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10:21 Freitag, 01. September 2006
Das Kasseler Schöffengericht hat jetzt das Betrugsverfahren gegen einen Mann eingestellt, obwohl der mit 0137-Lockanrufen 140.000 Menschen um rund 110.000 Euro gebracht hatte. Seine Beute darf der "Geschäftsmann" behalten.
"Noch nicht unbedingt Betrug"
...Im Prozess jetzt allerdings die böse Überraschung: Das Gericht stellte das Verfahren gegen den 55-Jährigen ein. Ohne Auflagen. Die Kosten des Verfahrens übernahm die Staatskasse. Die Richter kamen nämlich zum Schluss, dass die Lockanruf-Masche "noch nicht unbedingt Betrug" gewesen sei. Schließlich seien die Anrufer nicht getäuscht worden; sie hätten sehen können, dass sie eine teure 0137er-Nummer wählen... Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Re: Legalisierte Abzocke - wer wird denn da noch Banken überfallen....... (porschekiller)
Das Gefühl, man wäre wichtig und deshalb ruft einen eine 0137..-Nummer an, sollte diesen Dödeln die 84 Cent schon wert sein. Muss man heute eigentlich wegen jeder Dämlichkeit Verbraucherschützer spielen???
Re: 0137 und 0173.... (Lord Sinclair)
Oftmals wird halt die 0137 mit der 0173 verwechselt. Und Zielgruppe dieser Ping-Betrüger sind meistens Jugendliche.
Es stellt sich natürlich die Frage, warum der Gesetzgeber es zuläßt, dass mit derartigen, im BNetzA-Deutsch MABEZ-Nummern genannten Rufnummern ein aktives Telefonieren überhaupt möglich ist. Daher finde ich den vorangegangenen Kommentar reichlich unpassend.
Unpassend? (porschekiller)
Wieviele von diesen Jugendlichen fallen darauf ein zweites mal rein? Keiner? Ah ja, hat wohl was mit Lerneffekt zu tun. Warum gibt es kein Gesetz gegen Handyverträge für unter 25-Jährige? Ah ja, hat wohl was mit Marktwirtschaft und "freiem Willen" des Konsumenten zu tun.
Rechts neben diesem Frame steht was: Heul nicht!
Re: (Lord Sinclair)
Es steht aber auch noch da: "Tu was"
Also wenn schon zitieren, dann aber vollständig!
Re: Wegen jeder Dämlichkeit... (hockeystick)
Mit dieser Begründung kann man die Straftatbestände 'Betrug' und 'Wucher' auch ersatzlos streichen. Diejenigen, die z.B. in der Hoffnung auf Heilung von einer chronischen Krankheit http://cgi.ebay.de/Airnergy-Professional-Plus_W0QQitemZ160023811103QQihZ006QQcategoryZ26535QQssPageNameZWDVWQQrdZ1QQcmdZViewItem">5800 Euro für eine wirkungslose Blubberkiste ausgeben, sind halt selbst schuld. Zugestanden, das kann man durchaus so sehen.
wenn man das so sieht... (nightrunner)
ist jeder an jedem selbst schuld,.... das opfern hätte je nicht an dem abend seinem mörder in die arme laufen müssen,...
in der schlussfolgerung hiesse das: ausgangssperre für alle unter 60 jährigen ;)
Re: wenn man das so sieht... (porschekiller)
Jetzt kommt, Leute... Reden wir hier über 5000 Euronen und die vorgetäuschte Hoffnung auf Heilung (was ich genauso als Betrug und Wucher bezeichne) oder über ein paar lächerliche Cents, die grade auch für Jugendliche Lehrgeld sind, weil sie nicht aufs Display gucken? Und kommt mir bitte nicht mit "arme Teenies", wenn Jamba rules...
Der Richter konnte gar nicht anders entscheiden, weil nix vorgetäuscht wurde und die Nummer klar zu sehen war. Mit der Dummheit der Konsumenten wurde schon immer Schindluder getrieben, das fängt mit Werbung an und hört längst nicht mit Verpackungsgrössen-Schwindel auf. Man kann aufklären und warnen, aber kein Recht beugen.
