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Gruner und Jahr TODAY was yesterday
BOO Gruner und Jahr von Maxxximus

17:11 Samstag, 29. Mai 2004

Nun ist endlich das vollzogen, was seit über 5 Jahren zu erwarten war: Der Verlag hat die Konsequenzen aus seinem Scheitern mit TV Today gezogen und verkauft das Blatt - mitsamt dem ganzen Tochterverlag MVF.
Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht: Anfang der 90er Jahre machte in der Hamburger Medienwelt plötzlich ein Mann von sich reden, dessen Referenz vor allem in einer kurzen Karriere beim Bundesgrenzschutz bestand: Schmidt. Andreas Schmidt. Der hatte zwar vom Journalismus keine Ahnung, aber das war ja egal. Schliesslich war man jung und brauchte das Geld.

Also schwatzte er den G+J-Häuptlingen Schulte-Hillen und Wickmann ein neues Blatt auf, das "Deutschlands Medienmagazin Nr. 1" werden sollte: TV TODAY. Leider klappte das alles nicht so ganz. Nicht nur, dass die TODAY qualitativ enttäuschte, auch die Leser blieben weg und mit ihnen die Werbekunden.

Das hielt G+J allerdings nicht davon ab, Schmidt noch ein zweites Blatt machen zu lassen: Online TODAY. Kennt ihr nicht? Kein Wunder. Ist längst eingestellt.

TV TODAY wäre wohl ein ähnliches passiert, hätte man bei G+J nicht Angst vor dem Imageschaden gehabt. Außerdem brauchte Andreas Schmidt die "Verlagsgruppe Magazinverlag am Fleetrand" noch als Karriervehikel. Das klappte auch halbwegs, aber eben nicht ganz. Sein Wechsel zu AOL als Europachef brachte nicht den gewünschten Erfolg, dort hielt er sich nicht lange.

Der nächste Arbeitgeber hiess Bertelsmann, wo Schmidt vom großen Thomas Middelhoff als Leiter der eCommerce-Sparte engagiert wurde. Wenige Monate später durfte Schmidt wieder gehen, nachdem Middelhoff ihn bei der höchst unangessenen Benutzung einer Stretch-Limousine ertappt hatte, wie sie zu Show- und Filmstars paßt. Middelhoff selbst erwischte es im Anschluss: Rausschmiss wegen Größenwahn.

Jetzt hat G+J endlich den letzten notwendigen Schritt getan und sein eher peinliches Blatt TV TODAY verhökert. Käufer ist der Künstler-Enkel Barlach, dem G+J damals schon die Hamburger Morgenpost angedient hatte. Die Mannschaft zittert, und das mit Grund. Wie Barlach wieder in die schwarzen Zahlen kommen will, ist allen schleierhaft.





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