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BooCompany Vom Webstalking und Outing
INTERN BooCompany von lanu

10:25 Donnerstag, 23. März 2006

Vor einiger Zeit sorgte eine seltsame Geschichte in der Blogosphäre für Aufregung. Unser aller Held Don Alphonso hatte auf seinem Blog rebellmarkt über die Aktivitäten rechter Blogger berichtet und darüber, dass ein Bamberger FDP-Blogger diesen zugearbeitet hätte. Dies wurde von einigen Kommentatoren launig begleitet.
So schrieb ein "gibsmir", da hätte Don wohlein paar Rechte ganz hart mit der Eisenstange in den Arsch gefickt, Booldog meinte, daraus müsste man jetzt eine Szene machen, die als Loop quer durchs Blog läuft, und Che mutmaßte, ob man einen anal penetrierten Neocon-Blogger nicht als Bamberger Reiter bezeichne. Was das übliche spaßige Verbalgeprügel war, wie wir es aus großen dotcomtod-Zeiten kennen, wurde von dem FDP-Blogger offensichtlich anders aufgefasst;seinen Äußerungen nach sei es eine Vorstufe zu echter Gewalt.

Als er kürzlich gegen Don stänkerte und darauf hin massiv aus der DCT-Community angedisst wurde, drohte er implizit damit, Ches Klarnamen zu outen oder an Dritte weiterzuleiten. boocompany hatte nun Gelegenheit, mit Che über die Angelegenheit zu sprechen.

Lanu: "Che, für wie ernst hältst Du diese Angelegenheit?"

Che: "Der Wind ist raus. Ich rechne nicht mit einer Weitergabe meiner Daten an Dritte; nachdem es einer lieben alten Freundin von mir gelungen ist, die ganze Angelegenheit nochmal aufzurollen, haben wir recht schnell deeskaliert. Der FDP-Blogger hat versichert, meine Daten niemandem weiterzuleiten, und er hat von mir auch keine Unbill zu erwarten, zumindest nicht, solange er sich an seine Zusage hält. Ansonsten habe ich klasse Anwälte und wunderbare Medienkontakte. Mir geht es ja gar nicht um diesen Blogger. In einem Netzwerk von Blogs, die sich selbst als konservativ und liberal bezeichnen, gibt es einige bräunelnde Schafe und einige, die so etwas die Neocon-Ideologie der Bush-Regierung mit als Islamkritik verbrämtem Rassismus verbinden. Denen gilt meine eigentliche Kritik. Das Andere war ein aus dem Ruder gelaufenes Hickhack, das aber beigelegt ist."

Lanu: "Stimmt es, dass Du mit beruflichen Konsequenzen zu rechnen hättest, wenn Deine Vergangenheit bekannt würde?"

Che (lachend): "Nein, das sehe ich gar nicht. Die Zeiten der offensiven Anwendung des Radikalenerlasses sind ja vorbei, und die frühere soziale Zugehörigkeit zu einer bestimmten Szene ist etwas anderes als ein Parteibuch. Da hat Joschka Fischer es ja weit wilder getrieben als ich und ist Außenminister geworden. Man muss da auch bedenken, wie Historiker und Politikwissenschaftler eher linker Provenienz ticken. Wenn die Professoren am Kaminfeuer sitzen und die ersten Gläser Bordeaux getrunken haben, dann werden gerne mal die Geschichten vom Brokdorfer Bauzaun rausgeholt. Da unterscheiden sich auch Göttinger und Bielefelder nicht groß voneinander.

Jedenfalls führe ich meine Auseinandersetzung mit Inhalten, die ich für bedenklich halte, mit geistigen Mitteln und nicht mit Eisenstangen - ab jetzt auch keinen verbalen mehr. Das auslösende Ereignis war von mir nicht anders gemeint als die Briefe an die Leser in der Titanic."

Lanu: "Was hast Du heute noch mit autonomen Inhalten zu tun?"

Che: "Normalbürger stellt sich unter autonomen meist vermummte Hasskappenträger vor. Weit weniger bekannt ist der autonome Ansatz in der politisch-historischen Theoriebildung, ein Ansatz, der aus dem italienischen Operaismus hervorgegangen ist und dem zum Beispiel auch die NS-Forschung von Susanne Heim und Götz Aly noch zuzurechnen ist. Man nennt das heute nicht autonom, aber dieser Forschungsansatz hat seine gemeinsamen Wurzeln mit der
autonomen Bewegung, und diesen Ansatz halte ich auch heute noch für richtig. Vereinfacht gesagt, geht es darum, Geschichte von unten zu begreifen, aus der Sicht der kleinen Leute und mit diesen solidarisch."

Solidarität spielte auch bei der glücklich deeskalierten Auseinandersetzung eine Rolle, siehe hier:


beim girl

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