Re: "Der Richter konnte gar nicht anders..." UNFUG (Cicolores)
"Der Richter konnte gar nicht anders entscheiden, weil nix vorgetäuscht wurde und die Nummer klar zu sehen war. Mit der Dummheit der Konsumenten wurde schon immer Schindluder getrieben, das fängt mit Werbung an und hört längst nicht mit Verpackungsgrössen-Schwindel auf. Man kann aufklären und warnen, aber kein Recht beugen."
Unfug! Der Anruf kam höchstwahrscheinlich gar nicht von einer 0137, weil das nicht geht. Die Richter argumentieren "Auch das Fehlen eines "Kommunikationswillens" seitens des Angeklagten wollte das Gericht nicht ohne weiteres annehmen. Den Anrufern sei schließlich eine Bandansage vorgespielt worden, die sie zur Teilnahme an einem Gewinnspiel aufgefordert habe" - das ist aber unerheblich. Wenn der Angerufene von einem Kommunikationswillen des Anrufers ausgeht, ruft er zurück, im Glauben, den Anrufer zu erreichen - Das kann er aber gar nicht. Wenn er also eine "Vermögensverfügung" macht, dann läuft die ins Leere, weil ihm der Anrufer nur vorgaukelt, er wäre durch Rückruf zu erreichen. Und noch was: "...die Nummer klar zu sehen..." Hierzu möchte ich das LG Hildesheim zitieren aus einem analogen Fall: "Zwar mag es sein, dass die Rückrufenden hätten erkennen können, dass sich hinter der als entgangener Anruf angezeigten Telefonnummer eine 0190er-Servicenummer verbarg, so dass sie letztlich fahrlässig handelten. Für die Tatbestandsmäßigkeit spielt es jedoch keine Rolle, ob die Getäuschten bei sorgfältiger Prüfung die Täuschung hätten erkennen können, denn selbst leichtfertige Opfer werden durch das Strafrecht geschützt. " (26 KLs 16 Js 26785/02)" Das LG Hildesheim hatte die Täter zu einer Bewährungsstrafe verurteilt und der BGH hat das Urteil überprüft (3 StR 214/04) und gesagt: "Nix da Bewägrung - Freiheitsstrafe!" Also: Wie kann es einen Freispruch geben für etwas, was der BGH mit Bewährungsstrafe zu wenig scharf geahndet sieht?
Nein, danke (porschekiller)
Wenn ich einen Rechtsverdreher brauche, der mich zuerst mit "Unfug" anbrüllt, statt Guten Tach zu sagen, dann such' ich mir den selbst, danke. Und dass MABEZ-Nummern seit 2003 frei verwendet werden, stand auch schon hier und ist überall nachzulesen, danke. Den Rest Deiner Interpretationsorgie für Jura-Studenten kannst Du gern behalten, danke.
Re: UNFUG (Cicolores)
Verzeihst Du mir das mit dem UNFUG? Und dass man zu juristischem Schwachmatengelaber greifen muss, liegt an den Staatsanwälten und Richtern. Ob jetzt der Angerufene dumm ist, blind oder was weiß ich - jedenfalls ist es doch klar, dass ihn der Anrufer linken will. Dann kommt (wie in meinem Fall) ein Staatsanwalt und faselt was vom "Erklärungswert des Anrufes", von "kausalzusammenhang mit der Vermögensverfügung" usw usf - das hebt nicht meine Laune...
Ich bin so weit weg von einem Juristen wie ein 0137-Ping-Betreiber davon, "normale Kommunikationsangebote" zu machen. Also bitte ich Dich nochmals um Entschuldigung dafür, dass Du eine Ladung giftiger Galle abgekriegt hast, die Dir eigentlich gar nicht gewidmet war. Deine Meinung halte ich dennoch für falsch. Grüsse c
Re: (Cicolores)
übrgens... Du hast angefangen:
"Muss man heute eigentlich wegen jeder Dämlichkeit Verbraucherschützer spielen" :)
Re: "übrgens... Du hast angefangen:" (porschekiller)
Ja, ich hab angefangen und werde das in jedem Thread auch weiter tun. Diese unselbstständige Konsumenten-Position ala "Ich bin doch blond und dumm, also schützt mich der Staat vor meinen hirnlosen Einkäufen" ist bezeichnend für die fortschreitende Degeneration unseres Gesellschaft-Gefühls. Wer sich darüber beschwert, dass ihn die "Werbung" zu Dingen "zwingt", die ihn auch mal um seine Existenz bringen können, der wird hierzulande nix dazu beitragen können, dass sich irgendetwas ändert. Wir leben halt in einer Zeit, in der sich Wissen um Medien-Verarsche auszahlt oder auch nicht.
