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09:13 Freitag, 24. Februar 2006
Die rüden Kick-Out-Methoden bei Versatel&Tropolys gehen in die nächste Runde: Gestern Nachmittag erzürntes Wortgefecht in einer Betriebsversammlung am Standort Stuttgart. Am 1. März wird der Gesamtbetriebsrat der TK-Gruppe über den nächsten Kahlschlag informiert. Unterdessen hat Versatels Mobbing-Opfer Simon Deckert mit RTL einen starken Verbündeten gefunden. Laut Sendeplan heute im Mittagsmagazin "Punkt 12" und vermutlich auch um 18 Uhr in "Deutschland Aktuell" bekommt das "PER"VERSATEL-Management garantiert eine werbefreie Zone.
![]() Mit der zunächst kaltschnäuzigen internen Kommunikation, "kurzfristig identifizierte Ineffizienzen", bekamen Mitte Februar dann über 70 Beschäftigte ihren Rausschmiss offenbart.
Betriebsklima schockgefroren! Gestern Nachmittag gingen die Geschäftsführer Brian Cook und Udo Alexander an der "Weiberfasnacht" in die Bütt, um aufgebrachte Gemüter in der Betriebsversammlung am Standort Stuttgart zu beschwichtigen. Passend zum Versatel-Credo "...ist mit Spaß verbunden". Der CFO Cook und sein Vertriebs-GF Alexander verhielten sich jedoch eher wie die drei Affen: Nix sehen, nix hören, nix sagen. Und bestimmt kein "Kick off". Nur soviel: Am 1. März wird der Gesamtbetriebsrat über die nächsten Schritte informiert. Mit "Bad News" ist zu rechnen, auch mit Standort-Exekutionen. Der Personalchef (auf Wunsch der Versatel Presseabteilung ohne Namen), der fleischgewordene Multitasker, hat selbst in solchen entscheidungsschwangeren Tagen einen lockeren Spruch auf der Zunge. Gestern stänkerte er vor Vertriebsleuten in der Kantine, sie sollten lieber die Kunden ans Netz bringen als "sich hier den Bauch voll schlagen," so wörtlich. Er selbst wiederum findet immer wieder ein Zeitfenster, um als ehrenamtlicher, beisitzender Richter Arbeitsgerichtsfälle zu verdauen. Showdown bereits gestern früh: ein RTL-Team sorgte zum zweiten Mal bei Versatel in Stuttgart für Furore, um zusammen mit Mobbing-Opfer Simon Deckert knackige Bilder, miese Stimmung und Aufhellendes einzufangen. Nach dem ersten Auftritt der Reporter gab´s Hausverbot und verschärfte Sicherheitsmaßnahmen gegen Eindringlinge. Gestern musste das Fernsehteam aus der Bannmeile heraus agieren. Deckert war diesmal mit Plakatwänden ausgerüstet: "Mobbing bis zur Schwerbehinderung", einer der Slogans. Mit einem Hungerstreik will der um Recht und Geld kämpfende "Versatel-Rebell" noch mehr Kräfte gegen Mobbing-Strukturen mobilisieren. RTL hat Brian Cook zum diffizilen Mobbing-Fall Deckert noch vor die Kamera bekommen. Kurzes Statement holprig vom Papier abgelesen. Auf Details hat er sich nicht eingelassen. Der Mann hat auch wichtigeres zu tun, mit einem Federstrich muss er weitere "Ineffizienzen identifizieren und auflösen". Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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