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Bosch - Car Multimedia Makekoshi fuers Internet von Boschi
INSIDER Bosch - Car Multimedia von schwererausnahmefehl

12:17 Samstag, 05. Juni 2004

Unter Makekoshi verstehen japanische Sumokämpfer einen unterdurchschnittlichen Abschluss ihrer Kampfbilanz, wenn sie während eines Turniers mehr Kämpfe verloren, als gewonnen haben. Im Gegensatz dazu deutet ein Kashikoshi auf eine mehrheitlich positive Bilanz, die freilich schwierig zu erreichen ist, besonders wenn man es mit guten Gegnern aus den sog. Sanyaku-Rängen zu tun hat.
Diese leidvolle Erfahrung macht derzeit Bosch Informationssysteme, eine ausgelagerte IT-Abteilung des Boschkonzerns im hessischen Frankfurt und Abkömnmling der Gruppe "Car Multimedia".

Nun gibt es im fernen Japan nicht nur Wettkämpfe um Sumoehrenpreise, sondern auch einen Wettstreit bei der Installation von Industrieapplikationen und Informationsinfrastruktur und die beteiligten Kämpfer sind indes nicht minder schwergewichtig- im Gegenteil:

Keine gringeren als Sony, Mitsubishi aber auch die deutschen Firmen Siemens und Bosch ringen derzeit um die Aufträge im eng umkämpften Markt der Informationstechniken und streben dabei vor allem um repräsentative Aufträge, welche die Tore zu weiteren Geschäften aufstossen kann, aehnlich wie ein errungener Kimboshi (Ehrenpreis) beim Sumo. Während es sich Siemens bei den Schlitzaugen aber durch zahllose Fehlleistungen schon vielfach verscherzt hat und in der Wertschätzung sozusagen die Banzuke (Rangliste) nach unten gepurzelt ist, war Bosch zumindest bei einigen kürzlich erfolgten staatlichen Ausschreibungen noch im Rennen und machte sich grosse Hoffnungen. So sollten Japans Strassen, das Strom und Strassenbahnschienennetz durch moderne Technologien wie Internet-by-wire als Informationssystem genutzt werden. Alle Zügen und Strassenbahnen sollten ein einheitliches Kommunikationssystem erhalten, welches die vorhandenen Stromleitungen nutzt.

Bosch Informationssysteme gründete hierzu schon vor über einem Jahr eine eigene Abteilung, welche die Aufträge analysieren und aquirieren sollte. Bosch verfügt prinzipiell über das Knowhow, war man durch bei einigen bluetooth-Applikation im Automotivebereich (Fahrzeugsektor) dabei und durch eine sehr aehnliches Bundesbahnprojekt hat man auch das Fachknowhow in Sachen Bahn-IT. So war es auch gerechtfertigt, entsprechende Investitionen zu tätigen, Vorstudien anzufertigen und in zahllosen Geschäftsreisen die Kontakte zu knüpfen. Objektiv gesehen hatten Boschs IT-Experten also alle Karten, sich den heissgeliebten Bahnvernetzungsauftrag zu ergattern, doch im immer noch tradionalistisch geprägten Japan zählen eben nicht nur technisches KnowHow, sondern auch taktische und geschickte Verhandlungsführung - ganz genauso wie im ebenfalls traditionellen Sumo.

Was man bei den Japanern z.B. nicht sehen will, sind aufgetakelte, trampelhafte und überhebliche Deutsche, welche hemdsärmelig das Gefühlsleben der Geschäftspartner unberücksichtig lassend sich darauf beschränken, PowerPoint-Folien herunter zu rasseln und ansonsten locker daherreden. Kardinalsfehler der Europäer im Umgang mit Japanern: Den Gast mit dem Rücken zur Tür plazieren, ihn nicht Aussprechen lassen, bei unpassenden Gelegenheiten grinsen, und die zur Kurzmeditation und Gedankenfindung in Gesprächsrunden vereinzelt gezielt gesetzten Gesprächspausen rüde unterbrechen und die neue Handymelodie testen.

Schöner Mist eben, wenn die handynutzenden Neumanager von Bosch zwar ein Informatikdiplom besitzen, aber ansonsten nicht zu wissen scheinen, wie man sich beim Kunden benimmt. Mega-Out ist es inzwischen übrigens, japanische Besucher in deutsche Karaokebars zu schleppen und beim Konsum von nachgemachtem Billig-Sake zum Mitsingen zu nötigen. Da wundert es wenig, wenn des Tags die Nachricht aus Japan kommt, daß Bosch nun doch keine Bahnen informationsmässig verdrahten darf und sumotechnisch gesprochen, nun fürs erste zu den unterklassigen Kämpfern gehört. Während nun wohl auch die U30-Manager bei Bosch selbst werden zugeben müssen, daß ihre Kampfesqualität nur für die Leichtgewichtsklasse der Maegashira taugt, hat man in der Chefetage der Frankfurter Boschis reagiert und will nun künftige erfahrene Kräfte in die nächsten Gespräche schicken, sollte es nochmal welche geben irgendwann, irgendwo

Sayonara Boshi San





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