Re: Jetzt betrügen die mit Satelliten-Rufnummern (JohnnyBGoode)
Die 0137-er Masche verbraucht sich langsam; jetzt sind andere Rufnummern zum Pingen dran:
Zitat: "hatte auch grad einen PING-Anruf von so einer Nummer, allerdings eine etwas andere: 0088213213235" Anrufe zu diesen Nummern kosten i.d.R. 5 Euronen/Minute. Die Nummern sind im Netz von Global Star geschaltet.
Nur mal so als optischer Aufhänger: (FA-Q)
§ 263 StGB
Betrug (1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Der Versuch ist strafbar. (3) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter 1. gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung von Urkundenfälschung oder Betrug verbunden hat, 2. einen Vermögensverlust großen Ausmaßes herbeiführt oder in der Absicht handelt, durch die fortgesetzte Begehung von Betrug eine große Zahl von Menschen in die Gefahr des Verlustes von Vermögenswerten zu bringen, ... Selbst als Laie sehe ich angesichts der klaren Aussage des StGB nicht den Spielraum, den die Kasselaner Richter dem Angeklagten zugebilligt haben. Allerdings handelt es sich hierbei auch lediglich um Wirtschaftskriminalität, und wie wir alle wissen, sind solche Vorfälle ein lauer Furz im Sturm; verglichen mit der Heerschar der Sozialschmarotzer und Falschparker, die es in diesem Lande zu bekämpfen gilt.
Woll'n wir mal wieder ins Realleben zurück, ja? (porschekiller)
Wenn mir Jemand weismachen will, dass eine unbekannte Nummer auf meinem Display (egal ob nun 0137 oder was Anderes) eine dringende Einladung zu einem Rückruf ist, dann zeig ich ihm den Wischer. Ein Handy ist nun mal schon lange kein Mittel einzig zur Individual-Kommunikation mehr, das zeigt ja gerade der Wildwuchs an Mehrwertdiensten in den letzten Jahren.
Ich hab' andauernd unbekannte Rufnummern auf dem Display... (FA-Q)
...liegt allerdings daran, daß ich mir ums Verrecken keine längeren Zahlenabfolgen merken kann. ;-)
Aber warum jemand, der nach den Buchstaben des Gesetzes eindeutig Betrug (und somit eine Straftat) begangen hat, jetzt quasi auch noch dafür belohnt werden soll, weil andere "zu blöde" sind, will mir einfach nicht in den Schädel. Vielleicht sollte ich mich auch auf die Blödheit eines anderen berufen, wenn ich mal vor dem Kadi stehen sollte. Möglicherweise klappt es ja, aber das werde ich vorerst nur in Kassel ausprobieren. ;-))
Re: (porschekiller)
"Aber warum jemand, der nach den Buchstaben des Gesetzes eindeutig Betrug (und somit eine Straftat) begangen hat, jetzt quasi auch noch dafür belohnt werden soll, weil andere "zu blöde" sind, will mir einfach nicht in den Schädel."
Es gibt eben in DE auch Richter (weit weg von den Fascho-Symphatisanten, die NPD-Demos in Reihe erlauben), die sich sagen: Wer sich in den Konsum begibt, der ist entweder informiert oder kommt darin um. Infos gibt's umsonst und überall. Stumpfsinn ist keine Bürgerpflicht und somit vernachlässigbar. "Vielleicht sollte ich mich auch auf die Blödheit eines anderen berufen, wenn ich mal vor dem Kadi stehen sollte. Möglicherweise klappt es ja, aber das werde ich vorerst nur in Kassel ausprobieren. ;-))" Das kannst Du überall ausprobieren. Nur solltest Du dabei erwähnen, dass Du grade 25 Jahre in Namibia als Assi des Stammesfürsten in einem lang geplanten Experiment des Entwicklungshilfe-Ministeriums durchgemacht hast und nix mehr über die Welt heute weisst. Das könnte klappen.
