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peb peb: Overweight reloaded
INSIDER peb von strappato

07:59 Donnerstag, 29. Juni 2006

Die Plattform Ernährung und Bewegung (peb) hat gemeinsam mit dem Kindersender Super RTL ein neues TV-Format für Kinder ins Leben gerufen: Die täglichen Fernseh-Clips mit den Puppen "Peb und Pebber - Helden privat" sollen bei Kindern im Vorschulalter spielerisch Einstellungen zu ausgewogener Ernährung und Bewegung prägen.

Ein eigenes TV-Programm? Was ist peb?
peb ist das Feigenblatt der Ernährungsindustrie, die unter Beschuss geraten ist und die ihre süssen und fetten Produkte weiterhin ans Kind bringen will. Mit dabei alles, was dick macht: McDonalds, Ferrero, Kraft, Danone, Masterfoods (Mars), Pepsi, Coca Cola, Nestlé, Katjes, Dr. Oetker, usw. Aber auch so illustere Verbände wie der Deutscher Verband der Aromenindustrie, Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke, Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie. Gleichzeitig repräsentatieren die Unternehmen ein Werbebudget von sicherlich 70% der Gesamtwerbeausgaben im TV-Kinderprogramm. Ein Unternehmen mit Milliardenumsatz kann für 25.000 Euro jährlich als Mitglied teilnehmen. Ein Betrag, den Ferrero oder Danone im Kinderprogramm für Werbeminuten an schlechten Tagen verbraten.

Trotzdem scheuen sich Politik, Ärzte, Krankenkassen, Sport- und Gesundheitsverbände nicht, dieser Alibi-Veranstaltung die höheren Weihen zu geben. Zum Vergleich: Das wäre etwa so, als wenn das Deutsche Krebsforschungszentrum zusammen mit der Tabakindustrie eine Nikotin-Stopp-Kampagne starten würde und der Verband Verband der Spirituosenhersteller im Rahmen der Kampagne eine gesunde Alternative anbieten würde.

Während Wissenschaftler wegen ihrer Nähe zur Tabakindustrie in die Kritik geraten sind, leistet sich peb einen honorigen Expertenbeirat.

Ein Paradebeispiel der deutschen Konsensgesellschaft. Bei ausländischen Kollegen wird die Zusammenarbeit von Gesundheitswissenschaftlern mit Coca Cola & Co. mit Verwunderung gesehen.





Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Die Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA)... (hockeystick)
...ist eine sehr ähnliche Veranstaltung, mit eimem Prof. Dr. med Kurt Widhalm im Vorstand, der auch für Mc Donalds' arbeitet, und der wegen der Verrechnung von privaten Honoraren hin und wieder dienstrechtliche Schwierigkeiten hat. Die AGA hat sehr präzise Ernährungstips parat. In der Bröschüre http://www.schule.at/dl/Elterninfo.pdf">
Informationen für Eltern adipöser Kinder? rät er: Wählen Sie für Ihr Kind also lieber einen Hamburger als einen Big Mäc, lieber ein Sundae Eis mit Erdbeersoße als ein McFlurry. (vgl. http://www.ungesundleben.de/dickduenn/nschaftadipositasimkindesalter.html )

Mal blöd gefragt - was genau ist eigentlich der Unterschied zwischen der peb und der AGA?
Übrigens, liebe Journalisten (hockeystick)
Bevor ihr morgen mit der "Lipid-Liga" den Tag des Cholesterins feiert, beschäftigt Euch doch wenigstens mal 5 Minuten mit dem Thema. Vielleicht schaut Ihr Euch auch mal die Sponsorenliste an und haltet kurz inne.
Re: also nee (lanu)
ich finde es echt unfair von dir, wie du hier eine ganze zunft überforderst. ;-)
Du hast recht, Zumindest n-tv (wer hätte das gedacht)... (hockeystick)
...ist als erster http://www.n-tv.de/683687.html">durch den Reifen gesprungen.
Re: (strappato)
Wir wollen nicht die ganze Bevölkerung krank machen, aber 10 Millionen Deutsche haben zu hohe Werte. Göttlich.

