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TRI, Siemens, Thyssen, IABG, EADS u.A. "Menschliches Versagen" - Bloss nicht die Wahrheit über den Transrapid sagen
BOO TRI, Siemens, Thyssen, IABG, EADS u.A. von porschekiller

23:15 Samstag, 23. September 2006

Wie definiert eine Staatsanwaltschaft "menschliches Versagen"? Alles, was sie nicht begreift, ist "menschlich"? Die Osnabrücker tun es, erlauben sich aber den kleinen Nachsatz, dass evt. auch zusätzlich Funkstörungen zum Super-GAU des Transrapid auf der Teststrecke in Lathen beigetragen hätten können. Eventuell. Möglicherweise. Und die Medien halten diesmal still.
Mind. 23 Tote sind die Bilanz eines der teuersten und unbefriedigsten Experiments aller Zeiten und deutscher Ingenieurskunst. Der Transrapid rast auf seiner Test- und Vergnügungsstrecke in einen Wartungszug, der da nicht hätte sein dürfen. Ich habe leider nicht alle Firmen, denen dieser Boo gewidmet ist, in der Zeile untergebracht, aber Fakt ist, dass sich die gesamte deutsche Industrie-Elite mit dieser Katastrophe aus dem globalen Dorf verabschiedet hat:

- EADS hat mir bei einer Recherche über Funkleitsysteme in 2002 hoch und heilig versichert, dass so ein Unfall in Lathen unmöglich ist, da deren Funkleitsystem immer, IMMER checkt, ob sich vor einem Fahrzeug im nächsten Streckenblock noch ein Fahrzeug fahrend oder stehend befindet und automatisch Nothalte der nachfolgenden Fahrzeuge auslöst, wenn das der Fall sein sollte. "Unmöglich" scheint relativ zu sein.

- Siemens hat dreifach-redundante BS2000-Echtzeitrechner für das dahinter werkelnde Betriebssystem im Einsatz. Es sind "Standard-Systeme" der DB AG und angeblich sicherer, als es z.B. in Atomkraftwerken verlangt wird. Natürlich muss sie ein Mensch hochfahren.

- ThyssenKrupp behauptet, dass ein TR deswegen so sicher ist, weil er den Fahrweg selbst bei Kollision nicht "verlässt", so dass Katastrophen wie Eschede nie nie nie nienich passieren können. Ohne Aufprallschutz, weil zu teuer, ist sowas ziemlich fahrlässig.

- Die Industrie-Anlagen Betriebsgesellschaft (IABG) als Betreiber der Teststrecke garantiert bei allen Fahrten in Lathen für "äusserste Sicherheit". Ich will mal nicht hoffen, dass dieser Betriebsausflug von TRI-Mitarbeitern samt Family versicherungstechnisch nicht abgedeckt war.

- Die Transrapid International (TRI) hat durch ihre Lobby unsern Bundesverkehrsminister Tiefensee grade in China am Laufen, um neue Strecken für den TR zu angeln, was auch ohne diese Katastrophe gescheitert wäre. Er reist sofort ab, was der Zukunft des TR in China den Todesstoss versetzt.

- Das Bundesverkehrsministerium hielt 2002 alle sechs Hände ins Feuer, um auf der Versuchsstrecke alle damals noch vorhandenen "Funklöcher" im südlichen Streckenbereich (dort, wo der Unfall heute passierte) zügigst auszumerzen. Damaliger Tenor: "Das Ding fährt doch, also funktioniert es auch".

Und Alle, ALLE haben die Medien jetzt so im Griff, dass sich keiner der Major Player hier traut, auch nur den Ansatz einer fragenden Bemerkung zu machen, weswegen in so einem hoch-automatisierten System plötzlich der kleine, fehlerbehaftete Mensch für alles Leid verantwortlich sein soll, welches wahrscheinlich mehr als 23 Menschen wiederfahren ist. Es ist grade die fast vollkommene Automatisierung des Fahrbetriebs, welche den TR zum Exportschlager machen sollte. "Menschliches Versagen" darf da nicht vorkommen, sonst ist das System Schrott - ziemlich teurer und letaler Schrott für mind. 23 Menschen, die darauf vertraut haben.

