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20:08 Sonntag, 23. Juli 2006
Ich hab's ja nicht glauben wollen. Als "Die Welt" am 06.07. einen "ARD-Entscheidungsträger" zitierte, dass man der GEZ die berufliche Nutzung eines PCs nicht auf die Nase binden müsse, hab ich gedacht: Das ist eine der Übertreibungen der Springer-Presse. Die mögen die ARD nicht. Doch jetzt legt ein WDR-Mann im Focus nach.
Mit zwei Millionen Euro Einnahmen durch die PC-Gebühr rechnet der WDR-Verwaltungschef Norbert Seidel für 2007. Nicht monatlich, sondern fürs gesamte Jahr. Das wären 10.000 bis 15.000 Anmeldungen im ersten Jahr der PC-Gebühr. Bei mehreren Millionen betroffenen Gewerbetreibenden, Freiberuflern und Privathaushalten rechnet der gute Mann mit einer "längeren Anlaufzeit".
Da jedem Betroffenen bei solch einer langen Anlaufzeit eine Ordnungsstrafe bis 1.000 Euro droht, ist die Einschätzung aus dem Welt-Artikel nicht mehr anzuzweifeln, dass bei der ARD kein Interesse besteht, säumige Anmelder aufzuspüren. Dazu passt auch die Meldung der "Märkischen Allgemeinen", dass die GEZ 15 Monate nach Inkrafttreten des Rundfunkstaatsvertrags immer noch nicht weiß, wie sie ihn auslegen soll. Anscheinend versucht man sich bei der ARD in einer bewährten Verwaltungsstrategie. Gesetze, die einer Verwaltung nicht passen, werden so lange ignoriert bis sie passend gemacht werden oder vergessen sind. Mein Verdacht: Die ARD will erst aktiv im Geldabholen werden, wenn die Internet-Budgetgrenze von 0,75% der Einnahmen fällt, denn dann winken ganz erhebliche Etataufblähungen. Dazu hat es schon einen direkten Vorstoß vom Hessischen Rundfunk gegeben. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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