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transparency deutschland Transparency Deutschland begreift es nicht
BOO transparency deutschland von lanu

13:34 Montag, 27. März 2006

Wer durch den eigenen Rechtsexperten per email Fristen von nicht mal 12 Stunden setzen lässt, um unliebsame Beiträge aus dem Netz zu verbannen, der sollte doch dazu in der Lage sein, einzuschätzen, welch Welle sich da gerade aufbaut.

Das Ruderboot Transparency Deutschland ist noch immer weitab vom Kurs.
Kann die mal bitte jemand wecken? Ich mach mir Sorgen.

Update Mein Dank geht an Stefan.





Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Re: Transparency Deutschland begreift es nicht (strappato)
Mich würde ja mal interessieren, wie es der ehemaligen Mitarbeiterin ergeht. Die hat ja keine hilfreiche und unterstützende blogger an ihrer Seite.

Der einzige Vorwurf, den man T-D machen kann, ist, dass sie ihre Mitarbeiter nicht qualifikationsgerecht bezahlen. Die "Unterdrückung von Meinung"? Ich würde ähnlich agieren, wenn Personalangelegenheiten meines Unternehmens in Detail öffentlich in blogs diskutiert werden würden. Wobei T-D natürlich sehr ungeschickt reagiert. Mir scheint es, als wenn es zur Zeit eskaliert, weil auch die bloggerin sich nicht angemessen verhält. Entweder steht man zu dem posting und wappnet sich mit anwaltlicher Hilfe, oder man streicht es und bittet, dass auch bloggersdof sich ein anderes Thema sucht. Gemacht wurde nichts von beiden. Nun noch die Sache mit der eigenen Bewerbung und Ablehnung. Sehr ungeschickt.

Sehr fragwürdig für mich: Im Hintergrund die blogger-Meute, die den Konflikt durch mails an die Geschäftsführerin und den Anwalt anheizt - und wahrscheinlich auch an die bloggerin. Deren Interessen stimmen nicht unbedingt mit den Interessen der blogerin überein.

Ich finde das alles ziemlich bestürzend. Ein Paradebeispiel, wie man es nicht machen sollte: Sowohl auf Seiten von T-D als auch auf der Seite der bloggerin. Erinnert mich sehr an eine Privat-TV-Talk-Show.

Re: kann man das erwarten? (lanu)
"Mir scheint es, als wenn es zur Zeit eskaliert, weil auch die bloggerin sich nicht angemessen verhält."

beide seiten agieren ungeschickt. da stimme ich dir zu. ich halte es aber für verkehrt, die eskalation der bloggerin anzulasten. woher soll sie wissen, was richtig ist?

der zwiespalt ist riesig. man will nicht kampflos aufgeben. die kürze der zeit macht ein "wappnen" unmöglich.

deine argumentation erinnert mich ein wenig an den vorwurf, wir hätten hier firmen in die pleite geschrieben.
Re: (DonAlphonso)
Nanu? Das haben wir doch auch getan!
Re: haben wir das? (lanu)
wer ist pleite gegangen, weil wir darüber geschrieben haben?

gibts jetzt einen disput über sterbehilfe oder den unterschied über "suppe einbrocken" und "suppe servieren" ?

oder hab ich nur einen smilie übersehen?
Re: (DonAlphonso)
naja, es kommt schon gut, wenn man sich hinstellen kann und sagen: "Und danach haben die keinen Auftrag mehr bekommen und waren schneller pleite, als sie Amtsgericht sagen konnten. Immerhin ist das unsere Fama!
Re: fama (lanu)
jetzt hab ich doch heute wirklich schon was http://de.wikipedia.org/wiki/Fama" >gelernt.
totgeschrieben (badattitude)
Nun, ich erinnere mich da an einen Insider im Januar 2004 über eine Firma der Telekommunikation, der wieder gelöscht wurde. Und im August dann an das "plötzliche" Ableben. Einen knappen Tag bei DCT online, und die Inkubationszeit läuft... ;-)
Re: der patient ist längst verseucht (lanu)
ps: wer war die firma?
dahingesiecht (badattitude)
Global Network Telephone - GNT - GmbH (man, das gibt wieder Gugelpunkte). Die heißen jetzt übrigens Quidex, scheinen aber vom Quick-Ex noch etwas entfernt.
Re: ist das euer ernst? (lanu)
wäre demnach jeder arzt ein potentieller killer, weil er die krankheit beim namen nennt?
Re: (strappato)
Man könnte es so ausdrücken: Jeder Arzt hat eine besondere Verantwortung, weil der die Krankheit beim Namen kennt. Nur ist der Arzt ja auch ganz besonderen Kriterien bei seiner Arbeit verpflichtet:

Ärzte müssen im besten Interesse der Patienten handeln (Benefiz).
Ärzte müssen Patienten vor Schaden bewahren (Nonmalefiz).
Ärzte müssen Patienten und deren Willen respektieren und einen aufgeklärten Konsens anstreben (Autonomie).
Ärzte müssen die dem Gesundheitssystem zur Verfügung stehenden Mittel problembezogen auf alle Patienten verteilen (Gerechtigkeit).

Auf boos und insider sind diese Verpflichtungen wohl kaum anzuwenden.

Also lanu, keine Angst: Killer kann man erst werden, wenn es einen ethischen/juristischen Konsens gibt, den man missachtet. Bei negativen Unternehmemsmeldungen und anderen internet-Indiskretionen gibt es diesen Konsens noch nicht. Aber da wären wir wieder beim boo camp.
Re: (strappato)
woher soll sie wissen, was richtig ist?


Was mich besonders unangenehm überrascht ist die Heftigkeit der Kampagne. Es kennen nur ganz wenige die Einzelheiten, aber die Lawine rollt und nicht wenige geben noch einen Schubs dazu, ohne zu wissen, wen sie überrollt. Am Ende eh man sich versieht als T-D-Kritikerin in den Medien zu landen, ist nicht jedermanns Sache. Es gibt Leute, die haben eine sichere Position und/oder nichts mehr zu verlieren. Aber da noch eine Schippe draufzulegen, mit der Gefahr, dass die bloggerin und auch die ehemalige Mitarbeiterin berufliche Nachteile haben, das würde ich mich nicht trauen - da geht es auch um die Existenz.

Bei den "normalen boos" ist es anders gelagert. Selbst wenn man behauptet, dass DCT Unternehmen in die Pleite geschrieben hat und damit Mitarbeiter die Existenz geraubt (ziemlich crazy..), dann war Arbeitskosigkeit der grösste Schaden. Hier kann es zwei Frauen die persönliche berufliche Glaubwürdigkeit kosten, was in den DCT-boos/insidern nur den namentlich genannten "Tätern" an der Unternehmensspitze droht.

Das ist meine Einschätzung aus der Ferne, auch aus meinen persönlichen beruflichen Erfahrungen heraus.
Re: die gefährlichkeit der eigenen meinung (lanu)
wer eine meinung hat, läuft gefahr, damit probleme zu bekommen oder zumindest auf eine gegenmeinung zu treffen. die frage in dieser sache ist doch, wie damit umgegangen wird.

ich rate insidern immer dazu, vorsichtig zu formulieren und sich dessen bewusst zu sein, dass das, was sie sagen, auch gelesen wird. doch selbst das hilft nicht immer. viele sind tatsächlich zu blauäuigig. es gab viele boos, die ich löschen musste, weil die wirkung den autoren überrollt hat und um löschung gebeten wurde. das macht das verhalten der firmen nicht richtig.

was wäre denn dein vorschlag, strappato? muss man die leute vor ihrer eigenen meinung beschützen? ab ins boo camp und eine wenig handwerkzeug lernen?

oder sollte man das maul halten?
Re: (strappato)
muss man die leute vor ihrer eigenen meinung beschützen? ab ins boo camp und eine wenig handwerkzeug lernen?