PS: Wer mehr über die super-duper-hyper-mässige Funkleittechnik des TR wissen möchte - PM an mich.





Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Menschliches Versagen - Da bin ich mal auf die fahrerlose U-Bahn in Nürnberg gespannt (Temporaler Agent)
Die soll ja als erste U-Bahn weltweit im Mischbetrieb mit "normaler" U-Bahn fahren. Bis zum ersten Unfall...

Für das ganze Geld was diese Automatik kostet, kann man U-Bahn-Lokführer (oder wie das heißt) Jahrzehnte lang beschäftigen.
Re: "Menschliches Versagen" - Bloss nicht die Wahrheit über den Transrapid sagen (nickpol)
Das ist die Technikgläubigkeit, die uns einredet, unsinkbare Schiffe, Flugzeuge die oben bleiben, sichere Netzwerke, sichere Daten und die Liste lässt sich fortsetzen. Ein bißchen mehr Kritik in das eigene Vermögen Fehler von vornherein einzukalkulieren und zu zugeben, dass sie immer eintreten können, weil es sich um Technik handelt.
Jetzt schweigt alles, weil man ein grosses Geschäft nicht kaputt machen will.
Re: (che2001)
"In this time, we are looking towards overwhelmingly wealth, and war will be a part of the past. A symbol of the new time ist this ship, the Titanic: majestetic, huge, fast, and unsinkable, absolutely uninkable."
Re: "Menschliches Versagen" - Bloss nicht die Wahrheit über den Transrapid sagen (theojk)
> So bekam die manuell gesteuerte Magnetschwebebahn grünes Licht für die Fahrt, obwohl noch ein Werkstattwagen auf der Strecke gestanden hatte.

Tja, wenn man den Computer auf Manuell schaltet, dann nützt die beste Computersteuerung nix.

> Der Transrapid ist in ein sensorbestücktes Kontrollsystem eingebunden, zum Wartungsfahrzeug gibt es dagegen nur eine Zugfunkverbindung.

Warum spart man an solchen Sachen. Der Computer sollte doch wissen (oder feststellen können) wo sich das Wartungsfahrzeug befindet und den anderen Zug entsprechend anhalten oder zumindest warnen.
Zusatz (theojk)
> Normalerweise laufe es so, dass die Mitarbeiter der Leitstelle die Fahrtfreigabe für den Transrapid erst dann erteilen, wenn das andere Fahrzeug, das allmorgendlich Äste von der Trasse sammle, wieder in den Bahnhof gefahren sei.

> Die Mitarbeiter hätten nachschauen müssen, ob der Arbeitswagen tatsächlich dort abgestellt wurde.

Tja, das Bindungsglied Mensch sollte in keiner hochtechnisierten Automatisierung fehlen. Sonst hätte man ja eine Fehlerquelle weniger.

"Exportschlager" HiTec (porschekiller)
Das Produkt Transrapid wird seit über 20 Jahren immer wieder angepriesen, weil es ja durch den automatischen Betrieb menschliche Fehlerquellen ausschaltet. Dieses Hauptargument der Technokraten in der TRI-Fangemeinde (wirtschaftlich ist er ja schon eh nicht mehr schönzurechnen) wird quasi im eigenen Haus in Lathen ad absurdum geführt, weil man anscheinend der Ansicht ist, es passiert dort ja eh' nix.
Re: Zusatz (yetused)
Anscheindend kann der Computer nicht feststellen, wo das Fahrzeug ist, da das Putzfahrzeug keine Magnetschwebebahn ist, sondern eine Diesel-Lock. Hat also keinen Kontakt zu der Schiene wie der TR.

