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VW VW: Chaos-Management oder teuflisch genial?
BOO VW von FA-Q

09:09 Donnerstag, 24. August 2006

An und für sich wollte ich mich in dieser Woche auch noch um andere Angelegenheiten kümmern, anstelle mich mit dem Volkswagen-Konzern zu beschäftigen. Offenbar will mir VW aber dieses Päuschen nicht gönnen und haut stattdessen eine Steilvorlage nach der anderen raus.

Heute: Die Gießerei des VW-Werks Stöcken/Hannover.
VW möchte (nicht nur) diese Gießerei loswerden und sucht deshalb einen Abnehmer. Geld soll er mitbringen, und es wäre auch ganz nett, wenn er im Gegenzug dafür diese lästig teuren Mitarbeiter mitnehmen täte. Aber weder das eine noch das andere gestaltet sich so einfach, wie es die Führungsetage in Wolfsburg gern hätte.

Einer der auserkorenen Geld-Mitbringer soll die Honsel-Gruppe sein. Doch die - man ahnt es schon - gehört längst einer Heuschrecke einem Investor, namlich der Ripplewood Holding (seit 2004; 1999 verkaufte die Familie Honsel das Unternehmen an Carlyle). Na ja.

Ist aber eigenlich auch gehupft wie gesprungen. Denn der Tarifvertrag sieht eine Beschäftigungsgarantie für die bei VW beschäftigten Mitarbeiter bis 2011 vor. Selbst wenn die Gießerei verscherbelt wird, bleibt immer noch das "Problem" der 1.250 Mitarbeiter, die bislang in dieser Abteilung tätig sind. Selbst wenn diese auch weiterhin in der Gießerei tätig bleiben sollten, müßte VW einen Ausgleich an den neuen Eigentümer zahlen, denn es dürfte eher unwahrscheinlich sein, daß die VW-Mitarbeiter dieses Stückchen Sicherheit freiwillig für ein geringeres Gehalt aufgeben werden. Daß ein potentieller Investor aus seiner Sicht die Einstiegsvoraussetzungen für eher ungünstig erachtet, ist durchaus nachvollziehbar.

Man rätselt allenthalben, warum Bernhardt so versessen darauf ist, Teile des Unternehmens zu verscherbeln. Entweder liegt diesen Plänen eine wahrhaft genialisch-diabolische Strategie zugrunde, die außer den VW-Öbersten bislang noch keiner so recht durchschauen konnte, oder es geht wieder einmal um das leidige Thema Arbeitsplätze. Hat aus Manager-Sicht auch etwas genialisch-diabolisches an sich, die Mitarbeiter in permanenter Unsicherheit zu halten, denn demnächst sollen die Sanierungsverhandlungen für die sechs VW-Standorte in Deutschland beginnen. Und Sanieren heißt in Deutschland zuallererst "entlassen" und "weniger Lohn". Da kann jeder Hieb mit der Peitsche bares Geld wert sein.

Aber vielleicht ist alles auch ganz einfach, und Bernhardt gehört zu denen, die ganz fest daran glauben, daß Autos Autos kaufen. Nun denn, liebe Föxe - rettet euren Erzeuger und kauft einen VW!





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