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23:51 Mittwoch, 21. Juli 2004
Elwe Lehrsysteme ist ein traditionsreiches Unternehmen, das von Mechatronik über Gebäude-Systemtechnik bis zu Autoelekttronik die verschiedensten Bereiche im Portfolio hat, die ein Gemischtladen-Systemhaus eben so anbieten kann. Wie der Name sagt, steht neben der Aufgabe des Service-Providers vor allem die Schulung im Vordergrund. Mit Niederlassungen in Belgien, Frankreich, Holland, Österreich, Schweiz, Spanien und Thailand war das in dem Dorf Cremlingen-Schandelah beheimatete Unternehmen fast ein Global Player im Kleinformat.
Das konnte aber die seit dem Ende des Hypes weggebrochene Kundennachfrage nicht ausgleichen. Nun ist Elwe insolvent, und der mir persönlich bekannte Braunschweiger Star-Insolvenzverwalter Ebeling saniert den Laden mit harter Hand. Schon sind alle Immobilien verkauft, un kommt der nächste Schritt: Die Belegschaft, zum jetzigen Zeitpunkt noch 60 Leute, wird zu einem Essen eingeladen. Gedeckt ist für 30, die Hälfte wird rausgeschmissen und, während die anderen Mitarbeiter zu Tisch gebeten werden, über den Rauswurf informiert. Klasse Geste, wirklich.
Ich fahre los auf die A2. Am Freitag hatte es einen schweren Unfall gegeben, einem LKW waren während der Kollision mit einer Brücke die Tanks explodiert, und die Druckwelle hatte die Stahlarmierung ausc dem Beton getrieben. Eine dieser neumodischen Spannbetonbrücken halt, die nichts aushalten, sozusagen das architektonische Äquivalent der New Economy. Da Braunschweig nun weiträumig umfahren wird, ist die A2 wie leergefegt. Ich gönne mir eine Spritztour, will testen, was der V6 so schafft. Ich trete durch, Bleifuß, Motorengesang. Die Tachonadel bleibt auf 240 stehen. In diesem Augenblick komt hinter mir einer angeschossen, der eben noch hinter dem Horizont war, und jetzt fährt er so dicht auf, dass ich sein Nummernschild nicht mehr im Rückspiegel sehe. "Der fährt wie der Teufel," denke ich und ziehe rechts rüber. Der schwarz-rote Bugatti rast weiter. Jetzt erst sehe ich das Nummernschild: HE LL 666. Wo der wohl hinwill? Quelle: insider
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