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09:14 Donnerstag, 09. März 2006
63 Kündigungen nach Fusion mit Tropolys Stuttgart -
Im Zuge der Fusion der Telefonanbieter Versatel und Tropolys haben 63 Mitarbeiter ihre Kündigung erhalten. Die Betriebsräte der Firmen fühlen sich von der Geschäftsleitung übergangen und klagen über schlechten Stil. Internet-Nutzer spekulieren, dass bis zu 400 Stellen in Gefahr sind. VON PETRA OTTE
Seit Herbst 2005 gehört die deutsche Versatel, Tochter des gleichnamigen niederländischen Telekommunikationskonzerns, dem britischen Finanzinvestor Apax. Der wiederum hat Versatel zu Jahresbeginn mit dem Düsseldorfer Telefonanbieter Tropolys fusioniert. Damit entsteht der drittgrößte Festnetzanbieter Deutschlands mit rund einer halben Mio. Privat- und Geschäftskunden. Für den neuen Konzern arbeiten mehr als 1400 Menschen an bundesweit 18 Standorten. Das Gros, rund 950 Mitarbeiter, kommt aus dem Hause Versatel, das dem Konzern auch den Namen gibt. Allerdings werden nicht mehr alle Beschäftigten benötigt, 63 haben kürzlich ihre Kündigung erhalten. Laut Pressesprecherin Marion Krause wurden je nach Größe eines Standorts zwischen "drei und 11 Mitarbeiter" in unterschiedlichen Funktionen gekündigt. "Wir haben die Standorte verglichen und geschaut, wie das Unternehmen in den verschiedenen Bereichen aufgestellt ist", begründet Krause die Auswahl - in proportional überbesetzten Abteilungen wurde entlassen. In der Versatel-Niederlassung Stuttgart waren demnach sieben von circa 220 Leuten zu viel an Bord. Der Standort, der als Versatel Süd firmiert, besteht aus der früheren Tesion GmbH: einem ehemaligen Gemeinschaftsunternehmen der Energie Baden-Württemberg (EnBW) und der Swisscom, das im März 2003 von Versatel aufgekauft worden war. Laut der Firmensprecherin wird es "keine weiteren Kündigungen geben", die neue fusionierte Firma sei generell auf Wachstumskurs. Derzeit werde die Ausrichtung der einzelnen Standorte überprüft, in den kommenden Monaten könne es innerhalb der Firma noch zu "Verschiebungen" und Umsetzungen kommen. Das sieht ein Gast des Internetforums Boocompany anders: Apax habe bei der Versatel-Tropolys-Truppe "wohl 300 bis 400" Leute ausgemacht , die den 63 Gekündigten folgen sollen, heißt es dort. Der Betriebsrat stört sich vor allem am Tonfall und an der Art und Weise der Kündigungen. In der Mitteilung, in der die Geschäftsleitung die Belegschaft über den Personalabbau informiert, steht unter anderem: "Wir haben uns die einzelnen Standorte in der Benchmark angesehen und uns daraufhin entschlossen, kurzfristig identifizierte Ineffizienzen aufzulösen, die zum Teil vorhanden sind". Darauf antwortete der Konzernbetriebsrat von Versatel und Tropolys in einer weiteren Mitteilung: Bei den 63 Betroffenen handle es sich nicht um "identifizierte Ineffizienzen, sondern um Menschen aus Fleisch und Blut, die in der Vergangenheit hervorragende Arbeit für den Erfolg der Unternehmen geleistet haben". Ferner beklagt das Gremium, dass die Geschäftsführung die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat regelmäßig ablehne. Deutlicher wurden zuvor Arbeitnehmervertreter der Versatel Berlin in einem offenen Brief: Darin warfen sie der Geschäftsführung einen "Mangel an guter Unternehmenskultur" sowie eine "Salamitaktik" bei Bekanntgabe der Kündigungen vor, "um Mitbestimmungsrechte auszuhebeln". Konsequenz der Entlassungen aus Sicht der Berliner: "Etliche Bereiche sind mehr oder weniger führungslos. Ansprechpartner sind den Mitarbeitern teilweise nicht bekannt, schwer erreichbar beziehungsweise sehr selten vor Ort." Die Konzernbetriebsräte schlossen sich dem Brief "inhaltlich voll an". Nach Angaben der Firmensprecherin arbeite man bei den Standortdiskussionen mit dem Betriebsrat zusammen. Ein Flensburger Arbeitnehmervertreter sieht den Dialog "auf einem guten Weg". Entscheidungen über die Ausrichtung der einzelnen Standorte sollen "in zwei bis drei Wochen" fallen, sagt Krause. Ein erstes Ergebnis stehe aber bereits fest: Zu Versatel Süddeutschland gehören künftig neben Stuttgart auch die Standorte Frankfurt, Mainz und Saarbrücken. Geschäftsführer werde der frühere Stuttgarter Vertriebsleiter Bernd Färber. Quelle: Stuttgarter Nachrichten (leider nur im Bezahlbereich) Beschwerden über den insolvenzfördernden Verlust wegen 1:1 Kopie des Artikels bitte direkt an mich. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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