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08:00 Montag, 13. Februar 2006
Es ist ja nicht nur so, dass der iPod von Apple eine der teuersten Methoden ist, sich MP3s anzuhören und deshalb mit der wie aus dem Tollhaus tollen Attributierung "Lifestyle-Produkt" auf den Markt gepresst wird. Der iPod generiert für Apple nicht nur Umsätze, sondern auch recht hässliche kleine Problemchen.
Alles in allem bringt Apples groß angelegte Kampagne ja auch die gewünschte Wirkung. Die Menschen stürzen sich auf das Angebot wie die Schmeißfliegen auf jene Dinge, die Schmeißfliegen eben appetitlich finden - und das, obwohl diese nicht gerade günstigen Geräte vorsätzlich so produziert sind, dass schon ab Werk klar ist, dass sie schnell zu teurem Müll werden. Aber um solche Kleinigkeiten kümmert man sich eben nicht in einer atemlos konsumierenden (zu deutsch: verzehrenden) Gesellschaft, in nicht das Sein, sondern das Design das Bewusstsein bestimmt.
Aber jetzt meldet sogar heise, dass Apple wegen dieses hübschen Pferdes in seinem Stall mit Klagen nur so überhäuft wird. Da können auch zurückliegende Jubelmeldungen über bislang 35 Millionen verkaufte Geräte nicht wirklich erfreuen, vor allem dann nicht mehr, wenn Apple jetzt alle diese in ihrer Lackierung wohl nicht so gut entworfenen, angekratzten schwarzen nanos kostenlos auf Garantie umtauschen muss. Sicher, das Verfahren läuft noch - aber in den Vereinigten Staaten haben Verbraucher auch schon richtig absurde Klagen gewonnen, etwa wegen des fehlenden Hinweises, dass man in Mikrowellen keine Haustiere trocknen darf. Und hier liegt ja ein deutlicher, oft zu Tage tretender Mangel an dem hübschen schwarzen Kästchen vor. Die Klage hat also durchaus eine gewisse Aussicht auf Erfolg - und dieser Erfolg könnte für Apple recht teuer werden. Vom hässlichen Kratzer auf dem in der Medienallgegenwart ausgerufen iPod-Image will man da schon gar nicht mehr reden. Und wer weiß, vielleicht wird nach der Klage ein deutlicher Hinweis im Handbuch angebracht werden: "Bitte beachten sie, dass dieses Gerät bei normaler Benutzung als tragbarer Player etwa in ihrer Hosentasche Kratzer bekommen kann. Lassen Sie ihren nano am besten in der Originalverpackung, damit sie noch lange Freude an dem Gerät haben." Darüber hinaus verklagt gerade ein Bewohner Louisanas Apple mit der Begründung, dass das Design des iPod mangelhaft sei - spielt das kleine Brüllkästchen doch unter Umständen die Musik so laut ab, dass dabei Hörschäden entstehen können. Gar nicht auszudenken, was es bedeutet, wenn diese Klage Erfolg hat, das US-amerikanische Produkthaftungsgesetz ist bei den zu zahlenden Schadenersatzsummen viel weniger zimperlich als das deutsche. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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