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18:44 Freitag, 21. Mai 2004
Mit der Finanzierung von trendy Großstadtmagazinen ist das so eine Sache. Nicht alle haben einen internationalen Rockstar im Rücken, der seine künstlerischen Ambitionen in Hochglanz auslebt und sich einen Hipster-Streichelzoo aus der Portokasse finanziert.
Da ist man schon froh, wenn ein großes Verlagshaus mit ein bisschen Geld und Logistik aushilft. Mitte-Nutten im Glück: "Qvest" hatte Zukunft.
Doch leider hieß der Verlag Gruner & Jahr. Die Hamburger möchten jetzt mit einigen ihrer 4C-Produkte nicht mehr so viel zu tun haben. Schon gar nicht mit Magazinen, die außer in Mitte niemand haben will. Auf die Beteiligungsoption an "Qvest", die mit der Anschubfinanzierung verbunden war, will Gruner jetzt verzichten. Tatort Hamburg: Über den "frischen Wind auf dem Magazin-Markt" will Ralf "brand eins" Grauel mit Florian "Monopol" Illies und Wolfram "Dr. Cicero" Weimer im Rahmen des "Hamburger Dialogs" plaudern. Doch der dritte Gast auf dem Podium lässt mal eben die Luft raus: "Qvest"-Herausgeber Constantin Rothenburg erklärt, dass sein Heftchen ohne Gruners Geld nicht mehr weiter kann. Sein ehemaliger Chefredakteur Marc Kayser hatte den faulen Braten offensichtlich schon gerochen und mit der fertigen #13 auch seine Kündigung eingereicht - aus rein persönlichen Gründen, wie es heißt. Statt neuem Chefredakteur vom "Stern" und Gruners "Schöner Wohnen"-Gruppe kann sich die Redaktion jetzt im Budget Lifestyle powered bei BA üben. Für die Trendfrisurträger in der Alten Schönhauser heißt es jetzt: Lang ausschlafen können und trotzdem rechtzeitig zur Happy Jobless Hour im Caras gestylt sein. Wenn das mal kein Trend wird. Mitte-Boys mit dem richtigen Riecher schnüffeln schon mal in den Redaktionräumen von Dummy, Deutsch und Monopol nach ersten Anzeichen der Verwesung. Vielleicht auch im Zoo. In Schönheit sterben. In Mitte sowieso. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Re: Letzte Nummer in Mitte: Schöner sterben mit Qvest (Lebemann)
Ist das deas erste Bluthusten der GerneGlossy-Magazine in Mitte ? Dort muss man sich ja schon auf die Füße treten vor lauter Style-Bleiwüsten.
Schade nur, das der Cicero, die druckgewordene Schleimspur der liebesdienrischen Polit-und Wirtschaftsgrößen-PR wohl am längsten durchhalten wird. Aber was sollte dort aus Menschen wie den Ressortleitern werden, die sich nicht entblöden ihre Freundin unter "Pseudo"-nym langweilige Glossen über die Verschiebung der 4th of July Feier der Ami-Botschaft schreiben zu lassen. Man kringelt sich dort auf dem Boden zusammen wie eine gekraulte Welpe, wenn das Kanzleramt zum bücklingenden Schröder-Artikel in der Nummer 1 anruft. Aber so einer ist ja auch Chefred bei der Bild geworden, da kann man sich schon eine Scheibe abschneiden. Leid täte es mir nur um den "Dummy". der ist denn doch irgendwie elegant. Und: das Carras hat es richtig gemacht mit den Happy-Hour-Schleuderpreisen Drinks. Der Inhaber war mal Consultant. Der kennt seine Zielgruppe.
Re: Letzte Nummer in Mitte: Schöner sterben mit Qvest (DonAlphonso)
Ich glaub, jetzt muss ich doch mal einen bösen Insider über Cicero schreiben. Wie es der Zufall will, ist einer meiner Neffen mit einem Freund von Ringier so, und von da verlautete, dass
- die verkaufszahlen der ersten Nummer schlechter als erwartet waren - die zweite Nummer mehr Anzeigen hätte brauchen können - es schon etwas Knatsch wegen der Qualität gab - eines der Stücke in Cicero wurde woanders schon abgelehnt - und Ringier in ein paar Monaten entscheiden will, wie es weitergeht. Ausserdem soll das jetzt erheblich mehr Profil angemahnt worden sein, aber bei den Sätzen, die die zahlen, kriegen die keine guten Leute. Nur hungrige Mittekritzkler.
