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Gecco.net Kein DCT-'Sautod'-Blasen für Günter Rexrodt!
FINAL Gecco.net von noergler

15:50 Donnerstag, 19. August 2004

So leicht erschüttert den Nörgler nichts. Gerade die Ekelschwelle liegt – durch Kampfkotzen mit Uso-Maier – denkbar hoch. Doch als mich eine Mail von Sentinel kettensaege erreicht, bin ich angewidert und empört.
Kettensäge will, daß DCT anläßlich des Todes von Günter Rexrodt das waidmännische "Sautod" als Audio-File auf die Eins stellt. Weiterhin erklärt ks, ich zitiere mit Abscheu: "Nachdem Franzi und Ulli noch als Pornopaar knapp ausreichen würden und unsere Hockeyfotzen die holl. Wohnwagenschlampen (die trauen sich ja was nach grad mal 50 Jahren) nicht in den Griff kriegen, endlich mal ein gute Nachricht. Die schlechte: von diesen Schweinen kriecht ja immer wieder Nachwuchs aus dem Koben."
Das wird noch schlimmer, ich mag das niemandem zumuten. Doch was zunächst nur wie eine singuläre Entgleisung aussieht, scheint allgemeine Tendenz: Günter Rexrodt, an dessen Eigenschaft, ein ehrenwerten Mann zu sein, gerade DCT nie Zweifel hatte, ist anlässlich seines Todes unglaublichen öffentlichen Schmähungen ausgesetzt.

Nun sind wir gefragt, uns mutig zwischen sein Grab und dessen Schänder zu werfen!

Pfui, Hans-Dietrich Genscher!
"Er habe sich durch einen klaren Weg, Entschiedenheit und Verlässlichkeit ausgezeichnet, betonte Genscher", meldet Spiegel Online. Entschiedenheit und Verlässlichkeit? Das ist, wie wenn ein Arbeitgeber ins Arbeitszeugnis schreibt "Er war stets pünktlich." Das ist der Geheimcode und es ist vernichtend. Indem eine Selbstverständlichkeit besonders betont wird, gibt man zu erkennen, daß mit dem Mitarbeiter sonst nichts los war.
Wir sagen "Pfui!" zum Totenschänder Genscher!

Pfui, Angela Merkel!
In die gleiche Kerbe haut das Merkel, dem Promi-Friseur Walz gerade zu einer Kopftransplantation geraten hat. Sie nennt Rexrodt "einen unglaublich zuverlässigen, sympathischen Kollegen." Im Klartext: ein lahmarschiger, unflexibler Minderleister, der immer leicht auszurechen und daher als politischer Konkurrent nicht ernstzunehmen war.
Wir sagen Pfui! "Frau" Merkel!

Pfui, Spiegel Online!
"… Allerdings gab es Komplikationen bei der Operation. Rexrodt konnte nicht sprechen…" Das konnte er noch nie, und es ist daher geschmacklos, einem Schwerkranken, ja sogar Toten als Schwäche vorzurechnen, was doch immer schon seine Eigenschaft war.
Wir sagen "Pfui!" zum Spiegel!

Pfui, Bundespräsident Horst Köhler!
Rexrodts Ziel sei die "freie Gesellschaft mündiger Bürger" gewesen, sagt Köhler, als sei der Verstorbene ein linksradikaler Systemfeind, der behauptete, unsere Gesellschaft sei nicht frei und die Bürger nicht mündig, weswegen dies als erst noch zu erreichendes Ziel zu formulieren wäre. Pfui, Herr Bundespräsident!

