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10:24 Freitag, 01. September 2006
Wolfenbüttel? Nie gehört. Asse? Was ist das denn? Skat? Ungeziefer? Oder demnächst ein echtes Problem?
Also: Wolfenbüttel ist eine niedersächsische Mittelstadt an der Oker und Kreisstadt des Landkreises Wolfenbüttel. Die Stadt ist als Bischofsstadt auch Sitz der Kirchenregierung für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche in Braunschweig. Die Stadt liegt ca. 12 km südlich von Braunschweig und ca. 60 km östlich von Hannover. In Wolfenbüttel leben rund 55.000 Einwohner mit Hauptwohnsitz und ca. weitere 2.000, die ihren Erstwohnsitz nicht in Wolfenbüttel haben, auf einer Fläche von 78,46 km². Die Asse ist ein Höhenzug bei Wolfenbüttel, der sich von Westnordwest nach Ostsüdost erstreckt. Die Durchschnittshöhe beträgt 200 m über N.N., höchste Erhebung ist mit 234 m die Remlinger Herse. Bei gutem Wetter gewährt die Asse Ausblicke auf den Elm, den Harz und auf die fruchtbaren Lössflächen der Schöppenstedter und der Remlinger Mulde. (Mit ausdrücklichem Dank an die Wikipedia.)
Ach ja, und in einem stillgelegten Kali- und Salzbergwerk unter der Asse gammeln noch 125.000 Fässer mit schwach- und 1.300 Fässer mit mittelradioaktivem Abfall herum. Uran, Plutonium, Thorium, the works. Aber zum Glück sieht man die Fässer von draußen nicht. Die Probleme: das ehemalige Bergwerk Asse I droht abzusaufen und teilweise einzubrechen, und zu den "verschiedenen Einlagerungsmethoden", die man seit der Inbetriebnahme als Versuchslager für Atommüll ausprobiert hatte, gehörte unter anderem, die Fässer einfach in die Hohlräume zu stürzen. Was den Fässern nicht sonderlich gut bekommen ist und zusammen mit dem Einströmen von Laugenwasser dazu führen kann, daß die radioaktiven Stoffe freigesetzt werden. Und nun beginnt wieder einmal das sattsam bekannte Tauziehen, mit den Grünen und den Anwohnern auf der einen und den Politikern und der Atom-Lobby auf der anderen Seite. Die Grünen haben die unbestreitbar besseren Argumente, die Politiker und Atom-Lobbyisten dafür die Macht und zuwenig (Problemlösung) bzw. zuviel (Problemverharmlosung) Geld. Und bis zur endgültigen Entscheidung, die nicht unbedingt durch menschliches Handeln erfolgen muß, verfüllt man Tonnen von Salz aus der Kalihalde Ronnenberg in der Hoffnung, daß es nicht plötzlich zu einem massiven Deckensturz kommt. Ob diese Diskussion auch die andere Diskussion, die um das Endlager Gorleben, beeinflussen wird, ist zweifelhaft. Im Prinzip hat man sich längst geeinigt, und speziell die Betreiber der Kernkraftwerke haben ein vitales Interesse daran, ihre Rekordgewinne, die sie auch mit dem Betrieb dieser Anlagen erwirtschaften, nicht durch irgendwelche in ihren Augen vernachlässigbaren Sicherheitsbedenken bezüglich des von ihnen verursachten Abfalls schmälern zu lassen. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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