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Mediacs AG Digital Versatile Dump: 'Disappearing Act' Mediacs
FINAL Mediacs AG von FoolDC

11:14 Dienstag, 24. Februar 2004

Business is business, no matter what the merchandise is. Ein guter Verkäufer bringt eben alles an den Mann, egal ob Aufsitzrasenmäher oder Angoraunterwäsche - ein in sich hartnäckig haltender Irrtum, dem man auch in der Entertainment-Branche gerne aufsitzt.
Aber offenbar ist es nicht so leicht, sein Geld mit zweitklassigen, auf DVD gepressten Produkten zu machen.

Das musste auch das Management der Mediacs AG lernen - und konnte den CV gleich um eine erfolgreiche Eröffnung des Insolvenzverfahrens erweitern. Dabei rühmen sich die Potsdamer, über eines der modernsten DVD-Studios Europas zu verfügen. Trotzdem kriselte es wohl schon länger, die Belegschaft war binnen Jahresfrist von 60 auf die Hälfte optimiert worden.

Very New Economy also: Um die Plattenpresse herum wurde ein "One-Stop Media House" gebastelt, das sich als zu groß für die kleine (aber wohl stabile) Basis erweisen sollte. Besonders im Lizenzgeschäft musste die Mediacs Rückschläge hinnehmen.

Kein Wunder, wenn man einen Blick auf den granatengeilen Titelkatalog wirft. Während die Anime-Serien "Tenchi Muyo" und "Hakkenden" noch als solides Nischenprogramm durchgehen, sind Made-for-TV-Heuler wie "Disappearing Acts" oder die Nabelschau deutschen Fernsehwahnsinns ("Der Tunnel") nicht gerade Blockbustergaranten. Und von "Rosenstolz live aus Berlin" wollen wir hier gar nicht erst anfangen.

Da können auch ein paar wohl eher zufällig erstandene solide Arthouse-Streifen nichts retten. Es folgt die Rückbesinnung auf das Kerngeschäft- und die Hoffnung auf Investoren. Während Insolvenzverwalter Christoph Schulte-Kaubrügger Sanierungsmöglichkeiten sondiert, prüft die Investitionsbank Brandenburg die mögliche Rückforderung geleisteter Subventionen.

Jetzt merkt man also auch in Potsdam, dass das Lizenzgeschäft mit Filmen vielleicht etwas mehr Knowhow erfordert, als man sich in 8 Semestern BWL zulegen kann. Und Techies sollten da besser auch außen vor bleiben, zumal man sich "The Matrix" eh nicht leisten kann. Aber heute fühlt sich ja jeder mit eigenem DVD-Player zum Filmkritiker berufen.

Steffen Gerlach und Stephan Selms übrigens, zuletzt für das so erfolgreiche Lizenzgeschäft der Mediacs verantwortlich, haben mit Capelight ein neues Label gegründet. Der erste Capelight-Titel ist viel versprechend: "Die BMX-Bande", ein "80er-Jahre Kultfilm" mit Nicole Kidman. Immerhin.





Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Re: Digital Versatile Dump: 'Disappearing Act' Mediacs (smartino)
1,4 Mio Fördergelder sind da reingegangen. Nicht unbedingt Cargolifter oder Lausitzring Dimensionen, aber trotzdem ein gutes Beispiel der Aktivitäten Brandenburger Förderpolitik.



Gleichzeitig schüttet ein eBay, ebenfalls reichlich beschert aus der Förderkasse des Landes Brandenburg, seine Gewinne in der Schweiz aus.



Ich muss es wohl nicht verstehen, aber welchen Sinn haben Subventionen wirklich ausser Arbeitsplätze in den Landesbanken zu schaffen?
Re: Digital Versatile Dump: 'Disappearing Act' Mediacs (biofuzzy)
Das ist doch ganz einfach: da gibt's immer irgendwelche Berater die total innovative Ideen mit öffentlichem Geld zusammenbringen, wobei auch immer was an ihren Händen kleben bleibt (ei, ei, ei wie kommt das nur?). Auf der anderen Seite sind das ja die Leute, die gefragt werden, wenn unser Gerdi (oder unser Helmut, is egal) mal wieder eine Innovationsoffensive starten möchte. Die haben dann ganz tolle Konzepte, wie man das Geld unter den Armen verteilen kann (unter ihren natürlich).



