken darüber gemacht, welchen psychologischen Effekt es hat, wenn man nicht für fünf Pfennig nachdenkt und den Arbeitslosen ein absurdes Arbeitsangebot unterbreitet oder das x-te Bewerbungstraining anordnet? Wo ist die psychologische Kompetenz, wenn man Leute in EEJ steckt, das Ganze Wiedereingliederungshilfe nennt, und genau weiß, es ist egal wie weit sich der HE anstrengt, danach ist er wieder arbeitslos? Wo ist der Spürsinn der Detektive, wenn Maßnahmen genehmigt werden, die nur der Statistikbereinigung und den Interessen der Maßnahmeträger dienen?
Durch Verwaltung, beabsichtigte oder unbeabsichtigte Schikane bringt man keinen Menschen wieder in Arbeit.





Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Re: Der shooting star vom Jobcenter West (sempralon)
"Wir müßten aber eigentlich alle Gesunden direkt unten bei der Anmeldung abfangen und sofort in eine Maßnahme stecken oder ihnen einen Job vermitteln."

... jepp, müsstest DU, aber warum machst du es nicht ? Es ist eigentlich dein Job, ergo bist DU Faul und arbeitest schlecht ...

"Wenn auch ihre ökonomische Lage ähnlich ist, etwas Wesentliches unterscheidet Aakipogu-Gutermilch von seinen Kunden: Er sitzt auf der anderen Seite des Schreibtisches. Er hat Macht."

... die will er behalten ... es macht Spass Menschen zu erniedrigen und zu Mobben ... vielleicht hat man ihn in der Schule gehänselt und er zahlt es so der Gesellschaft heim ... Nicht so wie "Der Amokläufer von Emsdetten" ... nein, er macht die Menschen psychologisch kaputt ... und bestimmt ist er in "Der Partei" ...

"Sicherlich ist dieser motivierte, junge dynamische Mensch mit guten Zeugnissen, vielseitig interessiert, weltoffen, flexibel, belastbar, entwicklungsfähig und zu größeren Aufgaben fähig, viel zu schade für einen derart schlecht bezahlten Job (70 Euro mehr als ein Hartz IV Empfänger) als Sachbearbeiter."

... schlechte Bezahlung ist noch kein Makel, aber es gibt da einen Spruch: "Zu nichts zu gebrauchen, aber zu allem Fähig !!!"
... im übrigen kann er ja in seiner Freizeit noch einen Nebenjob annehmen, wenn ihm sein Gehalt nicht reicht ....

"Dazu bräuchte es auch eine gewisse Fachkenntnis und Kontakte zu Arbeitgebern, damit man weiß wie deren "Denke" bei der Jobvergabe funktioniert."

... sag doch gleich, das man dazu ein Gehirn mit Verstand benötigt ...

"Haben sich die Psychologen unter den SB schon mal Gedanken darüber gemacht, welchen psychologischen Effekt es hat, wenn man nicht für fünf Pfennig nachdenkt und den Arbeitslosen ein absurdes Arbeitsangebot unterbreitet oder das x-te Bewerbungstraining anordnet? Wo ist die psychologische Kompetenz, wenn man Leute in EEJ steckt, das Ganze Wiedereingliederungshilfe nennt, und genau weiß, es ist egal wie weit sich der HE anstrengt, danach ist er wieder arbeitslos?"

... *grins* genau das haben sie ... aber es sind nicht die Arbeitslosen die sie in Angst und Schrecken versetzen möchten ... es sind die Qualifizierten Arbeitnehmer/Angestellten, die unbezahlte Überstunden und Lohnkürzungen (trotz gesteigerter Gewinne und gutem Umsatz) ohne Murren hinnehmen sollen ... aus Angst vor Hartz IV ... ALG II ... der Angst zur sogenannten "Unterschicht" zu gehören ... nicht mehr gesellschaftsfähig zu sein ...

"Wo ist der Spürsinn der Detektive, wenn Maßnahmen genehmigt werden, die nur der Statistikbereinigung und den Interessen der Maßnahmeträger dienen?"

... Siege feiern wo und wann man diese braucht ... klappt doch alles wunderbar !

"Durch Verwaltung, beabsichtigte oder unbeabsichtigte Schikane bringt man keinen Menschen wieder in Arbeit."

... nein, aber die die noch Arbeit haben, arbeiten mehr für weniger und das ist doch das Ziel des Unternehmensführers Peter Hartz gewesen, oder habe ich da was falsch verstanden ???
Kleine Ergänzung zum "Reichsarbeitsdienst" ... (sempralon)
... ist schon etwas älter aber hey ...

[url=http://www.abenteuer-soz.de/modules.php?name=News&file=article&thold=-1&mode=flat&order=1&sid=6251#4418] Reichsarbeitsdienst [/url]




Re: (JohnnyBGoode)
Der Bursche sieht aus wie der Bezirksleiter-Fuzzy von WulleWulle, dem ich recht deutlich klarmachen musste, dass meine mdj. Tochter keine schriftliche Einverständniserklärung zu unentgeltlicher Arbeit außerhalb der reinen Ladenöffnungszeiten unterschreibt.
Hmmm ... (sempralon)
... ein Gesicht wie ein Addidasturnschuh meinst du ?
Re: Adidas-Turnschuh... (JohnnyBGoode)
Genau - und noch ein permanent-chronisch-nervöses Zwinkern des linken Auges....
Schon klasse (zartyon)
Kernaufgaben des Jobs im Konjunktiv. "Man müsste eigentlich". Dazu die reichlich galante Unterstellung, es gebe Menschen auf der Welt, denen die Arbeitsmotivation fehlt. Leicht trivial und widersprüchlich, wenn man es in dem Zusammenhang sieht.

Der Rest taugt inhaltlich höchstens für eine Werbekampagne im Musikurheberrechts-Stil, mit einem markigen Titel, der Arbeitslose pauschal mit Teufelsanbetung, Leichenschändung, Geistlosigkeit usw. in einen offenbar nur gefühlt unmöglichen Kontext setzt.


Mir nach!



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