Re: Legalisierte Abzocke - wer wird denn da noch Banken überfallen....... (nightrunner)
in dem frame stehen auch ab und an andere sprüche, zum beispiel "lüg nicht" und "sag was", dementsprechend finde ich den boo passend.
gelogen hat er mit seinen anruf-täuschungen ja in einer gewissen form, (ich glaube nicht das der gute so vereinsamt war das er so neue freunde finden wollte oder er nur freunde und familie geprellt hat) und gesagt wurde ja wieder mal nichts indem die richter ihn so durchkommen lassen. alles andere ist stimmungsmache bzw. ansichtssache. niemand ist davor gefeit auch mal nen fehler zu machen oder hereingelegt zu werden, da brächte auch ein mobilfunkvertrag ab 25 nix. was ist zum beispiel mit den leuten die aus stress oder was auch immer einfach ungesehen auf wahlwiderholung gehen? es gibt genügend beispiele dafür, berufliche, private, ich mag da jetzt nicht weiter drauf eingehen. ich tippe einfach mal drauf das sich der satz der geprellten gut quer durch die demographie verteilt. mal abgesehen davon haben die meisten unter 25 jährigen eh selten kohle zum anrufen, es ibt ja immernoch jamba und co ;)
Re: Legalisierte Abzocke - wer wird denn da noch Banken überfallen....... (unkreativ.net)
Mache ich mich unbeliebt, wenn ich sage:
Ich halte das Urteil für richtig. Ganz ehrlich: die Leute hier fangen doch immer früher an, nach Rechtsanwälten, Gerichten und Schadensersatz wie Strafen zu schreien, statt entweder den eigenen Verstand zu nutzen oder sich selbst einzugestehen, dass man unachtsam war. Bei uns früher hätte man gesagt: "Da mußt Du halt mal Lehrgeld bezahlen." 0137 ist nicht 0173. Fertig.
insofern.... (nightrunner)
hast du recht, musst aber auch mal den rückschluss betrachten.
das gericht hat diese geschäftemacherei sozusagen legalisiert, ich möchte nicht wissen wie viele jetzt auf diesen wundervollen güterzug aufspringen und ihn ausschlachten bis sich die sache endgültig totgelaufen hat oder durch irgendwelche technischen massnahmen blockiert werden kann. ich vergleiches mal mit spam-mails, hast du eine geöffnet bekommste 5 weitere und so weiter :) so ein lehrgeld hat wohl jeder schonmal auf die ein oder andere weise entrichtet, damit aber mobilfunkverträge ab 25 zu fordern etc. halte ich für übertrieben. fehler macht jeder, ich bin nur mit dem ausgang des verfahrens nicht zufrieden, sie hätten ihn zumindestens zu ner geldstrafe verknacken können wegen belästigung oder unrechtmässiger nutzung persönlicher daten oder so.
Re: (unkreativ.net)
Stimmt schon, aber Gerichte sollen Unrecht strafen. So lange SPIT in dieser Form kein Unrecht ist, müssen wir damit leben :-D
nur weil etwas laut gesetz... (nightrunner)
zulässig ist kann men es dennoch kritisieren, nur so ändern sich solche dinge
Richtiges Urteil, falscher Angeklagter? (HansMeise)
juristisch dürfte das Urteil korrekt sein - es stellt sich aber die Frage, ob die Klage nicht den Falschen getroffen hat. Dieser Satz hier von Lord Sinclair trifft den Nagel auf den Kopf:
>Es stellt sich natürlich die Frage, warum der Gesetzgeber >es zuläßt, dass mit derartigen, im BNetzA-Deutsch MABEZ- >Nummern genannten Rufnummern ein aktives >Telefonieren überhaupt möglich ist. Also, liebe Verbraucherschützer: verklagt den Gesetzgeber und/oder die Telekom, die das zulassen - ob man mit "Beihilfe zum Betrug" durchkommt ist wohl fraglich, aber obiges verbieten bzw. die Telekom für Missbrauch heranziehen (wenn sie nicht entsprechende Schutzmechanismen einführt) sollte möglich sein.
