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20:34 Samstag, 09. September 2006
Den Abgang unseres Lieblingsmagazins haben wir noch nicht ganz verkraftet, da rumort es schon wieder kräftig in der Medienszene. In Mitte, wo die Medienszene am szenigsten ist. In der Berliner Hochglanzpornobranche ist Zickenalarm und bei Caras drängeln sich ausgesperrte Freelancer an der Kaffeetheke. Der neue Eigentümer von "Qvest" hat die Schlösser ausgetauscht und Herausgeber und Chefredakteur fristlos gekündigt.
Die beiden heißen Constantin Rothenburg. Der hatte sein Magazin zum ersten Mal mit Gruner+Jahr-Kohle an die Wand gefahren. Das wollen die neuen Herren im Haus, die Kölner Medikom, offenbar verhindern und haben mit zwei erfahrenen Briten trendkundige Fachkräfte engagiert. Ashley Heath ("The Face?) und David Girhammar ("Rodeo Magazine?) sollen mit neuer Redaktion aus "Qvest? das machen, was es noch nie war: Ein geiles Magazin.
Das geht nach Meinung der Medikom-Leute offenbar nicht mit Rothenburg, der Qvest zu sehr als sein Privatspielzeug verstanden haben soll. Dumm für ihn, dass sich Medikom auch die Rechte an dem Titel gesichert hatte. Während die Netzeitung mit der internettypischen Oberflächlichkeit nur die wenig erhellende DPA-Meldung zur Sache bringt, hat der Tagesspiegel offenbar mal jemanden ins Caras geschickt. Da wird spekuliert, der Medikom sei es von Anfang an nur um die Titelrechte gegangen, als sie vergangenen Sommer das siechende Magazin wiederbelebte. Rothenburg, der ansonsten nur als jugendlicher Liebhaber des mehr als doppelt so alten Alfred "nur frischer Parmesan" Biolek aufgefallen ist (Bios "mutiges Outing" zu seinem unteralten Liebhaber war der Lobbytruppe der deutschen Schwulen und Lesben seinerzeit eine herzige Pressemitteilung wert), hätte von Anfang an auf der Abschussliste gestanden, heißt es im Tagesspiegel. Der geschasste "Publisher" und "Creative Director" hat sich inzwischen in der Süddeutschen geäußert, für ihn ist die Rechtelage offenbar weniger klar als für Medikom. Sein Anwalt Simon Bergmann geht gegen die fristlose Kündigung vor, fordert die Rückübertragung der Rechte und vermutet arglistige Täuschung von Medikom. Die haben Rothenburg erstmal eine Einstweilige Verfügung reingedrückt, nach der er nicht mehr behaupten darf, die Rechtelage sei ungeklärt. "Darüber hinaus wird das Landgericht Köln für Medikom feststellen, dass Herrn Rothenburg keine Ansprüche aus der Marke Qvest zustehen?, sagt der Medikom-Boss der "wuv". Das sieht nach schwerem Zickenterror in der Alten Schönhauser aus. Vielleicht springt Bio seinem Beau noch bei (sind die noch zusammen?). Disclaimer: Wer jetzt nach neuem heißen Klatsch über Consti und Bio suchen möchte, sei gewarnt. Die Google-Ergebnisse sind definitely NOT safe for work. Fotos von fistenden Männern mögen im Werbeumfeld eines Blogs mit homosexueller Themensetzung und zu einem Text über die zwei Turteltäubchen passen, sind aber trotzdem irgendwie verstörend. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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