Das Ankommen des Putzfahrzeugs im Bahnhof muss visuell bestätigt werden, und dann wird Freigabe für TR gegeben. Auf so eine Bestätigung hat man anscheindend diesmal nicht gewartet o.ä.
Visuell bestätigt (strappato)
Das ist ja wie in der Dampflokzeit. Selbst das hat man früher sicherer hinbekommen: Auf eingleisigen Streckenabshnitten musste eine Art Staffelholz an den Lokführer übergeben werden, der dann sicher war, dass die Strecke frei ist.
Funkleittechnik / Entgleisen (porschekiller)
Der Computer (in echt sind es drei Echtzeit-Parallelrechner von Siemens) könnte schon feststellen, ob da ein Fahrzeug auf der Strecke steht/fährt - wenn, ja wenn man das Werkstattfahrzeug so wie den TR mit Funk-Balisen (kleine Sende-/Empfangsstationen; die "Knubbel" vorn und hinten auf'm TR) ausgerüstet hätte. Das System ist bewährt und funzt auch in Lathen (nicht wie die Blödsinnsäusserung von Wulff, dass sowas auf 'ner Teststrecke eben nicht da wär).

Da man aber seit Jahrzehnten das Mantra "Unkaputtbar, unentgleisbar, unheimlich sicher" vor sich hinflötet, braucht man zuhause nur das "kleine Security-Besteck", sprich immer aufmerksame Mitarbeiter - was unmöglich ist.

Seit gestern geistert ja auch der Prof. Mnich, einer der Pioniere des TR, über alle Glotzen. Nein, der TR sei sicher, da er ja nicht entgleisen kann... Merkt der noch was?????
Re: (SchallundRauch)
Nein, der merkt nix mehr.

Der überlegt sich wahrscheinlich gerade, wie er am IfB kurzfristig die Fixkosten (=Personal) reduziert, ohne das Wort [i]betriebsbedingt[/i] zu verwenden.
29 Minuten ,,, (hockeystick)
... vergingen laut einem Zeitungsbericht zwischen dem Unfall und dem Notruf. Ich hoffe stark, dass das ein Druckfehler war. Das geht ja bei der dampfbetriebenen Schmalspurbahn von Mbabane nach Tswangtsulu schneller.
Re: (strappato)
Wenn man so eifrige Bürger wie die Spaziergängerin hat: Wenn man der Presse glauben will - Die ist spazierengegangen, direkt an der Trasse. Hat den Knall gehört und statt Hilfe zu holen oder jemanden zu informieren ist sie erstmal 500 Meter nachhause gelaufen und hat ihre Digi-Kamera geholt. Weil sie schreibt und fotografiert im Nebenjob für die Lokalzeitung.
Re: (sempralon)
"Weil sie schreibt und fotografiert im Nebenjob für die Lokalzeitung. "

... was tut man nicht alles ... was opfert man nicht alles ... das eigene Leben ist aber wichtig, das andere nicht ... nur damit die Allgemeinheit informiert ist !

... 29min ?? Wie lang ist die Teststrecke ? Wie lange dauert normalerweise eine Fahrt und warum hat das Computersystem den plötzlichen Stillstand nicht gemeldet und einen Servicewagen zum Havarieort geschickt ? 29 min !

... eine kleine unscheinbare Lichtschranke (wie im Fahrstuhl) hätte dem Leitsystem melden können, dass der Wagen sich noch irgendwo auf der Strecke befindet ?


Aber vielleicht irren WIR uns alle und es ist der erste Terroranschlag Deutschlands !

Wolfgang, tu was Deutschland ist in Gefahr !
Re: (che2001)
Erinnert Ihr Euch noch an den Falkland/Malvinenkrieg, als der Zerstörer Sheffield deshalb versenkt wurde, weil die auf ihn abgefeuerte "Exocet-"Rakete von der Bordelektronik als französisches Produkt und daher "freundliche" Waffe erkannt und daher nicht abgewehrt wurde?
Che´s geflegtes Halbwissen (Gucumatz)
Jajaja, Du warst mal irgendwo Chef der Abteilung Rüstung/ Militär, aber dies bewahrt Dich vor geflegtem Quark nicht.

Die Exocet konnte auf der Sheffield einschlagen, weil der Käpten derselbigen zeitgleich via Satellit (und der entsprechenden Antenne) mit der Heimat redete.
Dadurch wurde das Abwehrsystem der Sheffield (die die Exocet eigentlich erkannt hätte) lahmgelegt. Da waren die Abwehrwaffen des Type 42 Zerstörers (Seadart, Chaff und die Hauptkanone) sinnlos.

Also erst informieren, dann losreden und Vermutungen anstellen, sonst wirds einfach mal wieder Dummschnack.


