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09:05 Sonntag, 14. Mai 2006
Ja. Oder auch nicht, wenn man Dr. Marlboro Glauben schenken darf. Oder der Bundesregierung, denn seitdem ein Teil der Einnahmen aus der jüngst zurückliegenden Steuererhöhung auf Tabakprodukte dem Kampf gegen den Terrorismus gewidmet werden, kann mit Fug und Recht behauptet werden, daß Raucher Leben retten. Aber die gesundheitliche Gefährdung ist (ausnahmsweise) mal nicht das Thema.
Rauchen schadet auch dem Portemonnaie. Auch dies ist bekannt. Neu ist, daß Rauchen seit kurzem noch größere Schäden an den Inhalten von Portemonnaies, Portefeuilles, Brieftaschen, Geldkatzen und anderen Behältern zur Zwischenlagerung dieses allzuflüchtigen Guts verursacht.
Denn still und klammheimlich sowie offenbar selbst von den PR-Abteilungen der Tabakkonzerne unbemerkt wurden die Preise für verschiedene Artikel angehoben, und zwar ebenso kräftig wie manch Tabaksorte. So kostet z.b. die Dose JPS Single Packs mit 100 Stk. Inhalt jetzt 11,30 Euro statt 10,50; zuletzt wurde der Preis im September 2005 (9,90 Euro) angehoben. Es hat den Anschein, als wenn der Hersteller damit nicht nur so ein wenig den EU-bedingten Wegfall der Sticks als preisgünstige Alternative zur herkömmlichen Filterzigarette kompensieren möchte, sondern auch den Wegfall von 155 Arbeitsplätzen am Produktionsstandort Lahr. Immerhin dürfen ein paar von denen woanders für dicke Luft sorgen, aber wieviele das sind, steht nicht in der PR-Mitteilung. Da klingt das Statement von David Cresswell, Manufacturing Director der Imperial Tobacco Group, wie möglichst wenig Rauch um viel: Es ist sehr bedauerlich, dass wir unseren Betrieb in Lahr als Folge der EuGH-Entscheidung zur Besteuerung von Singles umstrukturieren müssen. Es ist für uns aber unabdingbar, um im schwierigen Marktumfeld in Deutschland weiterhin effizient und wettbewerbsfähig agieren zu können. Wir sind bekannt dafür, dass wir solche Probleme fair und verantwortungsbewusst lösen, und deshalb konzentrieren wir uns jetzt auf die Unterstützung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und wie Fairness aussehen kann, beweist die Imperial Tobacco Group per Gewinnmaximierung an allen Fronten. Aber, damit es nicht nach einseitigem Unternehmensbashing aussieht - andere Unternehmen dieser Branche haben ähnlich reagiert. P.S.: Liebe Tabakfirmen...eure "cleveren Alternativen" zu den Sticks schmecken wie das, was bei Pferden hinten rauskommt. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Rauchen ist schädlich! Ach, ist ja was ganz neues... (Temporaler Agent)
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