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09:24 Donnerstag, 26. Januar 2006
Irgendjemand hat mir mal den Newsletter von silicon.de abonniert - ich war's wirklich nicht selber! Da sie manchmal interessante Sachen schreiben, habe ich ihn nicht wieder abbestellt. Doch was finde ich heute früh? Eine Meldung, daß Lotus Notes jetzt auch IM und Social Networking kann - das ganze übliche Web 2.0 Zeugs. Ich konnte mir nicht verkneifen, das nicht so gut zu finden, und schickte eine Mail zu dem Thema an eine meiner Lieblings-Klatschbasen.
Daraufhin wußte die Klatschbase freuding zu berichten, daß IBM es auf bemerkenswerte Art und Weise verstanden hat, sich seines alten Ballast zu entledigen (bis vielleicht auf Lotus Notes, das man dort aber auch immer mehr zu hassen beginnt) und sich den Zeichen der Zeit stellt. Im Klartext, man erkennt halt bei all dem Open-Source-Input, dass Notes ein hoffnungsloser Fall ist. Die Stimmung um Notes sei alles andere als toll: Unternehmen wollen es nicht mehr wirklich und tauschen es gerne gegen eine der Open-Source-Exchange-Server Alternativen aus, die IBM auch im Angebot hat.
Ah ja, sagt sich da der getrocknere Altägypter. Jetzt wird langsam klar, warum dann frage ich mich aber doch, warum gerade Notes jetzt plötzlich erklärt, das Rad erfunden zu haben, und praktizieren will, was ich seit Jahren selbstverständlich in meiner Freizeit tue, nämlich die Echtzeit-kooperation über IM und 'social networking'? Sicherlich denkt die verbliebene Pro-Notes-Fraktion bei IBM, damit können sie ihren armen kranken Dinosaurier noch retten. Häng ihm einfach ein Web 2.0-Lätzchen um, schon ist er wieder jedermanns Lieblingsbaby. Wir ham's erfunden - nich die Schweizer, Verzeihung, die Blauen. Wir, die Freaks und Lästermäuler, Blogger, Fans und Online-Schreiberlinge von eigenen Gnaden. Jetzt wollen die jungdynamischen Kotzbrocken in den Firmen ihre tollen Presseerklärungen und Business-Pläne auch schreiben, indem sie writely verwenden und nebenbei in einem IM-Fenster immer tag-tag-tag sagen? Fällt aus wegen ist nicht. Richtiges Social Networking lebt von einer Art Open-Source-Meritokratie: wer am meisten beiträgt, ist am angesehensten und bekommt die meisten Antworten/Kommentare/Kooperationsangebote. Ist ja auch hier so. Es entwickelt sich einer Parallelhierarchie aus natürlichen hub nodes, und das kann keinem Firmenchef recht sein. Die wollen nämlich die Kontrolle behalten. Kosten sparen. Nein, da können die armen Notes-vetreter noch so sehr mit Buzzwords um sich schmeißen, ich kann mir sehr gut vorstellen, meine Klatschbase hat recht und Notes ist hin. Schaun mer mal. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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