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Peter Hartz Peter Hartz: Brasilian Roulette
BOO Peter Hartz von FA-Q

08:13 Donnerstag, 07. September 2006

Noch kein Final, aber eigentlich auch kein Boo. Zumindest nicht für diejenigen, die berechtigte Erwartungen an eine Verurteilung des Lustreisenden Peter Hartz knüpfen.
Passenderweise (oder ironischerweise) findet sich die diesbezügliche Meldung in der Rubrik "Köpfe + Karriere" der FTD: diese Meldung besagt, daß die AIG-Versicherung sich ein ausdrückliches Rückforderungsrecht für den Fall vorbehalten hat, daß Hartz wegen Untreue strafrechtlich belangt wird.

AIG hatte nur deswegen die Versicherungssumme ausgezahlt, weil VW dem Vorstand lediglich ein sogenanntes Organisationsversagen vorwarf und nachweisen konnte. Die Managerhaftpflicht (Directors' & Officers' Liability Insurance (D&O); ugs. auch "Puff-Police") zahlt nur bei fahrlässigen Pflichtverletzungen eines Vorstands, Aufsichtsrats oder anderen versicherten Managers.
Nun ließe sich durchaus darüber streiten, ob Hartz mit der Aufhebung des "Vier-Augen-Prinzips" bei Spesenabrechnungen für 35 Mitarbeiter dem Betrug nicht vorsätzlich Tür und Tor geöffnet hat. Nur drei Mitarbeiter hätten die neuen Regelungen ausgenutzt - bei VW wertet man dies offenbar bereits als Erfolgserlebnis. Daß in der Hauptsache diese drei Mitarbeiter zusammen mit Hartz dem Unternehmen nicht nur einen finanziellen, sondern auch einen beträchlichen Imageschaden zugefügt haben, wird entweder nicht zur Kenntnis genommen oder eifrig verdrängt.

Jetzt hängt alles am Abschluß der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Denn sollte diese ein vorsätzliches Handeln seitens Hartz nachweisen können und ihn strafrechtlich belangen, muß Hartz die Summe von 4,5 Mio. Euro an AIG zurückzahlen. Und hat dann noch einiges mehr am Hacken.
Und dies ist nur ein Wermutstropfen; berücksichtigt man die allgemein eher lasche Haltung der deutschen Justiz gegenüber Wirtschaftsverbreche(r)n. Den anderen hat Spiegel online trefflich ausgemacht: "Von Arbeitslosengeld II wird Peter Hartz wohl auch in Zukunft nicht leben müssen."

Schade eigentlich.





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