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18:58 Samstag, 22. Juli 2006
Roger Köppel geht zurück in die Berge. Der smarte Schweizer gibt die Chefredaktion der Welt ab und kehrt auf seinen alten Posten bei der Weltwoche zurück. Ein Nachfolger steht auch schon bereit, er kommt von der FAS.
Der Eidgenosse wird nicht nur der Redaktion vorstehen, sondern auch Mehrheitsaktionär der in Gründung befindlichen Weltwoche Verlags AG. Abgesehen von den positiven Effekten auf das eigene Geldsäckli folgt er damit dem Trend, Redaktionsleiter auch in die Verlagsleitung einzubinden. Es gab in den Medien mal was mit der Trennung redaktioneller von unternehmerischen Interessen, für die unter anderem der Chefredakteur einzustehen hatte. Aber hey, wir schreiben ein neues Jahrtausend, das ist Fortschritt.
Springers Obermotzki bedauert den Abgang des Schweizers. Er habe "den Modernisierungsprozeß der Welt und deren publizistische Profilierung weiter vorangetrieben", lobt Mathias Döpfner den Abtrünnigen. Als Vorstand hat Döpfner natürlich volles Verständnis, dass Köppel "der einmaligen Herausforderung, sich publizistisch und zugleich unternehmerisch zu engagieren, nicht widerstehen kann" und wünscht ihm "für seine zukünftigen Aufgaben viel Erfolg." Man könnte es aber auch so sehen: Köppel hatte keinen Bock, seiner eigenen Entmachtung beizuwohnen und deshalb lieber die Heimreise angetreten. Denn Springers große Newsroom-Pläne sehen eine andere Gallionsfigur vor. Christoph Keese, von der FTD zur WamS geholt, soll der gemeinsamen News-Redaktion der Springerschen Print- und Online-Aktivitäten vorstehen, als Primus inter Pares, die da wären MoPo-Chef Carsten Erdmann, WamS-Stellv Romanus Otte, und eben Roger Köppel. Der ist jetzt aber weg, genau wie Jan-Eric Peters, das Mastermind hinter "Projekt Alpha" (gacker), wie die Newsroom-Pläne intern heißen sollen. Peters war Chefred der Welt kompakt und soll jetzt Springers noch zu gründende Journalisten-Akademie leiten. Döpfner weint dem Schweizer aber nicht wirklich dicke Tränen hinterher und freut sich lieber auf den Neuen. Der heißt Thomas Schmid und ist bisher Ressortleiter Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Er soll baldmöglichst, spätestens aber zum 1. Januar 2007, in Berlin antreten. "Mit Thomas Schmid kehrt einer der profiliertesten Intellektuellen der deutschen Medienbranche zum Verlag Axel Springer zurück", jubelt der Springer-Boss. Ganz so, als könne er das beurteilen. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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