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12:06 Montag, 24. April 2006
Manchmal sehne ich mich ja nach den Zeiten zurück, als außer der HiFi-Anlage und dem Fernseher Unterhaltungselektronik sich den Ghettoblaster, den Videorekorder und vielleicht noch den Walkman ("Kommunikationstöter", wie wir das Ding damals nannten) beschränkte. Was seither alles auf den Markt gekommen ist, ist ja unglaublich.
Der außerhalb der japanischen Mega-Städte, wo er sogar erzieherisch sinnvoll ist, eigentlich völlig zweckbefreite Tamagotchi, diverse Spielkonsolen und Gameboys (OK, ich kenne jemanden, dem eine Playstation einen Knastaufenthalt erträglich gemacht hat), i-Pods etc. pp. Nichts gegen den i-Pod, aber solange mein CD-Walkman seinen Zweck tut, sehe ich keinen Sinn in einer Neuanschaffung, mein Mikrocomputer, ein Navigationssystem-in-emailclient-in-surfstation-in-radio im iPod-Format liegt seit anderthalb Jahren ungenutzt rum, weil mir die Bedienung viel zu kompliziert ist, und mein UMTS-Handy benutze ich ausschließlich zum Telefonieren, die 30 anderen Funktionen nehme ich nicht wahr.
Bislang hielt ich mich für einen rückständigen Technikfeind, der im Zweifelsfall seinen HTML-Code von Hand schreibt, und da ich als linkssentimentaler Nostalgiker gelte, dachte ich, dass ich eben außerhalb des Trends liege. Trendy ist es, sich jede Woche einen neuen Klingelton herunterzuladen, trendy ist es, eine Playstation2 und noch eine Minikonsole zu haben, obwohl der eigene PC ebenfalls für Spiele auzsgerüstet ist. Trenbdy ist es, sich alle vier Jahre neue Surroundsound-Boxen zu kaufen, aus silberverziertem Plastik, statt der 25 Jahre alten Ebenholzteile, die bei mir so rumstehen. Jetzt aber zeichnet sich ab, dass es entweder viel mehr Fossilien meines Zuschnitts gibt, oder dass die Kaufkraft zur Anschaffung neuer Unterhaltungselelektronik erschöpft ist. Letzteres nicht etwa als durch Agenda 2010 und Euroteuerung bedingte Kaufkraftschwäche in Deutschland, sondern vielmehr im Weltmaßstab: Kaut aktuellen Studien ist mit einem tiefgehenden und nachhaltigen Rückgang der gesanten Branche bios ins Jahr 2010 zu rechnen. Die Autokrisen in der Konjunkturentwicklung muten der drohenden Branchenkatastrophe gegenüber wie Lullyfuzz an. Doch wie sagte einmal Robert Kurz: Um mit Handys, iPods und Gameboys die Wachstumsraten der klassuschen Schwerindustrien zu erreich, müsste man mit ihnen die Tiefseegräben zuschaufeln. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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