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09:04 Samstag, 09. September 2006
In Niedersachsen ist Kommunalwahlzeit. Das sieht man. Auf den Marktplätzen stehen die zu wählenden Politiker und ihre Unterstützer und verteilen kleine Nettigkeiten und große Sprüche; in den Briefkästen des Wahl
![]() Na ja, fast überall. Oder hätte jemand, der sich nun nicht gerade im unmittelbaren Kreis der Kommunalpolitik, dessen Vertretern oder der Parteienlandschaft im allgemeinen aufhält, beim Anblick eines Plakats auf Anhieb herausgefunden, welche Partei Frau Dr. Susanne Schott-Lemmer vertritt?
Weißer Winkel im roten Kreis. Könnte die SPD sein. Nee, die schreiben für gewöhnlich das Kürzel ihrer Partei in ein beinahe ebenso rotes Quadrat. Die Linkspartei? Auch nicht. Die schreiben ihren Namen ganz modern im Stil einer Webadresse und außerdem kursiv. Aber dafür steht das PDS in einem Parallelogramm, dessen Hintergrundkolorierung - Donnerlüttchen! - auch rot ist. FDP und Grüne scheiden aus - nix blaugelbes, nix grünes. Vielleicht eine von diesen rechtsextremen Parteien? Die haben es doch so mit einer markigen und zackigen Symbolik, und das Rote in der Farbgebung gehört bei denen trotz aller Braunfärbung doch irgendwie dazu. Aber nein, wir sind schließlich in Niedersachsen, und wenn man mal von ein paar kleinen Ecken absieht, haben die Braunen (bislang) noch keine Chance gehabt, sich in diesem Bundesland in nennenswerter und dauerhaften Weise zu profilieren. Da bleibt doch nur noch...die CDU. Bingo! Aber warum verstecken sich deren Mitglieder hinter einem eigentlich nichtssagenden Symbol? Ist der Name dieser Partei plötzlich nicht mehr fein genug? Oder fürchten sich die Aspiranten gar, mit dieser Partei im allgemeinen und der Bundespolitik im speziellen gleichgesetzt zu werden? Fragen über Fragen. Zum Beispiel auch die Frage, ob eine sogenannte Wahlsichtwerbung überhaupt zulässig ist, wenn aus ebendieser nicht eindeutig hervorgeht, welcher Partei der oder die Kandidat/in angehörig ist. Die Gemeinden und Kommunen regeln zwar bis ins Detail, wer wann wo und wieviel Wahlsichtwerbung machen darf, aber dieses nicht gänzlich unwichtige Detail hat man wohl übersehen. Frau Dr. Susanne Schott-Lemmers ist übrigens (noch, vielleicht bald wieder, who knows) Bürgermeisterin der Stadt Langenhagen, eine 50.000 Einwohner zählende Kommune in der Region Hannover. Das erfährt man, wenn man ihre Website besucht. Aber nicht, welcher Partei sie zugehörig ist. Danach muß man schon ein wenig suchen. Wie auch auf dem Folder, der in vielen Langenhägener Haushalten im Briefkasten lag. Anmerkung: Frau Dr. Schott-Lemmer steht hier nur exemplarisch für ihre Parteikollegen, die es offenbar auch nicht mehr eindeutig erkennbar machen wollen, daß sie der CDU angehören. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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