Pfui, mailer-daemon!
Hier der Text. Er spricht für sich:

**************************************************************************

http://www.dotcomtod.com/modules.php?name=News&file=article&sid=4474

Gecco.net unter Insolvenzverwaltung, Aufsichtsrat: FDP-Spitzenkandidat Rexrodt
FINAL von mailer-daemon am 10.10.2001 (1038 mal gelesen)

Peinlich, peinlich, was ich Euch heute zu berichten habe. Hier die Beteiligten der üblen Schmierenkomödie:

Startup: Gecco.net AG (machen was mit Telekom)
Aufsichtsrat: Günter Rexrodt ("Mister Wirtschaft", Eigenbezeichnung)
Ex-CEO: Jan Burdinski (ehem.FDP-Sprecher)
VC-Geber: IVC
Gründer: FDP-Mitglieder
Vorübergehender Firmensitz: Haus der FDP

Berlin am Tag elf vor den Wahlen zum Abgeordnetenhaus: Auf tausenden Riesenplakaten überall in der Stadt biedert sich ein abgehalfterter Ex-Bundeswirtschaftsminister namens Günter Rexrodt (FDP) groß und breit als "Mister Wirtschaft" beim Wählervolk an. "Mister Wirtschaft statt Misswirtschaft" grinst er die Passanten feist von seinen Werbeflächen an. Dieser Mann scheint einiges von Wirtschaft zu verstehen, denkt der Optimist.

Tut er auch, war er doch von Dezember 99 bis kurz vor dem Insolvenzantrag der Vorsitzende des Aufsichtsrats beim Telekom-Startup Gecco.net AG. Kurz vor dem Gang zum Amtsgericht hat sich der feine Herr Rexrodt aus dem Staub gemacht und den Aufsichtsratsposten niedergelgt, damit seine schmuddelige Weste nicht noch fleckiger wird. "Die Firma braucht in schwierigen Zeiten jemanden, der führen kann, das ist für mich im Berliner Wahlkampf nicht machbar..." So kann man's natürlich auch formulieren.

Der Berliner FDP-Vorsitzende Rexrodt habe nach eigenen Angaben den drei Gründern nur helfen wollen, von denen zwei oder auch drei FDP-Mitglieder sind. FDP-Filz? Die Gecco.net AG hatte zunächst sogar ihren Unternehmenssitz im "Haus der FDP" in Berlin-Mitte. FDP-Sumpf?

"Der inzwischen entlassene Gecco.net-Boss Jan Burdinski war von 1996 bis 1998 Sprecher des Berliner FDP-Landesverbandes." (Zitat Berliner Morgenpost 10.10.2001) Und: "Der 60-jährige Günter Rexrodt sitzt auch im Vorstand der PR- und Lobbying-Agentur WPM-Eurocom. Weiterhin wirkt er in einem Dutzend Aufsichtsräten größerer und kleinerer Firmen." Au weia...

Quelle: Berliner Morgenpost Printausgabe von heute (der Artikel steht nicht in der Online-Ausgabe)

****************************************************************************

Diese gehässigen Zeilen waren es wohl, die Günter Rexrodt, den Entschiedenen und Verlässlichen, letztlich ins Grab brachten.
Und jetzt, mailer-daemon? Jetzt ist es zu spät, jetzt hilft kein "Hätte ich doch damals nicht diesen Boo ..", kein "Das habe ich nicht gewollt"! Ja, weine nur! Leide! Brich zusammen an seinem Grab!

Noch ein Zitat aus der widerwärtigen Mail von kettensaege:

"Kraus sagt mal, 'die Schufte, die man nicht abschaffen kann, zu ärgern, ist auch ein ethischer Zweck.' Naja, manchmal werden sie doch abgeschafft."

Ekelhaft, einfach nur ekelhaft.





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Re: Kein DCT-'Sautod'-Blasen für Günter Rexrodt! (ZaphodB)
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Re: Kein DCT-'Sautod'-Blasen für Günter Rexrodt! (hockeystick)
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Re: Nützlicher Link aus gegebenen Anlass (UncleMeat)
Re: Nützlicher Link aus gegebenen Anlass (ZaphodB)
Re: Kein DCT-'Sautod'-Blasen für Günter Rexrodt! (badattitude)
Re: Kein DCT-'Sautod'-Blasen für Günter Rexrodt! (noergler)
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