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13:42 Freitag, 23. Juli 2004
Der nicht ganz 100%ig geglückte Börsengang des nicht wirklich durchgängig von den Medien rektal bekrochenen Medizin-Startups Epigenomics hat jetzt folgen. Weil die Speichellecker der Medien sich bei der New Economy was eingefangen haben und diesmal lieber keinen potentiellen Future Flop hochjubeln wollten, denkt der Laden tränenreich über Auswanderung nach.
In Heises Technology Review entblödet sich der Chef des Ladens denn auch nicht, folgendes zu verbreiten: "Wenn [...] suggeriert wird, dass es eine Dreistigkeit ist, als verlustbringendes Unternehmen an die Börse zu gehen, dann hat die Wirtschaftspresse nicht verstanden, wie dieser Wirtschaftszweig funktioniert". Da täuscht er sich: Die Presse hat inzwischen genau bverstanden, was aus Firmen wird, die sich ihre vierte VC-Runde an der Börse holen und keine Garantie geben können, dass sie jemals ein erfolgreiches Produkt haben.
Vielleicht meint er aber auch den Wirtschaftszweig Glücksspiel? na denn auf nach Las Vegas! Nach all den bösen geschichten und den verbilligt abgegebenen Aktien - und in der Folge geringerem Reibach der Gründer - denken sie darüber nach, nach Amerika zu gehen. Wohoo! Das nenne ich mal richtig cooles Investor Relationship Management! Eine deutsche Aktie an den deutschen Markt bringen, dann verkrümelt sich die Firma ins lässige Ausland, wo man jeden Dreck mit links hinbilanzieren kann, verursacht damit hohe Kosten - sowas hört der Anleger gerne. Statt Forschung werden neue Büroräume in den USA finanziert. Klasse Geschäft, das, So sollen IPOs sein. Es geht also auch ohne Gewinnwarnung. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Re: Epigenomics mit neuem Geschäftsmodell: Heulbojenexport nach Amerika! (DonAlphonso)
Aktuell verliert der Laden fast 1 Prozent mit fallender Tendenz, und das Rekordtief ist nur noch 3 Cent entfernt...
Re: Epigenomics mit neuem Geschäftsmodell: Heulbojenexport nach Amerika! (vultur)
wahrscheinlich liest Epigenomics dotcomtod siehe mein Kommentar zur USA am 16.7.
vultur
Re: Epigenomics mit neuem Geschäftsmodell: Heulbojenexport nach Amerika! (UncleMeat)
Schell - schnellllllllllllllllll! http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2004-07/artikel-3658248.asp">
Da müssen positive Nachrichten her! Wobei ich finde, das Frau Hörrlein nicht ganz falsch liegt!
Re: Epigenomics mit neuem Geschäftsmodell: Heulbojenexport nach Amerika! (biofuzzy)
Nicht ganz falsch, aber das Problem liegt (nach meiner beschiedenen Meinung) wo ganz anders:
das langsame Eindringen der Molekularbiologie in die Medizin zeigt uns, dass das, was ein Mediziner als Krankheit definiert hat ungefähr so präzise ist wie die Beschreibung der Blondine:"mein Auto macht so komische Geräusche". Soll heißen, leider ist (wie immer) alles viel komplizierter als gedacht und die meisten Krankheiten sind, molekular gesehen, ein Haufen unterschiedlichster Mechanismen mit ähnlichen Resultaten. Im Ergebnis müßten also patienten(gruppen)spezifische Therapeutika entwickelt werden. Nur das widerspricht allen Prüfmechanismen der klinischen Forschung. Eine Individualtherapie läßt sich statistisch nicht ausmessen. So lange sich an dieser Sichtweise von "Behandlungserfolg" nichts ändert, werden gute theoretische Ansätze (wiewohl die meisten erst noch ein paar Jahre in der Uni bebrütet werden sollten) reihenweise zu Firmen werden, die mit hohem Risiko fahren. Was nun Herrn Olek und sein "Oh wie schön ist Panama"* angeht: GEH DOCH RÜBER, du beleidigte Schnalle! *Das verstehen jetzt wieder nur die Familienväter unter uns.
Re: Epigenomics mit neuem Geschäftsmodell: Heulbojenexport nach Amerika! (UncleMeat)
Ja - früher war eben alles leichter! Für fast alle Wehwehchen gab es da mal einen Aderlass (Wehwehchen weg, Patient tot). Nach der Alchemie kam dann die Chemie. Ziel, möglichst viele verschieden Substanzen erzeugen, vielleicht taugt eines ja zufällig als Mediakment (Contergan von Grünenthal)? Dem zuweilen sinnlosen Treiben rückten dann die Biochemiker zu Leibe. Mit der Erkenntnis die Biofuzzy richtig beschreibt. Im Wirrwar der tausendundeines Wirkungsmechanismen, kann jedes Hebelchen oder Zahnrädchen eine Ursache sein, oder eben auch nicht. Bei Klinischen Studien schneiden - sehr zum Ärger ihrer Planer - nicht selten das Placebo besser ab, als das eigentliche Medikament.
Ach ja - und der Alexander ist einfach ein bischen Sauer....und wenn er rübergeht, dann doch nicht nach Panama. Dann vielleicht doch lieber nach Argentinien, wo er lange Jahre gelebt hat. Oh - gab es da nicht so etwas wie eine Art Staatsinsolvenz?
Re: Epigenomics mit neuem Geschäftsmodell: Heulbojenexport nach Amerika! (UncleMeat)
...ach ja, fast noch was vergessen, die Mediziner nämlich. Zumindest in Deutschland macht man sich jetzt endlich Gedanken die Erlangung des Dr. med. so zu gestalten, dass die Anforderungen zumindest den wissenschaftlichen Niveau einer Diplomprüfung in den Naturwissenschaftlichen entspricht.
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