Tja so läuft das. Aber das muss du nicht verstehen, is viel zu beunruhigend.



Und nächste Woche in der Sendung mit der Maus: Wo kommen die kleinen Berater her?
Re: Digital Versatile Dump: 'Disappearing Act' Mediacs (NQUISITOR)
Geld ist in dem Segment schon zu machen. Zur Ehrenrettung der mediacser sei erwähnt das selbst für die letzte B-Produktion richtig Aufwand betrieben wurde - am Kunden vorbei. Der steht nämlich in der Videothek und guckt nach bekannten Namen und Titeln. Dem isses primär egal ob da nen Bewegtmenü auffem Screen flimmert oder ein Standbild. Ob DTS oder DD 5.1 oder Stereo. Der will auf Play drücken und der Film muss rocken. Das Verhältnis von Guter Film = Gute DVD-Umsetzung wurde nie vernachlässigt. Eher übertrieben. Und damit die Produktionskosten auch.

Und Rosenstolz-DVD schon mal gesehen? Erst dann ein Urteil abgeben! Ess gab so einige VÖs die wirklich gut waren: Ich verweise da mal auf Jimmy Grimble.
Re: Digital Versatile Dump: 'Disappearing Act' Mediacs (Postman)
Ja sicher ist in diesem Segment Geld zu machen.

Dazu bedarf es aber auch an entsprechenden kaufmänischen Grundtugenden. Hinzu kommt, das sich oft zu langsam an neue Marktgegebenheiten angepasst wird.

Der technische Background von den mediacs Mitarbeitern ist zum Teil wirklich sehr gut. Lag wohl wie so oft an der kfm. Leitung. Un-Lustigerweise sind die mit Ihrer früheren Tochter -der mediacs studios ag- schon vor ca. 3 Jahren insolvent gegangen. Es wird gemunkelt das dort auch verschiedene Machtspielchen zwischen den eh. Gründern, Geldgebern, Auftraggebern und Vorständen abgelaufen sind.

- Mich wundert nur was aus den geplanten Synergien zwischen pixelpark/mediacs geworden ist.-
Rosenstolz (foolDC)
Die abfällige Bemerkung bezog sich auf meine persönliche Abneigung gegen den Inhalt, nicht die technische Umsetzung. Mag sein, dass das eine tolle DVD ist. Ansehen werde ich mir das aber nicht.



Das ist genau das Problem (vielleicht nicht bei der Rosenstolz-Scheibe, die ihre Abnehmer gefunden haben wird): Was nutzt eine technisch einwandfreie und möglicherweise state of the art DVD, wenn der Film Müll ist? Wenn man nur Hersteller ist, kann einem das egal sein- das Risiko tragen andere. Aber wenn man selbst im Lizenzgeschäft mitmischen will, geht das auch mal nach hinten los.
Re: Digital Versatile Dump: 'Disappearing Act' Mediacs (Postman)
..................Ein guter Verkäufer bringt eben alles an den Mann, ................

Richtig!

Aber nur ein guter Verkäufer.

Mediacs ist nicht an schlechten Verkäufern oder unfähigen Mitarbeitern gescheitert. mediacs war in den Anfangsjahren -1997- als kein Arsch auf DVD gesetzt hat, richtig gut im Rennen. Auch die sog . Ren-dtitte

war sehr gut. Das die Ihren Laden an die Wand gefahren haben liegt einfach an den sog. selbsternannten Sonnenkönigen. Keiner spielt mit mir, keiner liebt mich,

also bau ich mir meinen Sandkasten ( mit 7er BMW).

Und wenns mich ärgert, tret ich in den Sandkasten platt.

Wenn die weiterhin Ihre Brote selbstgeschmiert hätten

und einfach das Sparbrötchenprinzip der Adenauer`s

durchgezogen hätten, wär die Cash geflossen.

Wenn Cash zu machen war in den letzten Jahren, dann sicher mit DVD in welcher Art & Form auch immer.

P.S. Mann sollte mal auf MAWA schauen, auch ein Großer aus der DVD Ecke. War mal an Mediacs beteiligt.




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