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Berliner Zeitung Blutbad bei der Berliner: Vorkötter macht Platz für den Schlachter
BOO Berliner Zeitung von FoolDC

07:44 Dienstag, 16. Mai 2006

"Die Entscheidung hat sich angedeutet". Peter Skulimma hat Recht. Nicht nur der Geschäftsführer des Berliner Verlags hat sich gefragt, wie lange es der Chefredakteur seines Flaggschiffs noch im Pressehaus am Alex aushält. Jetzt ist es raus: Uwe Vorkötter wird die Berliner Zeitung verlassen. Und Skulimma hat eine Sorge weniger.
Über das Wie und Warum sind sich die lieben Kollegen noch nicht einig. Der Kölner Stadtanzeiger vermeldet einen Rausschmiss und liegt damit wohl nicht ganz richtig. Denn einen Chefredakteur zu feuern, zumal einen "des Jahres", das wirbelt zu viel Staub auf. Skulimma liebt es stilvoller, wenn auch nur in der Theorie. Die Trennung erfolgt, so die offizielle Version, im gegenseitigen Einvernehmen. Es habe keine Einigung auf eine inhaltliche und strategische Neuausrichtung gegeben. Klar.

Die Deutung der Kollegen von DWDL ist da schon wahrscheinlicher: "Vorkötter schmeißt hin". Wer könnte es ihm verdenken. Der oberste Journalist des Hauses hatte sich vehement gegen die Begehrlichkeiten der Investorenschwärme Montgomery & Locusts gestellt, das geforderte Redaktionsstatut allerdings bisher nicht durchgebracht. Und mit Montgomerys wirren Renditephantasien lässt sich keine Zeitung machen.

Fürchtet auch Vorkötter, der für sein Engagement gegen den Berliner Insektenbefall noch eben den Preis für Pressfreiheit des DJV entgegennehmen durfte. Für "mutiges und engagiertes Eintreten", wie das im schönsten Gewerkschaftsdiktum heißt. Die taz will wissen, was Vorkötter da angeblich schon wusste: Nämlich dass er unter dem "neuen Regime", wie es Kollegen raunen, keine Zukunft hat.

Mit Vorkötters Abgang schwinden auch die Chancen für das von der Redaktion geforderte Statut. Interessant wird an der "Berliner" jetzt wohl nur noch die Nachfolgeregelung und das anschließende Massensterben in der Redaktion. Hendrik Munsberg wird hoch gehandelt, er habe sich genügend "karriereoffen" gezeigt. Ob Munsberg oder nicht: Die Redaktion erwartet in jedem Fall den Bolzenschuss. Der Neue, so ein Kollege zur taz, müsse ein Schlachter sein.





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