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07:24 Donnerstag, 11. Mai 2006
Die Wirtschaftskammer Österreich sieht "im Mittelpunkt unserer Aufgaben [...] die Mitgestaltung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der staatlichen Rechtsordnung." Und um weiter Gutes zu tun, gibt es auch gleich noch ein Wirtschaftsförderungsinstitut, genannt WIFI.
Dieses WIFI bietet neben diversen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, Kursen und Trainings auch eine Jobbörse an. Hier findet der arbeitslose Österreicher aber nicht nur normale Jobs, sondern auch die Möglichkeit einer glänzenden Karriere als Geldwäscher mit besten Kontaktchancen zu Gendarmerie und Staatsanwaltschaft. Allerdings außerhalb der "staatlichen Rechtsordnung". "Phishing", also das Abgreifen von PINs und TANs leichtgläubiger Mitmenschen mit Hilfe von Spam und gefälschten Bank-Websites, ist nun wirklich nichts Neues. Die "Phisher" sitzen inzwischen auf Bergen solcher Geheimnummern und versuchen verzweifelt, diese in bare Münze zu verwandeln.
Was liegt also näher als weiterzuspammen? Diesmal bietet man aber unter dem Namen einer Scheinfirma, wie z.B. "Liberty Financial Union" einen Nebenverdienst für "junge, hochqualifizierte Mitarbeiter", bei denen aber die "Bildung: Nicht von Bedeutung" ist. Deren Job ist es nun, das abgegriffene Geld über Ihr Konto ins Ausland zu überweisen. Dafür dürfen sie dann "10% von verarbeitetem Betrag" behalten. Dumm ist nur, daß die geprellten Opfer meistens gerne 100% zurück haben möchten. Somit wird aus diesem "Nebenverdienst" leicht ein neuer Vollzeitjob: Ganztags hinter schwedischen Gardinen. Trotzdem bietet das Wirtschaftsförderungsinstitut der Wirtschaftskammer Österreich genau eine solche Stelle an: Als "Unternehmensberater Finanzen" bei der "Liberty Financial Union". Wie es eine solche dyslexische Katastrophe vom Spam zur Stellenanzeige geschafft hat, sei jetzt erstmal dahingestellt.... Auch anderen ist diese Annonce aufgefallen: Bereits am 5. Mai wurde im Forum von Geizhals.at fleissig darüber diskutiert: Special K 05.05.2006 10:16:38 Das Arge ist, auf der Homepage des WIFI Steiermark findet sich sogar ein Jobangebot von LFU in den Stellenanzeigen jeanandre 05.05.2006 10:23:32 Mann oh Mann.. Werde ich gleich melden.. jeanandre 05.05.2006 11:12:57 Vielen Dank für Ihre aufmerksame Beobachtung unserer WIFI-Jobbörse. Es kommen sehr viele Anfragen für die Aufnahme in unsere Jobbörse, unsere damit betrauten Mitarbeiter checken die Angebote auch sehr genau, leider kommt es dann aber doch ab und dann vor, dass etwas reinkommt, was für unsere Jobbörse nicht geeignet ist. Wir haben aufgrund Ihrer Mail die Ausschreibung sofort herausgenommen. Danke nochmals und freundliche Grüße aus Graz! Leider scheint beim WIFI die Qualitätskontrolle beim Entfernen von Anzeigen genauso hervorragende Arbeit zu leisten wie bei der Anzeigenannahme. Wir schreiben den 11. Mai. Und die Annonce ist immer noch abrufbar. P.S: Sollte die Seite schon weg sein, schau beim Cache von Guugel rein. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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