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22:01 Dienstag, 07. September 2004
Dass ein paar Köpfe rollen würden war ihnen allen klar. Doch irgendwie dachten sie dabei an chirurgische, saubere Schnitte. Kein Blut. Sie würden es gar richtig merken. Außer denen, die wegoperiert werden vielleicht. Niemand hatte sie auf dieses Massaker vorbereitet. Von den 108 festen Mitarbeitern, die im Zweiwochen-Rhythmus die "TV Today" auf den - sagen wir mal unübersichtlichen - Markt der Fernsehzeitungen schmeißen, werden 68 freigestellt.
Gefeuert. Rausgeschmissen. Auf die Straße gesetzt. An die Wand… ach nee, das darf man ja hier mit Journalisten nicht mehr. Aber bei dem Arbeitsmarkt für Schmierfinken kommt das wohl auf's Gleiche raus.
Es bleiben also noch 30 übrig. Die sollen dann aber nicht das Programm machen, das wird nämlich outgesourced. Und wenn der Stern sich sein TV-Hefterl dann auch noch woanders buntmachen lässt, wird's erst so richtig finster. Jetzt mal ehrlich: Um in Quark ein paar PR-Texte rumzuschieben braucht man nicht mal 30 Leute. Zwei biegsame Praktikantinnen, die die jeweils aktuellen Beyonce-Bilder retuschieren, tun es da auch. Ein bisschen Koks noch für die zwei frustrierten Ex-Tempo-Jungs, damit sie die letzte Seite schreiben, wenn sie nicht an ihren Blogs sitzen. Neu-Verleger (und vermutlich Burda-Strohmann) Hans-Georg Barlach hatte die G+J-Fernsehpostille "TV Today" zusammen mit der "MoPo" jüngst vom schöselnden Hamburger Großverlach übernommen. Und Kreide gefressen. Denn die verständliche Unruhe in der Belegschaft wollte die neue Leitung wohl nicht weiter anheizen. Die Welt formuliert das diskret so: "Die jetzt anstehende Entlassungswelle" sei "in bisherigen Barlach-Äußerungen zu diesem Thema so nur schwer herauszuhören" gewesen. Böse Zungen sprechen das anders aus. Mitarbeiter vermuten jetzt, das ganze sei schon beim Gruner-Deal abgekartet gewesen. Also vielleicht so: Barlach kauft von Gruner mit Burdas Kröten die kränkelnde Hörzu für Jüngere und macht sie für Burda mundgerecht. Die haben bestimmt Recht, die Mitarbeiter. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Re: TV Today, Dead Tomorrow. (Maxxximus)
An dieser Stelle muss noch mal an den legendären Ex-Bundesgrenzschützer, Chef-Redakteur und Chef-Plagiator Andreas Schmidt erinnert werden, auf dessen Konto dieses ganze Desaster eigentlich geht. Wir erinnern uns: Nachdem er den Jungs am Hamburger Baumwall erst "TV Today" und das ebenso glücklose Magazin "http://www.manager-magazin.de/ebusiness/artikel/0,2828,194332,00.html"> Online Today [www.manager-magazin.de]" aufgeschwatzt hatte, zog er weiter zu AOL und verbrannte dort mit der Boris "Bin ich schon drin?" Becker-Kampagne kräftig Geld. Danach machte er noch einmal von sich reden, indem er Bertelsmann zum Einstieg bei Napster überredete, aber dieser Schuss ging bekanntlich ebenfalls hinten los. Am Ende wurde Schmidt selbst von Thomas Middelhoff wegen der http://www.manager-magazin.de/koepfe/artikel/0,2828,170059,00.html"> Limousinen-Affäre [www.manager-magazin.de] rausgekegelt. Jetzt sitzt er satt und bräsig in den USA, und da wird er wohl auch bleiben. Requiescat in Pace.
Re: TV Today, Dead Tomorrow. (hellblau)
waren das nicht die Alt-Abonnenten der einzigen DDR-Programmzeitschrift ? Aber die sollen ja driben inzwischen auch Internet haben und so.
Re: TV Today, Dead Tomorrow. (Maxxximus)
Der Hinweis auf "FF dabei" ist berechtigt. Dazu ein Auszug aus der "Berliner Zeitung" vom 16.02.1996:
"F.F. dabei" stellt ihr Erscheinen ein Die zuletzt nur noch 340 000 Abonnenten erhalten automatisch "TV-Today" - ergänzt um eine Beilage mit FF-Glanzlichtern Die Fernsehzeitschrift "F.F. dabei" hat gestern ihr Erscheinen eingestellt. Die Belieferungsrechte für die 340 000 Abonnenten von den zuletzt 470 000 verkauften Exemplaren hat die Hamburger Fernsehillustrierte "TV Today" übernommen. "Alle Abonnenten der ,F.F. dabei` bekommen nun automatisch unser Produkt", berichtete Rolf Wickmann vom Gruner + Jahr-Vorstand. "Und zwar deutlich billiger." Der Preis für die 14tägig erscheinende "TV Today" wird ab der aktuellen Ausgabe von bislang 2,30 Mark auf eine Mark gesenkt. "Außerdem haben wir für unsere neuen Leser einiges von der ,F.F. dabei` übernommen", verspricht Rolf Wickmann. So wird das Radioprogramm der "F.F. dabei" künftig der "TV Today" als Beilage zugefügt und auf 32 farbige Seiten erweitert. Auch die beliebte Fernsehkolumne der "Müllerin" sowie die "Pinnwand" des Chefredakteurs Alfred Wagner bleiben den Lesern erhalten. Die Stimmung unter den 12 festangestellten Redakteuren sei gedrückt, berichtete der Alfred Wagner. "Am Mittwoch um 17 Uhr mußte ich erstmal allen kündigen." Für die Beilage werde dann aber eine kleine Mannschaft weiterhin in Berlin arbeiten. "Mit den 14 Seiten Radioprogramm, fünf Seiten Berliner Fernsehen und den beliebten Rätselseiten hoffen wir, daß unsere Leser auch weiterhin zu uns halten." |
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