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11:50 Dienstag, 01. August 2006
Microsoft nimmt Geld für Beta-Versionen, und das Produkt reift beim Kunden. Das ist nichts Neues. Aber jetzt geben sie es endlich zu.
Was ist ein Betatester? Das ist jemand, der Software elchtestet, um alle Fehler zu finden, bevor das Produkt verkauft wird. Zumindest war er das vor Web 2.0 und dem Dogma der 'Continuous Beta'.
Wobei in Wahrheit die Continuous Beta viel weiter verbreitet ist, als man annimmt, und viel älter. 'My life must be in continuous beta," sagte meine gute Freundin Sally aus Wales nachdenklich, nachdem ich ihr das Konzept erklärt hatte. Aber als altmodische Software-Firma Geld dafür zu nehmen, daß Leute für dich an deiner Software arbeiten? Das ist frech. Und wenn es doch Continuous Beta der neuemodischen Art sein soll? Dann sind 1,39 Ammi-Eisen viel zu teuer; OpenOpffice.org kriege ich komplett für umme, und bei writely kann ich auch komplett kostenlos mitmachen, ohne irgendwas auf meinem Rechner zu installieren. Da kann sogar meine gute Freundin Sally aus Wales gleichzeitig am selben Dokument arbeiten wie ich in München. Wer will denn noch MS Office? Und auch noch dafür zahlen, es zu testen? Ich glaube, jetzt haben sie in Redmond endgültig den Verstand verloren. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Re: Wer für Bill Gates arbeiten will, muß zahlen (nickpol)
Sind nicht alle Windows-Benutzer Beta - Tester und zahlen wesentlich mehr Geld für den Einsatz von Windoofs. Microsoft entwickelt seine Produkte auf Kosten seiner Kunden, das ist Tatsache und wird von diesen stillschweigend akzeptiert.
Altbekannt (sethos)
Klar, das ist altbekannt. Den Witz macht man schon seit Windows 3.11
Amüsant und erheiternd ist nur, daß Microsoft plötzlich von seiner freiwilligen Qualitätskontrolle (=offizielle Betatester, im Gegensatz zu den inoffiziellen, zu denen leider die meisten Computernutzer weltweit zählen) auch noch Geld für den Download will. Betatester wird da nicht jeder; das sind irgendwelche Power-User, deren Rückmeldungen für wichtig erachtet werden.
Ach hät ich doch eine Alternative?! (Crabber)
Ich will keinen Microsoft Diskussionsfaden eröffnen, aber dieses latente Anti-MS nervt mich:
Warum kann/will ich nicht auf die Programme von Microsoft verzichten? 1. Weil alle meine Kunden die Standardsoftware dieses Anbieters nutzen und ich zum Glück bereits vor wichtigen Meetings und Präsentationen festgestellt habe, dass diese ach so tollen Alternativprogramme doch nicht so kompatibel sind und gar ungewöhnliche Sachen mit Dateien anderer Anbieter machen (bitte jetzt nicht das Argument um xml-Standards, da ich meine, das wenn sich ein Produkt als "voll kompatibel" erklärt, wenigstens die Produkte des Marktführers bei der Kompatibilität eingeschlossen sein sollten) 2. Weil mich die Umstellung auf andere Anbieter Umgewöhungszeit=Geld kosten und damit scheinbar kostenlose Programme betriebswirtschaftlich gesehen doch nicht so kostenlos sind (das Argument, dass mit Office 2007 auch bei MS eine große Umstellung anstehen wird, kann/möchte ich nicht entkräften). 3. Weil bei den openSource Produkten aus meiner persönlichen Erfahrung weder Stabilität noch Bedienbarkeit noch Support besser sind (inkl. LINUX). Ich bin kein MS Angestellter oder Fanatiker, aber bitte zu beachten, das nur für definierte Zielgruppen echte Alternativen existieren - und mal ehrlich, wenn es einen Markt gibt, der bereit ist für Betaversionen zu zahlen - warum sollte man den nicht entsprechend bedienen. Andere Unternehmen bekommen hier die Insolvenzstempel, weil sie diese Märkte nicht erkannt haben.
Re: ach (lanu)
mit ein wenig stänkerei kann der gute bill doch leben.
ist doch manchmal ganz unterhaltsam, was er so abliefert:
Re: Bill-Gates-Basher et al. (Tomahawk)
Du hassjasooorecht, Crabber!
Diese gebetsmühlenhaften Bespuckungen von Microsoft erinnern mich fatal an die Pflastersteinschmeißer der '68er Generation. Die haben auch nix zustande gebracht außer Joschka Fischer und Renate Künast -- alle beide irgendwie Open Source mit den üblichen Treiber- und Kompatibilitätsproblemen. Dabei verwenden gerade die heftigsten Spucker das Office-Paket von MS nicht minder heftig, wenn auch meist in Raubkopie, preisen aber für die Galerie die angeblich sooo komfortable, weltweit verlustlos kompatible Open-Source-Krücke. Die aber, wie wir wissen, wird weltweit von ziemlich unbedarften, isoliert und meist angeheitert rumhackenden Amateurprogrammierern täglich neuer, aber auch chaotischer gestaltet. Ja, wer's mag ... Hierzulande ist es halt Mode, sich über Erfolg zu ereifern und Marktführerschaft mit aufgestauter Galle zu begeifern. Dabei ist auch Microsofts Erfolg das Produkt von früher Pionierarbeit, guten Ideen und jeder Menge Schweiß. Perfekte Software gibt es sowieso nicht, aber Microsoft ist näher dran als jeder existente oder denkbare Konkurrent. Open Source ist wiederbelebte Sponti-Ideologie, nichts weiter. Und wie jede Ideologie, so man sie bekifft betrachtet, was Wunderschönes. Aber im real existierenden Alltag leider unbrauchbar.
Re: Wer für Bill Gates arbeiten will, muß zahlen (nickpol)
Ich will mich hier gar eine Diskussion vom Zaune brechen, was besser ist und was nicht, auch nicht über Standzeiten von Unix-oder Linux Servern und schon gar nicht darüber ab da Sponti-Ideologie herangezogen werden kann, aber profund, sehr profund muss ich sagen.:-)
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