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Spiegel.de Wer im verSPIEGELten Glashaus sitzt, sollte nicht mit Gegenständen werfen
BOO Spiegel.de von ritzratz

11:27 Dienstag, 04. November 2003

Liebe Gemeinde,
wer da ohne Sünde ist, werfe das erste Schwein ...Der Spiegel, der mit den akkuraten Recherche-Techniken, nimmt sich in der heutigen Online-Ausgabe die Antikorruptions-NGO Transparency International vor. Spiegel: "Oft fällt ihr Beitritt zeitlich mit Ermittlungsverfahren zusammen. Delikat an der Sache: Die Organisation finanziert sich zu über einem Drittel aus Spenden und Beiträgen von Firmen."
Daraus wird glashart geschlussfolgert, diese Firmen erkauften sich auf korrupte Weise den eigenen Heiligenschein bei Transparency.

Liebe Claudia Eltermann vom Spiegel: Könnten Sie uns in dem Zusammenhang gerade mal aufklären, wie die Interdependenzen zwischen einer schlichten Werbung in Ihrem Magazin und den Zugeständnissen gegenüber den Unternehmen sind?


Frau Eltermann schreibt: "Tatsächlich sind diese Beitragszahler für das deutsche Chapter existenziell, auch wenn kaum einer mit weiteren Spenden den Höchstbetrag für die Mitgliedschaft von 5000 Euro überschreitet."

Was für ein Bestechungsgeld 5000 Euro doch sind angesichts hoher fünfstelliger Beträge für eine einzelne Werbeanzeige. Im Gegensatz zum Spiegel kann sich Transparency nämlich sicher leisten, auf den ein oder anderen Beitragszahler zu verzichten und würde dies auch tun. Ein Blick auf die Position von transparency.org zum Informationsfreiheitsgesetz genügt, um das zu verstehen.

Im Gegensatz zum Spiegel ist Transparency auch nicht so plump, anzunehmen, dass Korruption heutzutage noch mit Geldkoffern funktioniert. Gut dotierte Posten in der Zukunft für kleine Gefälligkeiten heute, ist die Devise. Ausser natürlich, wenn es um positive Berichterstattung oder die Weglassung allzu negativer Fakten in der Presse geht.

Die interessantere Fragestellung ist:
Sieht sich die klassische Medienbranche angesichts der Bedohung durch NGOs und das Internet so bitterlich mit dem Rücken an der Wand, dass sie derart durchschaubare Manöver und Verschwörungstheorien nötig hat?
Wie wollen die Medien jemals dem Vertrauensverlust (=Umsatzverlust) entgegenwirken, den ihre schlecht recherchierte und fast ausschliesslich von Unternehmen bezahlte "Berichterstattung" verursacht.

Aber das ist ja kein Einzelfall. Die, die unsere Fernsehsteuern kassieren, machen's genauso. Ich warte geradezu auf Meldungen der Art
"Weitere Informationen über den Skandal bei der *elekom finden Sie bei uns im Internet unter zdf.t-online.de" oder "Mehr über den Microsoft Kartellprozess auf adr.msnbc.de".

*********************************

Anm. d. Red.:

Grosser Spiegeltag bei Dotcomtod!

Fact Checking! Extreme Dissing! Hardcore Recherching!

Morgensterne, Schusswaffen und Mittelstreckenraketen nur mit vorheriger Anmeldung!


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