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11:44 Mittwoch, 23. August 2006
Keine Nuttenwitze bitte. Denn die Meldung der HAZ hat mit den Vorgängen um den Stammsitz in Wolfsburg nichts zu tun; sieht man einmal davon ab, daß die Prostituierten im "Niedriglohnland Brasilien" (lt. VW) eigentlich auch "preisgünstiger" sein müßten.
Aber ob nun Nutten oder Autos - VW hat derzeit irgendwie die Fortune nicht für sich gepachtet. Denn auch die Hoffnung, mit dem Import des in Brasilien gefertigten Kleinwagens Fox einen "Coup" gelandet zu haben, zerschlägt sich. Denn der Fox, als mehr oder preisgünstiges Nachfolgemodell für den angeblich zu teuren Lupo lanciert, erweist sich als Gewinnfresser.
Hierzulande wird der Fox offiziell ab 9.150 Euro angeboten (immerhin kann man jetzt den Wagen auch tatsächlich für diesen Preis mitnehmen - zzgl. Händler- und Überführungsgebühren). Wer sich die Mühe macht und auf der Site von VW do Brasil einen vergleichbaren Fox konfiguriert, stellt mit Erstaunen fest, daß dieser in seinem Ursprungsland fast 1.500 Euro teurer ist als hierzulande. Schuld daran ist - wie könnte es auch anders sein - der brasilianische VW-Malocher. Denn ebenso glasklar wie beinhart haben die Verantwortlichen von VW do Brasil diesen als Quell des Übels ausgemacht. Und die Mittel der Wahl sind im wesentlichen die gleichen wie hierzulande: Stellenabbau und Gehaltskürzungen. Bis zu 12.000 Mitarbeiter (also das gesamte Werk Anchieta) stehen zur Disposition, wenn sich die Mitarbeiter nicht den Forderungen der deutschen Wir erinnern uns: Brasilien=Niedriglohnland. Sagt VW. Immerhin schimpfen die "deutschen Brasilianer" auch auf Dinge, für die man den VW-Mitarbeiter noch nicht einmal mittelbar verantwortlich machen kann. Zum Beispiel die Währung, die seit eh und je äußerst volatil ist, wie der Banker zu sagen pflegt und auch schon seit Jahren weiß. Oder eine Bestimmung über die Rückführung von Exporterlösen, die sogar noch älter ist als der Käfer (diese Bestimmung stammt aus dem Jahr 1933). Aber irgendwie hat VW auch mit der Einbeziehung derartiger Faktoren in die Kalkulation keine Fortune. Aber wozu auch lange nachdenken; als frei verfügbare Abfederung mangelnden Nachdenkens steht bekanntlich immer noch der Arbeiter zur Disposition. Ach ja: Als die Produktion des VW Lupo Ende 2004 eingestellt wurde, hatte er als Basismodell 10.150 Euro gekostet. Das Schwestermodell Seat Arosa war sogar für weit unter 10.000 Euro erhältlich. Aber die wurden ja auch in den Niedriglohnländern Belgien und Spanien montiert. Und ohne 3L TDI und GTI wäre auch der Gewinn etwas besser ausgefallen. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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