Re: Letzte Nummer in Mitte: Schöner sterben mit Qvest (che2001)
Mehr haben sie auch nicht verdient. Frohes Verrecken!
Re: Letzte Nummer in Mitte: Schöner sterben mit Qvest (DonAlphonso)
Nana, von irgendwas müssen die doch leben. Die Rache der kleinen Schreiberlinge besteht darin, dass sie alten Krempel wiederverwerten. So schreibt Nikolaus Röttger sachen, die ich ziemlich ähnlich von ihm schon bei jetzt.de gelesen habe. Und für Barbara Bierach ist ihr "Beitrag" eine gute Gelegenheit für die Promotion ihrer Bücher.
So peinlich... Nein, ich habe nicht bezahlt. 7 Euro! Da bekomme ich hier im Wedding 4 Falafel oder zwei Pizzen mit Cola! Ich doch nicht. Nein, der Neffe, der wo mit einem Freund bei Ringier so ist, hat mich versorgt.
Re: Letzte Nummer in Mitte: Schöner sterben mit Qvest (che2001)
Von irgendwas müssen die leben... Dann können die auch Falafel austragen, ist ein anständiges Gewerbe.
Re: Letzte Nummer in Mitte: Schöner sterben mit Qvest (Tomahawk)
Schade eigentlich: Sie werden Deinen jovialen Wunsch nicht lesen können. Zumal diese "Hach!-wie-anspruchsvoll!"-Gazetten überwiegend von wohlstandsverwahrlosten Analphabeten gemacht und getragen werden -- deren Zahl, auch unverwahrlost, stetig zunimmt.
Re: Letzte Nummer in Mitte: Schöner sterben mit Qvest (Lebemann)
Der Cicero kriegt die nicht-hip-genugen Lohnschreiber die mit Florian und Amelie nicht dicke genug sind um ihre ranzige Hirnflüssigkeit in die "Monopol" ablassen zu dürfen. Denn die ist der heimliche feuchte Traum dieser Spezies Mensch.
Und sie hoffen, das Ringier für regelmäßige Gehaltsanweisungen steht. Denn selbst die Mieten in Berlin wollen irgendwann einmal bezahlt werden.
dummy ./. caras (foolDC)
Ja, um dummy wär es schade. Irgendwie eben. Habe die erste Ausgabe doch tatsächlich gelesen.
Sonst sind diese Blätter eher wie Beischlaf ohne Höhepunkt. Nervös blättert man durch Hochglanzstrecken, das Auge zuckend auf der Suche nach etwas Substanz. Doch hat das Hirn keine Chance, den oberflächlichen Reizen zu entgehen. Leer und unbefriedigt fühlt man sich, das Magazin fliegt in die Ecke. Mitte-Porno eben. Dann schon lieber Private Media. Hoffentlich kann sich das Caras nicht nur wegen der alkoholhaltigen Mischgetränke gegen Starbucks behaupten. Denn da gibt es auch hervorragenden Kaffee. Der Consultant da hatte aber auch mal hochfliegende Pläne mit Expansion in ganz Deutschland und Franchising. Auf der wohl schon länger nicht mehr aktualisierten Website von denen sind noch die Ruinen der NE-Träume von damals zu besichtigen. Bauruinen vielmehr, "under construction" nennt man das wohl.
Re: dummy ./. caras 2. Runde (Lebemann)
Carras für den Sommer, Starbucks um die Ecke im Winter.
Der Consultant hat seinerzeit den Businessplan für den BAF Berlin Animation Fonds maßgeblich mitgemalt. Den so schick dort präsentierten aber völlig verhunzten Fonds (so um 250 Mio DM) musste die Dresdner Bank komplett fressen. Das Land Berlin haftet da auch noch so für um die 30 Mio DM mit. So gesehen, kann man froh sein das der Consultant jetzt in Kaffee macht. Fällt unter Schadensbegrenzung für die Allgemeinheit, das.
Neologismen (ENOTTY)
Mich interessiert die Herkunft des bescheuerten Namens:
Fehlgeleitete Zwangshipness oder Auspracheerleichterung für Dummdeutsche?
Re: Neologismen (Lebemann)
Beides ist richtig.
Der Name ist der per Zangengeburt in die Welt gezerrte Bastard von beidem. |
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