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10:36 Sonntag, 20. August 2006
Anmerkung: diesmal fungiere ich lediglich als "Ghostwriter". Denn der eigentliche Input stammt von einer Verliererin des wochenlangen Arbeitskampfes um höhere Bezahlung und geringere Arbeitszeiten für die bei den kommunalen Krankenhäusern beschäftigten Kollegen der Ärztezunft. Und die möchte sich am liebsten bei dem Herrn Montgomery persönlich bedanken. Allerdings nicht unbedingt so, wie sich besagter Herr eine Danksagung vorstellen mag.
Denn seitdem Herr Montgomery ein bis zu 13% (!) höheres Gehalt für eine schon zuvor nicht unbedingt als finanziell notleidend geltende Gruppe auf äußerst fragwürdige Art und Weise erstritten hat, beginnt bei den "einfachen" Beschäftigten das große Zittern. Denn die werden aller Voraussicht nach dafür zu zahlen haben.
Herr Montgomery hat bei seinen Bemühungen offenbar übersehen, daß bei den Kommunen eben kein unglaublich gefüllter Geldtopf darauf wartet, abgeschöpft zu werden. Dann wäre ihm möglicherweise auch klar geworden, daß die Betreiber dieser Einrichtungen diese erheblichen Mehrausgaben, die jetzt auf sie zukommen werden, an anderer Stelle ausgleichen müssen. Und das bedeutet in erster Linie Einsparungen bei Personal und Ausstattung der Kliniken, jeweils zum Nachteil der Patienten. Außerdem bedeutet die Einigung keinesfalls, daß jetzt Ruhe im Karton, pardon, in der Klinik herrscht. Denn die "einfachen" Bediensteten fragen sich jetzt nicht ganz zu Unrecht, warum sie um jeden Cent und jede Entlastung kämpfen müssen, während den Ärzten das Geld nun in Bündeln rübergeschoben wird. Zumal auch das Pflegepersonal erhebliche Einsatzzeiten aufweisen kann und bestimmt keine bloßen Handlanger der Ärzteschaft darstellt. Aber vor einem Doktor hat fast jeder mächtigen Respekt, und "so 'ne Urinschupse" ist halt auch schneller entlassen als ein Arzt. Allerdings könnte dieser Abschluß sich durchaus auch zum Bumerang für den Herrn Montgomery erweisen. Laut dem Interessenverband der kommunalen Krankenhäuser wird mit einer Austrittswelle der Kliniken aus der Tarifbindung gerechnet; und wenn dies geschieht, hat sich Herr Montgomery für die Ärzte dieser Kliniken quasi umsonst so mächtig wie starrsinnig in die Riemen gelegt. Vielleicht hätte sich Montgomery vornehmlich darauf kaprizieren sollen, den Dienst und speziell die Bereitschaftszeiten für einen Teil der Ärzteschaft humaner zu gestalten (dieser Teil der Vereinbarungen geht konsequenterweise auch nahezu unter). Aber für den Mann mit dem Tunnelblick zählt offenbar auch nur der kurzfristige Erfolg sowie die Zufriedenheit seiner Klientel. Insofern unterscheidet er sich in dieser Hinsicht kaum von seinen Kollegen bei ver.di, die er zuvor so vehement attackiert hatte. Obwohl deren Angebot diesmal das bessere war. Außer für Herrn Montgomery. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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