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17:42 Mittwoch, 04. Oktober 2006
"Nicht nur die Fahnen sind rot - sondern vor allem die Bilanzen" leitet der Spiegel in seiner neuen Ausgabe einen Bericht über die kritische Finanzsituation bei Deutschlands zweitgrößter Gewerkschaft ein. Offenbar sind deren Finanzen derart katastrophal, dass man erneut - wie bereits bei der 2,5%tigen Gehaltskürzung seit Januar 2005 - die Mitarbeiter die Zeche zahlen läßt.
Wieder einmal wurde der Ver.di-Betriebsrat von Bsirske & Co überfahren und vor vollendete Tatsachen gestellt. Am 13.09.2006 erging die Info, dass Versorgungszusagen zur betrieblichen Altersvorsorge der meisten Mitarbeiter mit Wirkung zum 01.10.2006 widerrufen würden. Die Absegnung durch den Gewerkschaftsrat erfolgte einen Tag später. Die in "gesteltzem Amtsdeutsch" verfasste Mitteilung ist zugleich ein Offenbarungseid. Trotz des rechtsverbindlichen Anspruchs auf die Betriebsrenten kündigte Ver.di einseitig die geltende Regelung.
Offenes Geheimnis war, dass von den fünf Gründungsgewerkschaften nur die DAG und die DPG gut dastanden und ein beträchtliches Vermögen einbrachten, während ötv, HBV und die IG Medien am Rande der Pleite herumkrebsten. Aus diesem Grunde bleiben auch die Beschäftigten der ehemaligen DAG und DPG vorerst von der Neuregelung ausgenommen. Ver.di-Boss Bsirske und seine Vorstandskollegen ließen den eigenen Betriebsrat bis zuletzt im Unklaren über ihre Pläne und schafften "handstreichartig vollendete Tatsachen", wie der Spiegel schreibt. Von der Ver.di-Spitze blieb das Ganze bislang unkommentiert, da sich sowohl Bsirske als auch sein Finanzvorstand Herzberg in den Urlaub verabschiedeten. Der Gesamtbetriebsrat wird eine rechtliche Prüfung der Vorgänge in Auftrag geben. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Warum soll das bei Gewerkschaften auch anders laufen als bei "normalen" Arbeitgebern? (Temporaler Agent)
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