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Goya Nix gelernt seit NEMAX: Goya-Club macht Aktionären keine Freude
BOO Goya von DonAlphonso

17:16 Dienstag, 07. Februar 2006

Ach, das ist ja wie in alten zeiten: Riesige Werbekampagne, berühmte Aktionäre, ein Launch mit bundesweiter Medienbeachtung, riesige Erwartungen, ein angeblich grandioser Markt - und dann nach ein paar Wochen: Zu hohe Kosten, Entlassungen, Change of Business Model, Sonderrabatte wegen schlechter Umsätze, aufschreiende Aktionäre...
Ich wusste es ja schon immer: Zwischen Babystrich und nicht vorhandenen Parkplätzen kann das nicht gut gehen, noch dazu, wenn man glaubt, dass es im Slum Berlin sowas wie ein gehobenes Publikum gibt. Aber offensichtlich gab es auch ganz normale schwere Managementfehler: Zu hohe Baukosten, das Ding war noch nicht fertig, als es eröffnet wurde, die Anlage taugte nichts.

10 Millionen haben sie, und einen auf 25 Jahre angelegten Mietvertrag. Da wurde schon einiges verbrannt, die Burn Rate beim kleinen Rest ist sicher nicht gering - ich glaube ja nicht, dass es bei Goya dieses Jahr noch ein anderes Highlight gibt als die mdialen Zeichnungen über den Schrecken des Aktionärskrieges.

Nebenbei - damit ist auch bewiesen, dass die Leute immer noch jeden Krempel kaufen, der ihnen vorgeflüstert wird, von der Johurnaille.





Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Nix Journaille (reinerwein)
Die Erklärung ist viel einfacher: Gier frisst Hirn

Zudem wollte sich bestimmt der ein oder andere Aktionär nochmal jung fühlen und hat daher in einen Club (früher hiess das Tanzlokal) investiert. Das ist quasi die Fortsetzung von Basecap und Porsche
Die Zeit der "Edelclubs" ist seit 5 Jahren vorüber (Schreck 2.0)
Don, Hand auf Herz, warst du in den letzten 5 Jahren im Parkcafé? Mit der New Economy ging auch eines der letzten der Überbleibsel der 80er Jahre unter: die "Edeldisse".
Na gut, im unerträglichen "oanser" treiben sich noch Fußballer und deren Proletenbagage samt EBE-Hühnern rum, wohl weil es sonst keinen Ort in München gibt, in dem sie unter ihresgleichen sind.
Endgültig vorbei sind die Zeiten, in denen "man" sich traf um unter vielen anderen Menschen zu tanzen/saufen etc. Mit der Krise kam der Rückzug ins private. "Man" trifft sich wieder daheim, feiert im kleineren Kreis. "Man" geht auch sporadisch weg, aber es folgt keinem festgeleten Ritual wie einst. Und die Gruppen beschränken sich auf max. 3-4 Personen.
Es liegt sicher nicht am Geld - die höheren Kreise verfügen darüber immer noch zur Genüge - dass die "Edeldissen" nicht mehr besucht wurden. Wohl hat es mit den musikalischen Umwälzungen der letzten 6 Jahre zu tun: der Krise der Clubmusik nach dem Vorbild der 70's Disco (vor allem House) und dem Ohrenmonopol des sog. R'n'B/Hip-Hop (im Grunde aber doch nur Pop neuer Machart). "Sie" fühlen sich in dieser Umwelt nicht wohl und meiden sie. Die zahlungskräftigen Schichten bleiben den Clubs damit fern.
Aus dieser Perspektive kommt das Goya in Berlin ca. 10 Jahre zu spät. Zugegeben, ich kenne die berliner Clublandschaft zu schlecht, um beurteilen zu können, ob ein solcher Club hätte rentabel betrieben werden können. Aber mein Gefühl sagt mir, dass da Leute am Werk waren, die von der "Szene" nicht viel Ahnung gehbt haben müssen.
Edel geht die Welt zugrunde (FoolDC)
Berlin und seine Edeldissen. Oder Clubs, wie die noblen Tanzschuppenbesitzer gerne sagen. Und dabei verkennen, dass ein Club in der Alltagsvorstellung auch nur durchschnittlich hipper Großstadtbewohner weniger mit neobarockem Pomp zu tun hat.

Die Liste der Edelkatastrophen in der Hauptstadt ist lang. Das Rive Gauche wurde nach frühzeitigem Ableben zur Diva; beide Läden sind Geschichte. Adagio, die Location für reiche Rock-Renter, gibt es wohl noch. Allein der Potsdamer Platz hat in den letzten Jahren Schuppen wie das Blu, Dorian Gray und DC3 kommen und schnell wieder sterben sehen - alle an einer Location. Jetzt versucht sich dort der Besitzer einer Marzahner Vorstadtdisse mit einem Mischkonzept namens "Showtime".