Re: (porschekiller)
Weitaus besserer Ansatz!
Re: Konkreter (Cicolores)
Da man mit einer 0137 nicht anrufen KANN ist jeder Anruf, bei dem eine 0137 übermittelt wird, illegal. Kann man die nicht einfach ausfiltern? (dummfrag?)
Dummfrag ist schon richtig (porschekiller)
Eine 0137-Nummer wirst Du auch in Deinem Display entdecken. Mann Gottes, lies doch mal nach. Die Nummer wurde und wird übermittelt, auch wenn Du das nicht wahrhaben wilst.
Re: im display kann viel stehen... (Cicolores)
...das heisst noch lange nicht, dass 0137 angerufen hat. Genausowenig wie eine Satellitendialernummer über einen Satelliten läuft oder eine Pornoabrechnung über Tuvalu, Moldawien oder Taka-Tuka-Land jemals dort landet...
0137 steht im Display, aber der Anruf kommt nicht von 0137.
Re: (porschekiller)
Was soll uns das denn sagen? "Es könnte ja alles im Display stehen...", also wähl ich alles zurück, weil alles ja alles sein könnte? E-Plus bedankt sich grad bei Dir.
Re: Legalisierte Abzocke - wer wird denn da noch Banken überfallen....... (nickpol)
Es geht nicht um Gerechtigkeit, es geht um Urteile und angesichts der Lage konnte das Gericht gar nicht anders entscheiden. Weiterhin kann man die Telekom nicht zur Beihilfe des Betruges heranziehen, was kann man alles mit dem Telefon, Erpressen, Stalking, Drohen, Bomben zünden usw. Damit wäre in solchen Fällen die Telekom auch bei Terroranschlägen Helfer oder jeder Mobilfunk-Netzbetreiber.
Die Kids sollen sich ruhig mal daran gewöhnen erst zu denken und dann zu telefonieren und zu simmsen. Moralisch ist das Handeln dieses Menschen zu verwerfen, danach kann man ihn aber nicht verurteilen
Re: wenn es aber die Möglichkeit gäbe... (Cicolores)
...solche Anrufe auszufiltern, dann stellt sich die Frage, warum die Anbieter es nicht machen - wissend, dass seit Jahren damit betrogen wird... Und selbst der Branchneverband BITKOM hat in seiner Stellungnahme (in der er natürlich gesagt hat, man müsse nichts bei 0137 regulieren) ganz klar von Betrug gesprochen. Darf ich zitieren?
[url=http://www.bitkom.org/files/documents/Stellungnahme_BITKOM_CDU-CSU-Antrag_MWD_16.05.03.pdf]Stellungnahme BITKOM[/url] "Die so genannten MABEZ-Nummern 0137 ... sind nicht als Ausweichmöglichkeit für unseriöse 0190/0900-Anbieter geeignet. Anders als bei den 0190/0900-Nummern, die zum Teil frei tarifierbar sind, (0190-0, 0900) wird der Anruf bei MABEZ-Nummern mit einem höhenmäßig begrenzten Einmalentgelt von maximal 0,98 ? berechnet. Die spezielle Verwendung für Abstimmungen (TED) bedeutet überdies eine extrem kurze Verbindungsdauer. Ein speziell in diesen Nummern liegendes Missbrauchspotential besteht hier nicht." (Frage: Ein Betrug mit 150,000 Euro an einem Wochenende ist wohl peanuts, oder?) und weiter: "In der Vergangenheit vorgekommene Missbräuche durch Lockanrufe oder ?meldungen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen sind nicht durch spezielle Regelungen für die Nummernverwendung zu bekämpfen, sondern durch eine konsequente Anwendung bestehender strafrechtlicher Vorschriften (Betrug). " Wenn der Branchenverband selbst dies so definiert, fragt man sich, warum es dann faktisch doch nicht geahndet wird. Das erscheint nicht ganz logisch... Man widerspricht der Notwendigkeit spezieller Regelungen und begründet das mit strafrechtlichen Instrumentarien, die dann aber nicht angewandt werden.