Re: (che2001)
Das habe ich anders gelesen, nämlich genauso, wie dargestellt. Demzufolge hätte das Selbstvertedigungssystem der "Sheffield" etwa eine "Styx"-Rakete abgewehrt, weil nicht "freundlich".
Re: (che2001)
abgesehen davon, dass die Hauptkanone zur Flugköerper-Abwehr nicht geeignet gewesen wäre und neben Seadart und Düppeln die Vulcan-Phalanx von zentraler Bedeutung war,
welche Phalanx ? (Gucumatz)
Type 42 Spezifikationen:

1 twin Sea Dart SAM launcher with 22 missiles
1x4.5 in gun
4x20 mm Oerlihon AA guns
2 triple 324 mm torpedo tubes with 6 Stingray guided torpedoes
----------------------------------------------------------------------------------------
Da geht wohl einiges durcheinander,
Die alte Exocet AS.39 war ein halbaktiver Sea Skimmer (Analog AGM-84 Harpoon), die Super Etendarts mußten ihr erstmal aktiv via Radar ein Ziel zeigen.
Jede halbaktiver/ aktiver Flugkörper emittiert Radarstrahlen, die von der HMS Sheffield
(normalerweise) bemerkt wurden wären. Gegen FK hilft das 4,5 Geschütz sehr wohl, da das Standartverfahren gegen FK darin besteht, das Schiff mit dem Bug oder achtern auf den FK auszurichten und ´ne riesen Chaff (Düppel)-wolke zu fabrizieren und den Flugweg des FK voller Metall zu füllen. Wichtig ist da die Kadenz (Schußfolge) und klar ist eine CIWS Mk.15 Phalanx immer besser, da die Gatlingkanone einfach mehr Metall verteilt.
Eine Phalanx gabs damals auf der Sheffield gar nicht. Aber gegen FK war eigentlich das Seadart-System gedacht, welches nix sah, weil die Satellitenanlage interferierte.

Beim 2. Angriff mit Exocet am 25. Mai 82 empfing HMS Ambuscade das Agave-Radar der Super-Etendart, nach Chaffausstoß wurde die Exocet von der HMS Hermes auf die Atlantic Conveyor abgelenkt.

Also von wg. britisches Radar stuft Exocet als "freundlich" ein, das ist mit Verlaub SCHNULLI.





Re: (che2001)
Zumindest stand das damals so in der Newsweek und später bei Jane`s.
Da war die Rede davon, dass im falle der Sheffield der Feuerleitcomputer völlig alleine das Gefecht geführt hätte und entscvhiedenhätte, dass die Exocet eine freundliche Rakete sei, man habe daraus gelernt und sei zu manuller Steuerung zurückgekehrt. Ich kann ja auch nichts dafür, das gelesen zu haben ;-)

Hinsichtlich Phalanx muss ich Dir allerdings recht geben.
Che's Version ... (hockeystick)
... habe ich auch schon gelesen, aber als gesichert kann die wohl nicht gelten. Grundlage ist aber immerhin ein wissenschaftlicher Artikel zum Thema. Die Version mit dem Satellitentelefon hat in ähnlicher Form immerhin Eingang in die Wikipedia gefunden, allerdings auch nur als eher unwahrscheinliche Spekulation: It is also suggested that the ship's antimissile radar was incompatible with the satellite communications link which reduced the chance of the Exocet being intercepted, although neither the Type 965 radar nor the Sea Dart missile are particularly well suited to intercepts of low-flying missiles.

Insofern scheint mir der bissige Ton eher unangebracht; beide Behauptungen bewegen sich doch weitgehend im Bereich der Spekulation.
Re: Wikipedia (Tomahawk)
Die gesamte Wikipedia ist bis auf wenige (dank ungebremster User-Aktivität aber täglich wechselnde) verlässliche Seiten noch weitaus unzuverlässiger als militärische Transponder (Exocet) oder TR-Teststrecken (ebenfalls Dutzende von Toten).
Wenn ich heute so zuschau', wie sogar gestandene Journalisten unausgegorene, spinnerte und von Eigeninteressen getragene Wikipedia-Ergüsse in ihre vermeintlich hehren Aritikel draggen und droppen ...