Lipid-Senker (Statine) sind die Medikamentengruppe mit den höchsten Umsätzem weltweit. Zur Zeit haben Statine in Deutschland jährlich 10 Millionen Verordnungen mit Kosten von rund 1 Milliarde Euro. Wenn 10 Millionen Patienten ihre Pillen bekommen (und nehmen), dann ist eine vervierfachung des Umsatzes drin.

Wenn das nicht funktioniert, kann man es auch anders probieren:

Expert: Statins Could Treat Bird Flu
http://www.newsmax.com/archives/articles/2006/6/21/142059.shtml?s=he
Damit dürfte es... (hockeystick)
...dann endgültig keine Krankheit mehr geben, gegen die das Zeug nicht helfen soll. Jetzt müssen die schon auf zukünftige Erreger ausweichen.

Die harte Realität der placebokontrollierten Studien ist leider sehr, sehr ernüchternd. Da sterben trotz sorgfältiger Auswahl der Probanden gelegentlich auch schon mal mehr Leute in der behandelten Gruppe als in der Kontrollgruppe. Trotzdem werden die Ergebnisse von den Herren Wissenschaftlern so angepriesen, wie man es sonst nur vom Auftritt des fliegenden Händlers vorm Kaufhof kennt, der einem den Multifunktionsgurkenhobel mit LED-Taschenlampe ans Herz legen will.
Re: (strappato)
Da ist viel Geld drin. Herz-Kreislauf. Ist das einträglichste Geschäft für Professoren und Experten.
Das Gebäude... (hockeystick)
...in dem der zitierte Herr Professor wohnt, sieht auch nicht aus wie ein Reihenmittelhaus.
Eine Sternstunde... (hockeystick)
... http://news.google.de/news?hl=de&ned=de&ie=UTF-8&ncl=http://focus.msn.de/gesundheit/herz/news/tag-des-cholesterins_nid_31161.html&filter=0">des Journalismus.

Wenn man nicht einfach flächendeckend die Meldung der hündischen und speichelleckenden dpa-Praktikanten mit dem geistigen Horizont einer Espresso-Untertasse abgedruckt hätte, wäre vielleicht http://www.wdr.de/tv/rundumgesund/sendungen_2005/20050307/cholesterin.pdf">so ein (pdf) Artikel entstanden. Chance verpasst.
die ARD... (hockeystick)
...ist immerhin http://www.ard.de/ratgeber/gesundheit/patienten-wissen/cholesterin/-/id=355304/nid=355304/did=320692/1at6rj5/">ein wenig vorsichtiger, glaubt aber immer noch Teile von dem Unsinn.

Oh, wie hätte man der Lipidliga ihre Lügen um die Ohren klatschen können. Muss ich jetzt wieder den Boo schreiben oder was?
Re: Übrigens, liebe Journalisten (strappato)
Kurz überfolgen scheint die AGA eine eher wissenschaftliche Veranstaltung zu sein. Was natürlich nicht ausschliesst, dass beteiligte Wissenschaftler auch im Dienste der Ernährungsindustrie stehen.

Was bei peb auffällt, ist die offene Verquisckung von Industrie, Sportverbände, Politik/Ministerien, Ärzteorganisationen, Krankenkassen usw.

Da hat die Industrie ganz geschickt alle mit ins Boot geholt, um den erwarteten Stürmen zu trotzen:

Bsp: http://www.naturkost.de/meldungen/2005/050124ev3.htm"> EU droht: Keine Junk-Food-Werbung mehr für Kinder

Oder: In ein paar Monaten werden die Ergebnisse des Kinder+Jugendgesundheitssurveys und des Ernährungsstudie vorgestellt.


Re: peb: Overweight reloaded (nickpol)
Das hat etwas von einem perpetuum mobile. Die Einen machen die Kinder Fett, die beginnen recht früh, so mit 35,40 an den Nachfolgekrankheiten zu laborieren, die brauchen dann medizinische Hilfe, Medikamente un d das Spiel beginnt von Neuem. Schuld idt dann immer der kleine Mann. Alle Beteiligten verdienen, der Mensch hat zu bezahlen.
Liebe Kinder, (FA-Q)
ein Maxiburger ist gar nicht mal so schlimm, wenn man ihn mit einem Hieb Pupsi aus dem Litereimer runterspült - gez. Dr. Ferrero McDonalds. ;-)




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