Entschuldigung angenommen (porschekiller)
Und ansonsten wird völlig konträr weiterdiskutiert. Die BITKOM-Bude ist IMHO das Schlechteste, was der IuK-Branche jemals passieren konnte. Da sitzen die dürftigsten Vertriebler der Ich-war-ja-mal-SalesforceLeiter-Generation, denen woanders keiner mehr Provinz-Provision zubilligen will, und machen in Amateur-Lobbyismus der dumpfsten Kajüte. Nein, danke.
Wenn die das so definieren, wie Du das ausführst, hat das nur einen Grund: Wir schieben mal locker die Verantwortung auf die Justiz in der Hoffnung, dass sich alle Geschädigten sofort bei der Staatsanwaltschaft melden. Dann sind wir als Verband aus'm Schneider, weil wir tuten ja in Hörner, die von Anderen gespielt werden. Aber wir reden der Mehrwert-Industrie natürlich weiter nach der Schnauze, weil sie unsere Financiers sind. Moral? Warum? Anderserseits kann ich (auch) stündlich kotzen, wenn ich lesen muss, dass der Betrugs-Strafbestand jetzt so verbogen werden soll, dass eigene, dümmste Fehler im Konsum gleich Prozesslawinen auslösen und wir in einer Macht-doch-nix-wird-alles-gerichtet-Gesellschaft leben sollen. Das war mal schöngefärbtes Ziel einer sozi-liberalen Verbandelung in den 80ern, aber wir sind doch eigentlich weiter, was den Kopp angeht, oder?
Der Witz der Woche (Lord Sinclair)
Zitat von Judith Herchenbach-Canarius, bei der BNetzA zuständig für die Verfolgung des Missbrauchs von Mehrwertdiensten:
Ein Inkassoverbot rückwirkend ab Zuteilung der Nummer zu verfügen, sei dagegen nicht möglich, ?Es kann ja sein, dass die Nummern zuvor für Zwecke eingesetzt wurden, die rechtens waren.?
Und immer wieder, auch für Dich: Nur das "Richtig Zitieren" macht 'nen schlanken Fuss (porschekiller)
"Inkassoverbot bedeutet, dass das Geld von den Handybesitzern, die zum Rückruf verlockt wurden, nicht eingetrieben werden darf. Dass zwischen den Lockanrufen und dem Beginn des Verbots teilweise mehrere Tage liegen, ändert daran nichts: ?Die Abrechnungszyklen bei den Unternehmen sind nicht ohne?, sagt Judith Herchenbach-Canarius, bei der Bundesnetzagentur zuständig für die Verfolgung des Missbrauchs von Mehrwertdiensten. ?Ein Inkassoverbot erzielt selbst zwei Wochen später noch einen recht durchschlagenden Erfolg.? Ziel sei es, den Geldfluss ?möglichst nahe an den eigentlichen Verursachern? zu kappen. Sprich: Die Täter, die Lockanrufe mit 0137-Nummern initiieren, sollen dadurch keine finanzielle Vorteile haben. Ein Inkassoverbot rückwirkend ab Zuteilung der Nummer zu verfügen, sei dagegen nicht möglich. ?Es kann ja sein, dass die Nummern zuvor für Zwecke eingesetzt wurden, die rechtens waren.?
http://www.computerbetrug.de/news/060704_01.php Soll heissen: Wenn die BNetzA keine Kenntnis vom Unrecht-Verhalten hatte, dann kann sie auch nur dann einschreiten und ab dann abklemmen, wenn sie irgendwann mal Kenntnis erlangt. "Rückwürgend" ist damit, rechtsstaatlichen Prinzipien folgend, ausgeschlossen. Im Umkehrschluss verlangst Du, dass Forenbetreiber für alle jemals geschrieben Postings haftbar wären, egal, ob sie sie löschen oder nicht. Heise würde Dich steinigen... Und nochmal, ohne den Rechtsverdreher-Duktus, der hier seit dem Relaunch anscheinend Fuss gefasst hat: Dummheit gehört nicht geschützt, sondern doppelt bestraft, wenn Menschen sich ohne Kopp und wegen der eigenen "Wertschätzung" auf Dinge stürzen, die sie nicht begreifen und die sie ins Chaos bringen. Wir sind keine Heilsarmee mehr. |
Mir nach!
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