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10:08 Sonntag, 22. Oktober 2006
Der Job als Pharmaberater ist unsicher geworden. Das merken nicht nur die Aussendienstler, die für Sanofi-Aventis unterwegs sind.
Die geplanten erweiterten Rabattverträge der Pharmauntenehmen mit Krankenkassen, die Kosten-Nutzenbewertung von neuen Arzneimitteln und die im Arzneimittelspargesetz beschlossene Bonu-Malus-Regelung bzw. Zielvereinbarungen schränken den Verschreibungsspielraum der Ärzte ein. Ein Verbot der Weitergabe von Verschreibungsdaten würde zudem die Erfolgsmessung und damit auch die unternehmensinterne Nutzenbewertung des Aussendienstes erschweren. Kein Unternehmen gibt gerne Geld für einen Blindflug aus. Preiswettbewerb bei Generika, das Verbot der Gratispackungen an Apotheken und die Fusionen in der Pharmaindustrie sorgen zusätzlich für Druck auf die Arbeitsplätze.
Das ist neu in einem Job, für den jahrelang die Hälfte der Anzeigen im Stellenteil der FAZ warb. Ein paar Meldungen aus den letzten Wochen: Der Generikahersteller Stada hat angekündigt, seinen Aussendienst abzubauen, Beta-pharm hat allen Mitarbeitern, die noch in der Probezeit waren, gekündigt. Aber nicht nur Generika-Hersteller verschlanken sich im Aussendienst: Sanofi-Aventis hat Verträge mit den Dienstleistern Careforce und Pharmexx gekündigt und geht bei der Kündigung von Mitarbeitern mit Nachdruck vor. Die von den Pharmakonzernen abhängigen Dienstleister machen sich auch ihre Gedanken um die Zukunft des Pharmaaussendientes und ihres Geschäfts. Auf Kosten der Mitarbeiter: Marvecs versucht mit einem "DNLA-Profiling-System" (Discovery of Natural Latent Abilities) die Selektion zu optimieren. Mit diesem Profiling sollen genau die passenden Bewerberinnen und Bewerber herausgefiltert werden. Die Guten ins Töpchen, die Schlechten zum Arbeitsamt. Im Forum von pharmaberater.de herrscht noch Zweckoptimtimismus. Jedoch ist abzusehen, dass Lobbyarbeit, Studiendaten und Vertragsverhandlungen wichtiger werden, als die Überzeugungskünste der Pharmareferenten. Schlagworte wie "Aussendienst braucht man immer", "die besseren werden überleben" oder "fällige Reinigung" lenken vom Problem ab: PR-Agenturen und professorale Mietmäuler werden am Ende die wirkungsvollste Waffe beim Kampf um die Marktanteile sein. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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