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21:49 Donnerstag, 11. Mai 2006
Rund 500 amtliche Schreiben hat ein Mitarbeiter eines Subunternehmens des Ulmer Postdienstleisters DIREKTexpress im Wald "entsorgt" und die ordnungsgemäße Zustellung trotzdem beurkundet. Er gibt als Grund "Arbeitsüberlastung" an. Doch die Probleme liegen tiefer.
Das Land- und das Amtsgericht Passau wollten viel Geld sparen, als sie die bundesweit tätige DIREKTexpress Service GmbH mit dem Transport ihrer Behördenpost beauftragten. Denn der private Dienstleister nimmt nur 4,20 Euro pro Postzustellungsurkunde, während die Deutsche Post AG 5,60 Euro dafür verlangt. Doch diese Sparsamkeit rächt sich nun.
Das schon wiederholt wegen seiner Arbeitsweise in Verruf gekommene Ulmer Unternehmen wickelt die Aufträge vor Ort in der Regel mit formal selbstständigen Subunternehmen ab. Und die verfügen häufig nicht einmal über die eigentlich vorgeschriebene Postlizenz. Was zum Beispiel zur Folge haben kann, dass die von ihnen übergebenen amtlichen Dokumente möglicherweise nicht rechtswirksam zugestellt sind und von den Adressaten angefochten werden können, um Verjährungsfristen auszunutzen und sich so beispielsweise vor der Zahlung eines Strafbefehls zu drücken. Bei vielen Subunternehmen von DIREKTexpress mangelt es zudem nicht selten an qualifiziertem Personal und dem notwendigen "Handwerkszeug" wie Fuhrpark und Kommunikationsmittel. Auch sind die Zusteller oft nicht versichert und zahlen keine Steuern und Sozialabgaben. Behörden, die sich bei der Zustellung ihrer amtlichen Post auf die vermeintlich günstigeren Angebote von solchen Billiganbietern einlassen, gehen ein hohes Risiko ein. Hoffen wir, dass die Behörden in Niederbayern, die sich nach den jüngsten Ereignissen von DIREKTexpress getrennt haben, nun aus ihrem Schaden klug geworden sind. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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