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V.i.S.d.P. V.i.S.d.P.: Vielfach ignoriert, selten dagegen profitabel
FINAL V.i.S.d.P. von FoolDC

09:20 Dienstag, 19. September 2006

Das war lustig. Und wie jeder gute Witz hat es auch nicht lange gedauert bis zur großen Pointe. Kurz nachdem das zentrale Aufklärungsorgan der deutschen Jugend seinen Fünfzigsten feierte, geht die "Bravo für Chefredakteure" den finalen Weg ins Altpapier. Das Printmagazin wird eingestellt, dafür gibt es in Zukunft wöchentliche News als PDF. Die Praktikantin, die der Verlag noch zum 1.10. für die ViSdP-Redaktion sucht, sollte also Erfahrungen im Newsletterversand mitbringen.
Die Macher von Helios Media, die außer dem verschiedenen Klatschblatt für rumbrüllende Redaktionsleiter noch Kracher wie "Politik & Kommunikation" und "Pressesprecher" im Portfolio haben, behalten trotzdem den Humor, der schon ViSdP auszeichnete. "Wir sind einfach zu wenige!", beklagen sie im ViSdP-Blog (immerhin) die Ursachen des Debakels. "Es gibt um die 50.000 Journalisten in Deutschland. Ein nicht geringer Teil davon hat sich geweigert, uns zu abonnieren".

Vielleicht hätte den Sonnenkindern von Helios vorher jemand sagen sollen, dass die meisten der 50.000 eben kein Chef sind. Und auch keine Lust auf ein Blatt haben, dass nur die Eitelkeiten dieses Rotgesichtigen bedient, der auf den Redaktionssitzungen immer so rumschreit. Außerdem gibt es für die lieben Kollegen, die am liebsten den eigenen Namen gedruckt sehen, noch den Kress-Report. Oder sie gehen gleich bei Frau Christiansen antichambrieren.

Jetzt ist die Erkenntnis da. Also "sparen wir uns einfach Druck und Vertrieb" und machen in PDF. "Ab sofort sind wir schneller und aktueller, bleiben aber strikt fröhlichkeitsaffin", versprechen die Sonnenkinder und verbrämen den Exitus ein bisschen trotzig als großen Fortschritt: Sind wir eben "ganz vorne dabei, was Online-Journalismus angeht".

Das ist sooo Web 1.0.





Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Corbusier-Liege (strappato)
Statt des Hefts gibt es nun jeden Freitag ein wundervolles Internet-Magazin (abonnieren? siehe unten), das man sich auch ausdrucken und sonntags auf der Corbusier-Liege lesen kann.

Ich dachte immer, dass in den Medien Samstag der Ruhetag ist, weil man Sonntag wieder die Montagszeitung machen muss? Und dann noch die Corbusier-Liege. Die Zielgruppe ist wirklich klein.
Nee, Sonntag... (Peter_H)
...geht man wieder ins Büro, weils da Sonntagszuschlag gibt! :-)))




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