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09:03 Sonntag, 06. August 2006
Also, irgendwie klebt den Machern der Arbeitslosenzahlen der Schiet am Hacken: an jedem Monatsende wird verkündet, daß es in Deutschland immer weniger Arbeitslose gebe; und an jedem darauffolgenden Monatsanfang müssen diese Zahlen positiv (Anzahl der Arbeitslosen) bzw. negativ (Glaubwürdigkeit der Statistik) revidiert werden.
Diesen Monat ist es die Kommune Oder-Spree, welche der BA und den Politikern die Suppe verhagelt. Denn die gemeldete Entspannung für das Land Brandenburg muß jetzt wieder abgesagt werden, weil diese Kommune, die im übrigen zu den 69 sogenannten Optionskommunen gehört, die ihre Langzeitarbeitslosen in Eigenverantwortung schurigeln dürfen, erst jetzt (nach knapp 20 Monaten) in der Lage ist, mit einigermaßen verläßlichen Zahlen aus dem Knick zu kommen. Und so werden aus den 16,3 wieder 16,5 Prozent, plus 2.000 Arbeitslose.
Aber das ist - man ahnt es bereits - längst noch nicht alles. Denn neben der Optionskommune Oder-Spree gibt es derzeit noch vier weitere Optionskommunen, die keine verläßlichen Zahlen abliefern und deren statistische Beiträge behelfs eines mathematischen Modells ermittelt werden, welches allerdings auf Gesamtdeutschland basiert. Somit könnte aus dem Ende Juli mit großem Pomp bekanntgegebenen Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt schnell wieder das Mauerblümchen Realität werden. Denn im Vergleich zum Vormonat waren im Juli 2006 gerade einmal 12.000 Menschen weniger arbeitslos - abzüglich der 2.000 Piepels aus der Oder-Spree-Kommune sind es nur noch 10.000. Und wenn die vier anderen Optionskommunen ebenfalls mit derartigen Erfolgen aufwarten sollten, müssen sich die Lautsprecher in Nürnberg und Berlin aber ganz schnell eine möglichst plausible oder extrem unwahrscheinliche Begründung einfallen lassen. Aber mal ehrlich...wer glaubt denn tatsächlich noch daran, daß es in Deutschland "nur" 4,5 Mio. Arbeitslose gebe, wenn man die Nachrichten der letzten 20 Monate aufmerksam verfolgt hat? Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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