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08:55 Montag, 11. September 2006
Wer sagt denn, daß es in der bundesdeutschen Politik drunter und drüber gehe und sich die Parteien selbst in einer großen Koalition nie so recht einig werden? Wenn es um die wirklich wichtigen Dinge im politischen Geschäft geht, sprechen sie alle mit einer Stimme.
Es war aber bislang auch ein Kreuz mit all den Bimbesköfferchen und dreimal-um-die-Ecke-Parteispenden: kamen die Vorgänge zum falschen Zeitpunkt ans Tageslicht, dann rauchte es nicht nur gewaltig im Karton, sondern kostete die Parteien auch deren mehr oder minder ehrlich erwirtschaftetes Geld.
Das kann so nicht weitergehen, sagten sich unisono die Schatzmeister der Volksparteien. Und beschlossen deshalb ebenso einmütig, in Zukunft auf diese lästigen Strafzahlungen verzichten zu wollen, wenn man sich selbst sofort mit beschämt-respektvoll gesenktem Kopf als reumütige Sünder präsentiere. Und damit der Bundestagspräsident nicht mit unnötigem Krimskrams (neudt.: "Peanuts") belastet werde, wollen die Volksparteien zukünftig auch darauf verzichten, Köfferchen bis 10.000 Euro sofort melden zu müssen. Das ist doch wirklich mal eine soziale Denkweise! Man muß sich natürlich auch vergegenwärtigen, unter welch immensen Druck die Köfferchenträger dieser Demokratie stehen: die einen erwarten sich von dieser Art der Anschubfinanzierung gewisse Vergünstigungen, die sie sonst nicht bzw. nicht ohne weiteres bekommen hätten. Die anderen müssen nicht nur die Erwartungshaltungen der einen erfüllen, sondern auch irgendwie zusehen, wie man die Köfferchen nun irgendwie möglichst unauffällig unterbringt. Und dann sind da noch all die Treffen in gut beleumdeten Nobelrestaurants oder in den Lobbies und Suiten erstklassiger Hotels, die für solche Aktionen nun einmal unerläßlich scheinen; weil, es fällt halt doch irgendwie auf, wenn gutgekleidete Herren einen solchen Deal an der Pommesbude ums Eck durchziehen - Luxus kann unter bestimmten Umständen soo lästig sein. Und zu allem Überfluß auch noch die permanente Sorge, daß nicht doch jemand quatscht...! Man sieht: bei diesem Spiel gibt es nur Opfer. Verständlich, daß wenigstens die Volksparteien sich aus dieser Rolle befreien wollen. Quelle: http://www.n-tv.de/708745.html
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