Man muss Leute nicht vor ihrer eigenen Meinung schützen, sondern davor, wie sie es sagen - obwohl ich da mit dieser Auffasung wahrscheinlich eher eine Minderheitsposition habe. Und man müsste den Leuten das Handwerkszeug geben. Das Internet und Sachen wie blogs haben den Begriff "Öffentlichkeit" neu definiert. Man kann schnell zur öffentlichen Person werden, ohne dass man sich den Nachteilen und Folgen bewusst ist.

Dazu kommt: Es ist ja alles in der Entwicklung.

But when what you're moving is information, instead of physical substances, then you can play by a different set of rules. We're evolving those rules now! Mitch Kapor, Mitgründer der EFF, in "The Hacker Crackdown" (1992).

Also: Handwerkszeug lernen und weiterentwickeln - sonst wird dieses zarte Pflänzchen "freedom in the digital world" platt gemacht.
Re: so machen wir es (lanu)
:-))))
Re: (DonAlphonso)
Bezeichnenderweise trauen die sich sowas auch nur bei Moni und nicht bei einem international tätigen Journalisten mit familiärer Rechtsabteilung.
Re: warte mal ab (lanu)
die kriegen dich noch. ;-)
Re: (DonAlphonso)
Sollen sie mal. Bitte in genau dieser Form. Dann schaun wir mal, was sie davon haben. TI-D und Siemens sind ein lustiges Kapitel. Wartet nur auf einen Beitrag.
Re: Schutz vor Darstellung interner Vorgänge? (Dr. Dean)
Ein Arbeitnehmer und ggf. auch ein Ex-Arbeitnehmer mag oftmals eine Verpflichtung haben, derartige "interne" Informationen vertraulich zu handhaben. Infofern mag man sich darüber streiten, ob die Bloggerin ihrer Freundin tatsächlich einen Gefallen tat - oder ihr sogar schadete.

Jedoch ist sollte hier eine Abwägung von Rechtsgütern erfolgen. Es kann zwar sein, dass ein Arbeitnehmer zur strikten Vertraulichkeit vertraglich verpflichtet ist, aber
1) es kann durchaus ein überragendes öffentliches Interesse geben, welches stärker wiegt, und
2) weiterhin kann ein Ex-Arbeitgeber durch sein untreues Verhalten die Treuepflicht seines Ex-Arbeitsnehmers verspielt haben.

Eine Rechtspflicht (sozusagen ein Maulkorb) für Dritte besteht jedoch nicht!

Es gibt keinen besonderen Unterlassungsanspruch des Unternehmens gegenüber Dritten. Daher versucht es dieser sich fragwürdig verhaltende Rechtsanwalt auch mit dem Vorwurf von Schmähkritik (unzutreffend) oder einem enorm pauschalen Vorwurf angeblicher, nicht weiter spezifizierter Rechtsverstöße.

Mal abgesehen davon, dass dies sowie die von ihm gewählten knappen Fristsetzungen reichlich unverschämt sind und ein m.E. recht deutlicher http://dermorgen.blogspot.com/2006/03/der-anwalt-als-organ-der-rechtspflege.html">Verstoß gegen seine Pflichten als Organ der Rechtspflege:

Es ist ein schlechter Witz, wie das Abmahnrecht (das v.a. den rechtlichen Verkehr gewerblicher Firmen auf eine den Rechtsfrieden steigernde Weise regeln sollte) zunehmend eifrig gegen die Wahrnehmung der Meinungsfreiheit im Internet eingesetzt wird, zur unterdrückung missliebiger Kritik, und sogar dazu, damit sich Anwälte gegenüber Privatleuten gezielt zu "Organen der Machtpflege" entwickeln können.

Es ist m.E. jedenfalls überaus TRANSPARENT, welche Show der betreffende Anwalt abzieht. Ich werde mich dafür einsetzen, zumal es den guten Mann weder in seiner satten Existenz noch in seiner Eigenschaft als als "Ethikbeauftragten" (lol) bedroht, dass dem guten Mann die Anwaltszulassung entzogen wird.

Boo!




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