Exemplarisch der neue Schicki-Schuppen unter dem Adlon, das Felix. Höhere Töchter mit mehr Geld als Verstand lassen sich von lüsternen Bankern zum Schampus einladen und langweilen sich bei einer Musikauswahl, die zwischen Depeche Mode und den Weather Girls oszilliert. Das beweist, dass man Stil nicht kaufen kann -- und Hipness noch weniger. Auch nicht als Goya-Aktionär.

Und es beweist, dass die Edeldissenchefs es nicht begreifen wollen. Wer Geld hat, ein bisschen Grütze im Kopf und Spaß haben will, geht in der Großstadt in die "angesagten" Läden, wo er auf Halbpromis aus GZSZ oder ein paar Fuzzis aus der Musikindustrie trifft. Edelclubs sind nur die Luxusausgabe der dröhnenden Großraumdiscos, wie man sie in den Gewerbegebieten mittelgroßer Provinzstädte findet. Eine Großstadt braucht keine von beiden.


Re: (Dr. Dean)
Scheint ein typisch Konzept nach dem Muster "große Fresse nichts dahinter" gewesen zu sein. Etwas Bodenständigkeit hätte sicher nicht geschadet. Wer im wirtschaftlich darbenden Berlin glaubt, er könne bei 10 EUR Eintritt trotz aller Konkurrenz jedes Wochenende 3000 Gäste anziehen, der kennt die Stadt nicht, in der er seinen Club betreibt.

Es war ein Irrglaube zu meinen, dass das Goya automatisch so spannend sei, dass es die Massen faszinieren könnte. Warum sollte es? Nicht einmal die Aktionäre finden es spannend. Weil irgendwo auf der Welt ähnliche Konzepte funktionieren, heißt das noch nicht, dass es nach Berlin passt. Sie hätten ihr Goya in München oder Frankfurt eröffnen sollen. Ein Drittel so groß - und dafür erfolgreich.
Re: Goya // München (nightrunner)
Selbst hier hätten die damit keine Chance mehr.

Leute aus dem hohen Management sind hier fast durchweg ein wenig Älter und nicht mehr typische Clubgänger. Ausserdem warum sollte man sich in sonen Laden pressen wenns in der City eh keine Parkplätze gibt geschweige denn n wirklichen Club. Abgeliefert wird man da von nem Taxifahrer der sich 5 mal verfahren hat ("habbän du gesacht 'plinganserstrasse',.. hey ich schwör") und einen mit einem freundlichen "fumf-fumfufmfumfcisch" dort irgendwo absetzt.

Die meisten Dissen die sich hier mit "Szene" "Promi" "Society" etc. betitelten wurden maximal vom mittleren Management angelaufen und wurden damit entsprechend Ihren Ansprüchen nicht mehr gerecht. Wer als Promi oder aus Chefetagen mag ausgehen und dort die gleichen (man entschuldige den Ausdruck) Hackfressen sehen die man schon den ganzen Tag am Hals hatte (seis C-Klasse Komparse oder mittelmässiger IT_Consultant) Grad dieses "mittlerem Management" hat sich hierzulande totconsultiert und ist dahin in die republik zurückgeschwappt wos herkam, dementsprechend brachen die schlechten zeiten für "Exclusive" (ich würd sagen unverschämt überteuerte) Clubs an.

Der VIP-Status is nix mehr wert und wird einem fast überall nachgeschmissen wenn man genug Geld dalässt, dementsprechend hat jeder 3.Klassige Quartalssäufer nach 2 Montaen seine VIP-Karte und darf sich wichtig fühlen. Wirkliche Persönlichkeiten gibtes hier sowieso nicht mehr und wenn dann werden sie unverschämt zur Kasse gebeten weil der Türsteher oder die Kassenaushilfskraft kein deutsch verstehen oder generell keinen Plan haben. Die Qualität an Programm und Personal sind bescheiden und die meisten Discotheken, Clubs etc finden sich irgendwo auf einen Haufen geballt und vom gleichen Betreiber/Vermieter/Organisator bewirtschaftet, es lebe das allnächtliche Einerlei.

Ich persönlich kann verstehen warum es keine wirklichen Clubs mehr gibt und schon garnichtmehr in München.
Da lob´ich mir doch Fasching,Karneval,Fasnet... (underdog)
sauberes, ehrliches Besäufnis, Gegröle...und Stand-Up-Vögeln unter der Kutte. Denkt dran, die Narretei läuft gerade zur Hochform auf, macht euch locker und lasst den Jecken mal raushängen. Edel-"Dissen"? Schmeckt nach Edel-Tussen. Tssssssssssss.......




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