... dann wird mir fröhlich ums Herz; denn über kurz oder lang wird sich die Googlerei, wenn hastig und unkundig ausgeübt, als schwachbrüstig und nur für leicht zu unterhaltende Mitmenschen brauchbar erweisen.

33 bis 40 Bände Encyclopædia Britannica im Regal und jedes Jahr für $40 die neueste DVD-Version gekauft -- das ist eine solide Recherche-Basis. Wobei der eine oder andere Brockhaus (die alten sind besser als die neuen, besonders in historischen Zusammenhängen) nicht schaden kann.
Re: (che2001)
Und mein alter Doktorvater schwor auf die Harvard Encyclopedia, alles Andere war ihm zu wenig....
Re: Dein Doktorvater, (Tomahawk)
vertrauter Freund, war keineswegs ein übler DV -- was wir windzerzausten und sonstigen, teilweise auch ungebeutelten Purple-Heart-Träger dieser historischen Walstatt sehr wohl wissen.

Es ist so vieles an zu wenig, was uns heutzutage als Nabel der Weisheit verhökert wird. (Grottiges Beispiel: Der "Schöfferhöfer"-Commercial, der zweitklassiges Gebräu mit drittklassigen Assoziationen vermengt.) Der Nabel für sich hat keine Weisheit, es sei denn, seine südlich benachbarte Topographie ist weiblich und daher weise.


Re: (che2001)
Das, mein Lieber, ist natürlich richtig, im genannten Beispiel kommt aber noch ein weiteres Maß an Verstandesretardierung hinzu: Wer glaubt denn ernsthaft, eine französische Geliebte würde drittrangiges Weizen dem Heidsiekschen Piper oder der Witwe Cliquot vorziehen?
Meine Fresse! Das ist arg! (Schleiereule)
Wahrscheinlich hat sie auch gleich ihren "BILD"-Presseausweis mitgenommen. Ich weiss zum ersten Mal in meinem Leben, warum es kombinierte Foto-Handies gibt. Aber solche "Helfer" hätten den Akku wohl eher leergeknipst als Hilfe herbeizutelefonieren.
5 Minuten? (hockeystick)
Laut Spon war der Unfall nicht schon um 9:30 Uhr, sondern erst um 9:54. Dann wären es "nur" 5 Minuten bis zum Notruf gewesen.
5 Minuten. Nicht die Spaziergängerin. (hockeystick)
Die Chronologie der Ereignisse findet sich http://www.welt.de/appl/newsticker2/?channel=ver&module=dpa&id=12710292">hier.

Demnach hat der überlebende Bordtechniker des Transrapid per Funk den Unfall unmittelbar nach dem Aufprall gemeldet, und mitgeteilt, dass er Schreie hört. Rund 5 Minuten später ging dann der Notruf bei der Rettungsleitstelle ein, mutmaßlich ausgelöst durch die Transrapid-Leitstelle (5 Minuten Bedenkzeit zur Güterabwägung müssen bei einem Milliardenprojekt schon drin sein).
Aeste... (freakinvibe)
So, so, auf der TR Strecke liegen also Aeste, die täglich eingesammelt werden. Das bedeutet doch, dass in unmittelbarer Nähe der Strecke Bäume, die höher sind als 5 Meter sind, stehen. Ist das nicht ziemlich gefährlich? Wenn schon ein Reinigungszug vom System nicht erkannt wird, dann wohl auch kein umgestürzter Baum. Wenn der TR mit 400 Sachen auf einen Baum auffährt, ich möchte nicht wissen, was dann passiert...

