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18:04 Donnerstag, 02. Februar 2006
Der Telekommunikations-Zwerg Versatel würde nach der x-ten Restrukturierung und neuerlichem "Heuschrecken"-Befall durch die Fusion mit Tropoly endlich mal aus der Regionalliga aufsteigen, um satte Geschäfte zu machen. Gerne auch zu Lasten des Betriebsfriedens. Unterdessen gibt´s jedoch ganz andere Schlagzeilen über den Internet- und Festnetzbetreiber: Massive Mobbing-Vorwürfe und getürkte Kundenaufträge.
Das Stuttgarter Arbeitsgericht ist schwer beschäftigt, wenn es um Mitarbeiter von Versatel geht. Negatives Musterbeispiel ist ein 40jähriger Vertriebsmann. Der Gütetermin beim Arbeitsgericht ist Mitte Januar zwar geplatzt, doch bis zur Hauptverhandlung im Sommer wollen die Streithähne mit schwerem Geschütz auffahren. zum Prozess.
Wie die Stuttgarter Nachrichten am 23. Januar berichtet haben, klagt der Vertriebsbeauftragte Simon D. unter anderem auf 35 000 Euro Schmerzensgeld und 87 000 Euro Schadenersatz wegen Verdienstausfalls. "Es geht nicht zuvorderst um Geld", betont er. "Ich will solche Machenschaften stoppen." Er kämpfe aber auch um seine Glaubwürdigkeit. In einer 350-seitigen Dokumentation und vielen weiteren Papieren hat er die "psychische Vergewaltigung", wie er sagt, akribisch zusammengetragen. Das Schreiben war ihm Beweissicherung und Therapie. Die Liste der von Simon D. als Mobbing bezeichneten Handlungen umfasst über 90 Fälle. Er wirft der Firma und einem Personalleiter Beleidigungen, massive Benachteiligung in Arbeitsabläufen, Zuweisung von stumpfsinnigen Tätigkeiten oder das Drängen auf einen schlechteren Arbeitsvertrag vor. "Man hat systematisch versucht, meinen Mandanten aus der Firma zu ekeln", sagt sein Anwalt, Hans-Jürgen Marx. Der 40jährige hat nunmehr eine "Anti-Diskriminierung/Anti-Mobbing"-Initiative aus der Taufe gehoben, kurz ADAM, die Website ist im Aufbau. Zu finden unter www.ADAM-Stiftung.de Vor dem Stuttgarter Amtsgericht ist indes ein Provisionsbetrugsverfahren anhängig, das Akteure einer Vetriebspartnerfirma von Versatel auf die Anklagebank bringt. Furia Systems, erst für Arcor unterwegs, dann für Versatel, soll von 419 Verträgen 375 getürkt haben. Rund 18000 Euro Provision sollen zu Unrecht kassiert worden sein. Am ersten Verhandlungstag bekannte ein Versatel-Berater im Zeugenstand wörtlich, "in der Vertriebsbranche ist sehr viel Lug und Trug im Spiel." Quelle: http://www.adam-stiftung.de
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