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09:08 Donnerstag, 04. Mai 2006
Von den Düsseldorfern hört man, was man seit Jahren hört: Alles ist schlimm, aber es wird besser. Bald. Morgen schon. Spätestens nächstes Quartal. Nächstes Jahr. Nächstes Leben.
In der neuesten Ausgabe des alljährlichen Theaterstücks "und jährlich grüsst das Wapme-Tier" kann man lesen, dass man sich schweizerische Partner angelacht hat. Ob man das dort erhoffte Pornogeld als "Pfui" betrachtet oder nicht, da werden die Geschmäcker verschieden sein. Aber wenn zu den "neuen Geschäftsfeldern" Aktivitäten zählen, die die Staatsanwaltschaft Augsburg als "Betrug" bezeichnet, ist ein boo hier wohl noch die kleinste Strafe... 2005 - ein Jahr, das u.a. Ärger mit Handypayment gebracht hat (siehe: "Handy payment: Wapme bittet Betroffene um Entschuldigung") - war, wie immer: teuer! "Auf EBITDA-Ebene (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) ergab sich ein Verlust von EUR 5,2 Mio (VJ EUR -4,9 Mio.), das EBIT reduzierte sich auf EUR -9,7 Mio. (VJ -6,1 Mio.)." Business as usual: Burn, money, burn. Aber jetzt wird ja alles besser, denn die "umfassenden Restrukturierungsmassnahmen (werden) im dritten Quartal zu einem positiven EBITDA auf Monatsbasis führen" Sag ich doch: Alles wird gut! Nur: Wie? Eines der neuen Geschäftsfelder will ich heute vorstellen: Man mietet sich 10 1000er-Blocks 0137-Nummern bei dtms in Mainz. Am langen Maiwochenende klingeln eine unbekannte Anzahl von Handies in Deutschland genau einmal. Am Apparat eine 0137-Nummer. Wer auf den "Anruf in Abwesenheit" reagiert, hat verloren. Knapp 1,50 Euro. Eine tolle Geschäftsidee: Money for nothing. Das darf es zwar nicht geben, das gibt es aber seit fast 4 Jahren, auch weil die Politik es zulässt. Ok. Ist ein tolles Geschäftsmodell. Problem dabei: Die Staatsanwaltschaft Augsburg nannte das 2003 ganz klar Betrug. "Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sich die Verdächtigen des Betruges schuldig gemacht haben: "Wenn Sie auf Ihrem Handy einen Anruf erhalten und eine Telefonnummer sehen, gehen Sie davon aus, dass ein Bekannter oder Verwandter angerufen hat oder sonst etwas Wichtiges vorliegt", sagt Weith. "Dann werden Sie auch zurückrufen." Nein - die Wapme hat den Betrug nicht begangen. Aber wie glaubwürdig ist eine Firma, die gerade auch im hochsensiblen Bereich der Abrechnung von Inhalten erfolgreich sein will, wenn ihre Partner Geschäfte machen, die mehr als nur nach Betrug stinken? Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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