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14:09 Dienstag, 04. April 2006
Im Pott gibt es bald nicht nur Industriebrachen, sondern auch endlich ein Medien-Monopol. Dass Lambi-Schnuffel seine Lokalredaktionen dicht macht, freut die große WAZ. Hübscher Nebeneffekt für den zukünftigen Monopolisten: Lambis Rückzug reißt die "Buersche Zeitung" mit in den Abgrund.
Verleger Bauer hat am Donnerstag das Aus des Regionalblattes für Ende September angekündigt. 19 Mitarbeiter aus Verlag und Redaktion haben einen rosa Zettel erhalten und dürfen in Zukunft als Kollateralschaden der Lensing-Wolf-Strategie die Arbeitslosenstatistik der Region bereichern. Auch zahlreiche Freie und Zusteller sind von dem Ende der Traditionszeitung betroffen.
Sie können sich jetzt bei der örtlichen Agentur für Arbeit hinten anstellen. Vor ihnen in der Schlange: 13 ältere und deshalb wohl chancenlose Journalisten, die vom Lensing-Cleansing zum 31. März betroffen sind. Dazu auch bei LW zahlreiche Freie, Pauschalisten und Zeitungsträger. Mit einer 8.000er Auflage war die "Buersche" nicht gerade die New York Times und deshalb auf regionale Kooperationen angewiesen. So arbeitete die Redaktion im westlichen Ruhrgebiet mit Lensing-Wolffs Ruhr-Nachrichten (RN) zusammen. Bekanntermaßen macht der Lensing-Wolff-Nachwuchs aber gerade diese Standorte dicht. Ohne den Rückzug der RN hätte die "Buersche" auch weitergemacht. Verleger Bauer ist mit 60 Prozent auch der Recklinghäuser Zeitung (Auflage 66.000 Exemplare). Den Rest hält Lensing-Wolf. Doch profitiert der weniger vom Aus der "Buerschen" als der WAZ-Konzern. Die Konkurrenten auf dem Zeitungsmarkt Ruhrgebiet kuscheln beim Zeitungsdruck eng miteinander, übrigens inzwischen auch kartellbehördlich abgesegnet. Drei Tage nach dem Plazet des Kartellamtes hatte Lensing-Wolff die Schließung der Lokalredaktionen verkündet. Do your math. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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