Vor lauter Technikgeilheit werden wohl simple physikalische und biologische Vorgänge komplett ausser Acht gelassen. Der Vergleich mit Titanic ist gar nicht so schlecht....
Re: "Menschliches Versagen" - Bloss nicht die Wahrheit über den Transrapid sagen (strappato)
Ich bin heute in München. War schon seltsam, am Flughafen den Ausstellungs-Transrapid zu sehen. Kann schnell gehen, vom Hoffnungsträger zur Enttäuschung.
Re: (hockeystick)
Die Marketingleute dort werden jetzt alles auf dem Schreibtisch liegen haben, was sie über den Elchtest finden konnten.
Re: (martin h.)
Aus dem Elchtest wurde doch schon der Erfolg für das ESP gestrickt. Also können wir gespannt abwarten.
Re: (hockeystick)
Ich habe mir gestern Aktien aller Abstandsradar-Hersteller ins Depot gelegt.
Neue Entwicklung hin zum Skandal: Betreiber versagte Wunsch nach mehr Sicherheit (porschekiller)
Laut n-tv hat der Geschäftsführer der Transrapid-Betreibergesellschaft IAGB, Rudolf Schwarz, erklärt, "in Lathen sei bewusst auf zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen verzichtet worden. Dem vor ein bis zwei Jahren geäußerten Wunsch der Lathener Mitarbeiter, auch die Sonderfahrzeuge in ein integriertes Sicherheitskonzept einzubeziehen, sei nicht gefolgt worden. Es sei derzeit nicht klar, wer zum fraglichen Zeitpunkt Inhaber der Betriebserlaubnis für die Teststrecke gewesen sei. Die jetzige Betreibergesellschaft habe damals nur ein Vorschlagsrecht gehabt." (Quelle: http://www.n-tv.de/715464.html )

Diese "Sonderfahrzeuge" gibt es nicht nur in Lathen, sondern sind Teil des Gesamtpaketes Transrapid, so wie es auf geplanten Strecken zum Einsatz kommen soll(te). Wenn ich noch einmal Jemanden sagen höre "In Deutschland wäre sowas nicht passiert", dann gibt's lang was auf die Omme...


Re: (che2001)
Vielleicht heißt es ja demnächst "In China wäre das nicht passiert", weil man da die Wartungsfahrzeuge lieber als Güterzugloks zweckentfremdet und die Wartungsarbeiten von Zwangsarbeitern zu Fuß machen lässt? (Achtung, Polemik, keine Tatsachenbehauptung)
Es wird noch besser (porschekiller)
Eben nach SPON-Hinweis gefunden auf der Homepage der IABG:

"Personen- und Sachschäden in Verkehrssystemen sind nicht mit der einfachen Floskel ?Menschliches Versagen? zu erklären. Fehler des Menschen müssen erlaubt sein. Das System bestehend aus Technik und Organisation ist verantwortlich für die sichere Abwendung negativer Folgen."

http://www.iabg.de/transrapid/download/docs/VDIText.pdf
Re: (che2001)
Darf ich das weiterverwenden?
Re: (porschekiller)
Solange es noch online ist und SPON es auch nur zitiert...
Es wird noch heftiger, als wir Hardcore-Formalisten geglaubt hatten (porschekiller)
Der TÜV Rheinland hat eine Tochter, die TÜV InterTraffic GmbH, die wiederum in eine Arbeitsgemeinschaft zur Prüfung der Latherner Teststrecke (TÜV Arge VME) eingebunden ist. Deren letztes Urteil bzw. Prüfungsergebnis der TVE Lathen aus 2005 sollte man sich auf der belegten Zunge zergehen lassen, bevor wieder "Menschliches Versagen" in den Charts auf Platz 2 hinter "Indomeneo - I do me no good" steigt.

Guckst Du hier: http://www.hochleistungsbahnen.tu-dresden.de/fachtagung_tr/trt5/19_trt5_vortrag19.pdf#search=%22IABG%20Transrapid%20wann%20Zuständigkeit%22

Es ist unglaublich, aber wahr, dass schon seit Jahren "unabhängige" Gutachter des TÜV der Betreibergesellschaft erklären, dass der Betrieb in Lathen neben der Besucher-Schiene nur so von Sicherheitsmängeln durchtränkt ist. Im abschliessenden Statement kommt solche Kritik allerdings seeehr umschreibend, wenn nicht sogar unterwürfig oder gekauft unwichtig vor. Einer der InterTraffic-GF hatte sich heute schon im WDR geäussert und alle Verantwortung für einen sicheren Betrieb zurückgewiesen, da die InterTrafffic GmbH ja keine Einblick in Betriebs-Interna hat. Obiger Link beweist das Gegenteil.






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