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07:37 Freitag, 18. August 2006
...und dein Finanzmister dir auch noch die Schaufel in die Hand drückt - dann ist es in der Tat an der Zeit, am Verstand zu zweifeln.
Notwendigerweise nicht am eigenen - aber an dem des Finanzministers, Peer Steinbrück. Der empfiehlt nämlich den Bundesbürgern, die Gürtel enger zu schnallen, weil in den nächsten Jahren alles teurer werden soll. Dafür solle der Bürger auch mal auf die Urlaubsreise verzichten und stattdessen zum Beispiel in die Altervorsorge investieren. Derartige Äußerungen werden von den Tourismusverbänden sicherlich wohlwollend zur Kenntnis genommen. Und vielleicht auch von der Gastronomie. Und den Schuhherstellern. Und den Taxifahrern. Und, und, und...
Jetzt kann man diese Äußerungen von zwei Seiten betrachten: entweder will Herr Steinbrück nur den notleidenden Privatversicherungen helfen, denen es bekanntlich soo schlecht geht, als daß sie im großen Stil Mitarbeiter entlassen müssen. Oder er will den ebenso notleidenden Konzernen helfen, die ebenfalls seit Jahren am Jammern sind, weil es immer noch zuviele Arbeitnehmer, Selbstständige und KMU gibt, die unrechtmäßig die Gewinne der Konzerne abschöpfen wollen (und sei es nur durch deren bloße Existenz). Keine Rede davon, daß der Staat jährlich Milliardenbeträge auf mannigfaltige Weise verschleudert. Beispielsweise bei der Steuerverfolgung (jährlich ca. 50 Mrd.). Oder bei der genauen Prüfung der Ausgaben (jährlich ca. 30 Mrd.). Oder bei der Gesetzesgebung, die Bund und Länder - und somit auch den Steuerzahler - jährlich Milliarden kostet. Oder, oder, oder. Stattdessen übt sich unser Herr Finanzminister im Chorus der Brotesser, getreu dem Motto "Wes Brot ich eß, des Lied ich sing". Daß eigentlich der gewöhnliche Bürger, der in der Regel nur in verschwindend geringer Anzahl den elitären Kasten der Lobbyverbände und "think tanks" beiwohnt, sein Brötchengeber ist, hat er erfolgreich verdrängt. Wo kämen wir denn auch hin, wenn Steuersünder zukünftig ein wesentlich höheres Risiko eingingen, erwischt zu werden. Nein, dann doch lieber der noch tiefere Griff in die Taschen der Menschen mit einem geringen bis mittleren Einkommen. Die können zwar toben und schreien, wie sie lustig (oder wütend sind), verhindern aber in der Regel kaum, daß sich auch ein möglicherweise gescheiteterter Politiker nach seiner Amtszeit im wohlverdienten Aufsichtsratsposten von seiner anstrengenden Tätigkeit bestbezahlt und ledig aller Sorgen bezüglich Mehrwertsteuer, Arbeitslosigkeit, Altersvorsorge pipapo erholen kann. Zur Erinnerung: Peer Steinbrück, diplomierter Volkswirt ohne jegliche Berufserfahrung; zumindest bis zum 22.2.2000. An diesem Tag übernahm er in NRW den Posten des Finanzministers und war in der Folge für zwei nicht verfassungskonforme Landeshaushalte (2001 und 2002) verantwortlich. Als Belohnung gab es aber nicht etwa den verdienten Tritt ins Gesäß (oder wenigstens 25 to life), sondern den Posten des Ministerpräsidenten dieses Bundeslandes als Nachfolger von Wolfgang Clement. In dieser Funktion profilierte er sich sogleich im Rahmen der WestLB-Affäre. Arbeitslosigkeit, Strukturwandel, Verschuldung - nichts von alledem hat Herr Steinbrück in irgendeiner Art und Weise auf die Kette bekommen. Und als ihn in NRW keiner mehr sehen wollte, wurde er in das Finanzministerium des Bundes berufen...das Was dieser Artikel mit der boocompany zu schaffen hat? Nun, boocompany beschäftigt sich mit "exitorientierten Unternehmensmeldungen". Und wenn Dilettanten wie Steinbrück und Konsorten weiterhin vor sich hinwursteln dürfen, wie es der eigenen Unfähigkeit beliebt, dann werden demnächst nicht nur ein Haufen KMU vor die Hunde gehen. Sondern ein ganzes Land gleich mit dazu. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Re: Wenn Vater Staat dich unter Mutter Erde bringt... (nickpol)
Die Deutschland AG wird noch einmal richtig gerupft, die Vorstandsmitglieder haben ausgesorgt, bekommen für den Mist den sie veranstalten noch lebenslange Diäten und wenn gar nichts mehr geht wechseln sie in die Wirtschaft, die Grundlagen dieses Wechsel hat man zu politischen Zeiten schon erledigt.
Und jetzt werden wir noch richtig gerupft
Re: Wenn Vater Staat dich unter Mutter Erde bringt... (strappato)
Den sollte man wegen Defätismus vors Standgericht bringen. Im Grunde ist das die Bankrotterklärung der grossen Koalition. Statt auf die eigene Politik zu vertrauen und einen Weg zu finden, wie Reformen und der gerechte soziale Ausgleich zu schaffen sind, wird die eigene Handlungsunfähigkeit demonstriert und werden die Bürger auf den weiteren Ausverkauf des Staates zu Gunsten von Klientelgruppen und Konzernen vorbereitet.
Mein Bravo geht an ... (Crabber)
... FA-Q. Sicher ist es, in Zeiten in denen Frl. Merkel so beliebt ist wie Hr. Bush und Möllemanns Traum von 18% für die FDP wahr zu werden scheint einfach, auf einzelne Regierungsmitglieder einzuprügeln. Aber hier ist es absolut verdient und zudem in wohlformulierte Sätze gebracht worden.
Im übrigen braucht Peer doch nur auf den 1.1.2007 warten. Dann wird uns bei 19% die Konsumlaune schon noch vergehen. Aber halt - das Geld welches wir dann sparen geht dann ja an die Strom- und Energie-Multies, die in ihrem wohligwarmen Oligopol ihren Schabernack mit den Regierungspfeifen und dem Volk treiben. |
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