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20:38 Montag, 26. Januar 2004
Ein Jammertal. Mit Musik lässt sich kein Geld mehr verdienen, böse Tauschbörsen machen auch noch die letzte Rendite kaputt. Manager werden gegangen, Beteiligungen neu überdacht. Zwangsläufig kommen da die Dudelsender aus Köln-Mülheim ins Blickfeld. Und Dieter Gorny.
Er ist schon wegen Leibesfülle nicht zu übersehen.
Mit der akuten Krise der Musikindustrie beschäftigt sich heute die Berliner Zeitung. Ganz nebenbei outet sie dabei Dieter Gorny als CEO auf Abruf: Eigentlich sei sein Abgang schon für das Wochenende "prophezeit" worden, doch jetzt dürfe er noch ein bisschen. Ein paar Wochen vielleicht. Aber Gornys Tage seien gezählt. Eine Überraschung ist das nicht. Gornys Schmusefreund Tim Renner ist nicht mehr bei Universal. Schade, keine schönen Deals mehr. Renners selbst verliehene und auf Hochglanz polierte Medaille für die "Rettung nationalen Liedguts" bekommt in der Berliner übrigens noch ein paar hübsche Rostflecken verpasst. Auch andere Freunde hat es erwischt: Auf dem Foto in der Berliner darf Gorny den Thomas Stein noch mal herzhaft knutschen. Jetzt ist Thomas auch kein Plattenboss (BMG) mehr. Sicherheitshalber hat er sich vorher bei einer zweitklassigen TV-Sendung als Showpraktikant eingenistet. Und schlimmer noch: Universal will seine Anteile an VIVA (gut 15 Prozent) wohl gerne loswerden. Stattdessen versuchen sie lieber, einen eigenen Musikkanal auf dem US-Markt aufzuziehen. Als Paid Service, mit unzensierten Videos. Ein anderer Partner bringt seine tiefgehenden Erfahrungen in Sachen Freizügigkeit als Core-Asset in das Projekt ein: Die Vivid Entertainment Group soll ebenfalls beteiligt sein. Die machen sonst High-Gloss-Pornos. Time Warner denkt ebenso über einen Ausstieg aus dem deutschen Musikfernsehen nach. Noch halten sie 30,6 Prozent an der VIVA Media AG und 49 Prozent am zu Tode reformierten Sender VIVA Plus. Die stehen jetzt zur Disposition. Die Musikindustrie zieht sich zurück. VIVA ist also zu haben. Als Interessenten gelten einige Hochkaräter: Haim Saban, Hubert Kloiber, die Disney Group. Und natürlich Viacom, mit MTV in Deutschland schon präsent. Doch zögern die Geier, wohl eine Frage des Geldes. VIVA ist derzeit noch etwas teuer. Aber wenn die Quartalsberichte weiter so hübsch rot bleiben, ist es nur noch eine Frage der Zeit. Im VIVA-Vorstand ist ab 1. Februar Ludwig Bauer für das Fernsehen zuständig. Der alte Fernsehase (ProSiebenSat.1) soll sich um die nationalen wie internationalen TV-Aktivitäten von VIVA kümmern. Der Sender verspricht sich viel von Bauers Expertise in Sachen "Programm, Markenführung und Positionierung." Ein idealer Nachfolgekandidat für den Dieter, besonders wenn man sich an das Gemunkel erinnert, VIVA hege Ambitionen zum Vollprogramm. Nur noch eine Frage der Zeit, also. Für den Dieter. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
money-quote (ENOTTY)
Aus dem verlinkten Artikel:
"Wir fühlen uns wie Berlin 1929", sagt ein Berliner Produktmanager: "Schnell noch das letzte Koks verschnupfen, und dann ab in die Hölle." Rezession, baby. Yeaaa! |
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