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08:59 Montag, 13. November 2006
"Für einen Bürger, der keine Straftat begehen will, dürfte eine sichere und anonyme Nutzung des Internet auch dann gewährleistet sein, wenn der Staat die Daten nutzen kann."
Jens Gruhl, Staatsanwalt und Sprecher der Staatsanwaltschaft Konstanz, schafft es mit der aktuellen c't (leider der zahlenden Kundschaft vorbehalten) in die Rubrik "Das Wahrheitsministerium informiert". In einem sogenannten "Streitgespräch über Anonymisierungsdienste im Internet" erweist sich Herr Gruhl als echter Phrasendrescher.
Zum Thema Vorratsdatenspeicherung und deren Auswirkungen ist er erstaunlicher Weise der Meinung: "Dass das Vertrauen der Nutzer [in Anonymisierungsdienste] entfällt, weil unter bestimmten Voraussetzungen die Strafverfolgung auf Daten Zugriff nehmen kann, erscheint mir nicht zwingend." Sodann verglich er mit Kfz-Kennzeichen, stellte für diese fest "Grundsätzlich kann die Anonymität aufgehoben werden, bei der täglichen Nutzung ist der Fahrer aber dennoch anonym." und träumt konsequent von einem "staatlichen Anonymisierungsdienst". Denn: "[...] Bei einem solchen System [...] dürfte die Sicherheit des Bürgers, dass Daten wirklich nur bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen ausgewertet werden, höher sein, als wenn es ein unbekannter Serverbetreiber [...] verspricht." Das tolle daran ist aber, dass ich so endlich ein paar echte persönliche Zitate für meine kleine Informationsbroschüre "Warum ich unbedingt ganz dringend mehr auf meine Privatsphäre achten will" habe. Ich biete auch Kurse an ... (Was er noch vergessen hat: Wenn wir nicht mehr anonym surfen wollen, dann geht Verschlüsseln mal gar nicht. Ob nun Email oder surfen per https, das muss dann bitte zukünftig auch unterlassen werden wollen. Und dann stört es ja auch nicht, wenn die dafür verwendete Technik gleich mal verboten wird. Außerdem wüsste ich gerne, wohin ich die Liste der von mir per Barzahlung erworbenen Bücher schicken soll. Oder ist der Buchhändler einer von euch, Herr Gruhl?) Alle Zitate aus der Zeitschrift c't, Verlag Heise, Heft 24/06, Seite 210f. Quelle: http://www.heise.de
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