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11:01 Mittwoch, 22. November 2006
... nur Pech, wenn es dabei um ein Holzpellet handelt, mit dem man Öfen füttert, nicht Hühner. Oder anders ausgedrück: wenn ein Haufen Windbeutel, erfahren im Erbeuteln von EU-Fördergeldern unter Abdreschung irgendwelcher wohlklingender Phrasen, plötzlich gefragt wird, was sie mit dem Thema eigentlich zu tun haben, dann fangen sie furchtbar an zu gackern.
Da ist die Firma Empolis, hervorgegangen unter anderem aus einer Ausgründung der Uni Kaiserslautern, zu ersten Boom-Zeiten um 2000 aufgekauft von Bertelsmann, mit viel Erfahrung im Phrasendreschen und Erstellen von Projekten, die nicht wirklich funktionieren. Sie machten in Wissensmanagement, intelligenten Agenten, lauter derartigem Zeug - als ich mal einen von den turinggetestet habe, da fiel der in sich zusammen wie ein umgewehtes Gespenst aus Bettlaken und Besen. Empolis hatten eine gaaaaanz clevere Gebrauchtwagen-Suchmaschine entwickelt, der konnte man nicht sagen, daß man ein Dieselauto wünschte, und keinen Benziner.
Angesichts dieses durchschlagenden Erfolgs dachte man sich wohl, man setzt die gewonnene Erfahrung jetzt auf der ganz großen Bühne des Internet-Mainstream und des 'Wir Europäer haben den Ammis etwas entgegenzuhalten' um jeden Preis ein. Folglich beteiligte man sich, neben den üblichen Verdächtigen Siemens und SAP und noch einer ganzer Reihe von Verbänden, wohlklingenden Namen, Klitschen und Unis, an dem europäischen me-too-Suchmaschinenprojekt quaero, das sich Chirac und Schröder (oder deren Berater) im Frühjahr 2005 ausgedacht hatten. Frankreich wollte Amerika etwas entgegensetzen, und Deutschland wollte Innovation und Wirtschaftsförderung. Die übliche Agenda. Wie bei öffentlich geförderten deutsch-französischen Projekten üblich, steht natürlich noch nichts online oder wäre zu benutzen; es gibt noch nicht mal eine URL. Niemand würde je behaupten, das könnte an Empolis und deren Haltung liegen. 'Das mit dem Diesel lassen wir erstmal außen vor,' funktioniert halt nicht bei einer echten Suchmaschine, die echte Webseiten durchsuchen und finden soll. Trotzdem sind die Ärmsten jetzt Gegenstand eine Kleinen Anfrage der Grünen im Bundestag. Man wolle doch wissen, wie das mit den Ausschreibungen gelaufen sei. Schließlich hätte das Unternehmen noch nie mit Suchmaschinen zu tun gehabt. Da hätte Empolis doch besser frühzeitig darauf geachtet, daß Autos als Diesel und Benziner kommen, anstelle immer nur auf öffentliche Fördergelder zu schielen... Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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