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00:22 Freitag, 24. Oktober 2003
Luuuhuuuuuuuuuuuuu! kreischt Adabei-Agnes im besten Mühldorfer Dialekt durch den Saal. Es fällt nicht besonders auf. Jeder schreit, quäkt, keift hier rum, was die Lungen und das drogenversiffte Hirn noch hergeben. Man sagt, Bayern hat eine strenge Drogenpolitik. Aber nicht hier, wo sich so viele CSU-Potentaten rumtreiben. LUUUUUU!
Ja. Schon gut. Oder nein, Moment, ich könnte noch schnell für kleine Giftmischerinnen - ich winke kurz und schiebe mich diagonal weg von Agnes, in Richtung Sanitär - aber da kommt grad jemand raus, den ich nun so gar nicht sehen will, jedenfalls nicht in den nächsten fünf Leben, es sei denn, es ist gerecht und er wird die nächsten 400 Jahre als Angelhakenwurm wiedergeboren. Ich mache auf meinen wunderbar eleganten Absätzen kehrt, denn genau dafür sind sie geschaffen, für das erboste Herumwirbeln und Davongehen, verfolgt vom natürlich-dummen Gschau des Herrn S*******, diesem Alptraum von einem Redaktionsleiter. Den es natürlich nicht erwischt, sondern immer nur die Arbeit...
Luuu! kreischt es gar nicht so weit entfernt, und da steht sie auch schon, sie ist mir nachgelatscht wie so ein auftoupierter Königspudel; ich will schon was sagen - JEtzzzt explodiert alles in gleißendes Licht, grellweiß und stechend, in meinen Augen macht es noch bzzzzzzz, da wird alles gelbrot und in der Mitte bleibt ein nierenförmiger Fleck, in dem irgendwo die chanelgetünchte Fratze von Agnes sein muß, die mich gerade fotografiert hat. Aus ein paar Zentimeter vor den Zellresten, die gerade noch meine Netzhaut bildeten. Äh, grunzt Agnes und macht was Undefinierbares rum, na, das war nix, da hätt i bei der Digikäm aufs Makro gehn sollen, geh Lu, schau doch noch mal so nett, bitte, gell? Nein, Agnes, wehre ich mich mit zusammengekniffenen Augen, nicht heute, meine Augen sind empfindlich, sei ein nettes Mädel und... Na sowas, die Lu, tönt es hinter mir. Das ist zu viel. Ich bin hier zu meinem Vergnügen, und nicht zur Wurmbelustigung. Agnes - der Wurm, stelle ich die beiden augenblicklich einander vor, und sie taxieren sich, sie erkennen sich auch, DUMMFICKTGUT sagen ihre Blicke, die gleiche Rasse, stämmiger Wurm und schön angemalter Haken. Sie strapaziert das Lifting, bis der Putz bröselt, und er schleimgrinst bis zu den Amalganfüllungen. Ja bitte, geht aufs Klo zusammen oralieren oder zeugt im BMWurm eine neue Rasse, die die Welt beherrschen wird, die Welt hat es nicht anders verdient, aber bitte lasst mich vorher noch ein paar Jahre allein leben und dann sterben. In Ruhe sterben. Bitte. Die grellweißen Flecken sind zu kleinen Punkten zusammengeschrumpelt. Glück gehabt. Oder auch nicht, denn jetzt sehe ich auch die suffgeplatzten Adern in seinem Gesicht in Eastmancolour, während er sich vorbeugt und so tut, als wollte er ihr wirklich die Hand schütteln und nicht gleich weiter in Richtung Oberweite notgeilen. Mann, bin ich vielleicht gehässig heute. Warum eigentlich? Nein, DAS nicht. Das hier, was er vergnügt von sich gibt, der tolle S******, etwas verkürzt um die Schleimerei in Richtung Agnes verkürzt: Den ganzen Tag sind sie gekommen, die Internetmitarbeiter des ehemaligen Kirchkonzerns, und haben ihn um eine Stelle angefleht. Saban will nämlich sein Engagement im TV-Bereich verstärken. Was er im Online/Interactive-Bereich vorhat, sagt er nicht direkt, aber alle dort wissen, daß sie der einzige Bereich sind, der bei dieser Strategie zusammengestrichen werden kann. Seit ein paar Wochen wird den Leuten nun bedeutet, daß sie sich schon mal anderweitig umschauen sollen. Besonders heftig soll es beim Development werden, sofern da nicht schnell Ergebnisse nachwiesen werden. Die interne Überprüfung läuft. Sabans Leute glauben nicht an Value Chains bis runter zum mobilen Internet. Jeder zweite gilt deshalb intern als verzichtbar. Und nächste Woche, geht das Gerücht, soll die Katze aus dem Sack gelassen werden. Selbst die normalen Online-Redaktionen werden nochmal rasiert, nach den Leuten zu schliessen, die den Wurm "bekniet haben". Zu Dutzenden. Sagt er. Mann, muß er sich toll gefühlt haben. Aber er kann da auch nichts machen, sagt er. Es ist halt nicht mehr so gut wie damals, als Lu hier Praktikum gemacht hat... Aaach, macht Agnes, Du hast da Praktikum gemacht? Kann man sich gar nicht vorstellen. Ja, ich HABE mal ein Praktikum gemacht. Ich mußte es halt nehmen. Ich habe diesen Beruf gelernt, wie man das machen sollte, ich bin nämlich - und hier bremse ich mich. Brave Lu. Brave, nette, anständige, dumme Lu-Kuh. Oh, macht Agnes. Das habe ich schon immer geahnt. Aber das Internet bringt wirklich nichts, das hat sie ja in den letzten jahren erlebt, da kannte sie nämlich den W*****, den F****** und den E****, kennen Sie den auch? Klaro, sagt der Wurm. Und den B****. Ciao, ich muß denn mal heim, sage ich, noch was schreiben. Und kotzen. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Anm. d. Red.: Bitte, bitte daran denken: Firmenname in die Überschrift. Immer das Gleiche. Immer muß dann die arme Red. Nicht nett. Quelle: insider
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Re: Sabans satanische, aber simple Internetstrategie für Kirch. (hellblau)
Re: Sabans satanische, aber simple Internetstrategie für Kirch. (DonAlphonso)
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