dotcomtod auf geht\'s auf oder ab abwärts übel leidend das wars wohl
Erste Seite | Die Idee | Boo melden | Ruhmeshalle | Kommentare
 

Menü
Erste Seite
Die Idee
Boo melden
Ruhmeshalle
Kommentare
Newsfeed
Forum
DCT Archiv
Kontakt

Galerien
Insider
Boo
Final

Booshaft
Baron
eCards
Intern
Echo
Kolumne
Presse

Bootanischer Garten

Login
Benutzername

Passwort

Registrieren
Passwort vergessen





Get the Klip for boocompany.com
Add to any service

Blogliste
Lanu
Don Alphonso
Che
Hal Faber
Pud
Girl
Strappato
Sven Scholz
Jens Scholz
Thomas Knüwer
Dr. Dean
Spreeblick
Lumma
Wirres
Markus Grill
Sethos

Bloghoster
Twoday.net
Blogg.de
Blogger.de

DCT Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias
KOLUMNE DCT von Tomahawk

03:15 Mittwoch, 15. Oktober 2003

Der Herrgott in seiner unermeßlichen Güte läßt uns eine Mondnacht werden, in der nordische Helden nicht mehr nach ihrer Zeugung schreien, denn "zehn Jahre nach der Erfindung des World Wide Web (WWW) haben die Basisinnovationen der New Economy unsere Alltagskultur verändert".
In der Tat: Man reagiert basisinnovativ auf die Avancen einer unverhofften Kriemhild, die nordisch gurrend näherrückt, der klirrenden Kälte trotzend. Ihr den zarten Hals zu wärmen, unternimmt es unsereiner, ihr einen theuthschen Kuß auf denselben zu drücken. Man issja nich so. Leider vergißt man dabei bisweilen, die Selbstgedrehte aus dem Mund zu nehmen. Tant pis, wie man in Usbekistan sagt. Denn die Basis, echte Männer nicht mehr gewohnt, begreift dies keineswegs als Innovation.

Die Hände schockgefrostet von ersthilflich wider das Brandbläslein applizierten Eiswürfeln aus einem Gaggenau-Automaten, der sie online aus Grönland importiert, flieht man an den heimatlichen Blechtrottel; die Abwärme heutiger CPUs vermag in der Not ein Segen zu sein. Na, wenn wir schon da sind, dann schau mer mal ins Internet -- bei dessen Alter sich der oben zitierte Herr schon den ersten Fauxpas erlaubt hat.

Wir landen bei SPON. "Warum die New Economy gewinnen wird", liest das nibelungentreue Auge, an seiner Schärfe zweifelnd. Das muß unser seit Monaten verschollener Freund Tollmann sein! Schreibt der jetzt im "Spiegel"? Na schön, vom "mm" issja nich weit hierher. Nein, es ist Peter Wippermann, whoever he may be. Er ist, wie SPON unter seinem Konterfei erläutert, Universitätsprofessor (habil.? non habil.?) für Kommunikationsdesign, whatever this may be. "1988 hatte er gemeinsam mit Jürgen Kaffer" (äh? Aber lasset uns politisch korrekt bleiben, bitte) "und Peter Kabel das Büro Hamburg, Gesellschaft für Kommunikationsdesign gegründet."

Peter Pit Kabel, das ist freilich eine hehre Referenz. Also lesen wir dieses von SPON zum "Essay" geadelte Recycling uralter Sprechblasen mit gebührender Ehrfurcht -- nicht etwa weil, uns die Ehre der Furche dank glimmenden Sargnagels versagt blieb.

Er muß es aus verblichenen "konr@d"-Remittenden abgeschrieben haben, der heutige Trendforscher Wippermann, so vorgestrig ist dieser Erguß, pardon: Aufguß großteils geplatzter Illusionen und Roßtäuschereien:

"68% der deutschen Internetnutzer sehen das Netz der Netze" (allein für diese Platitüde sollte Wippertollmann zu einem Wochenende mit Dieter Bohlen verdonnert werden) "als Shopping-Kanal an, so eine Studie von Fittkau & Maaß." -- Da fragt sich der unbedarfte Laie, warum ein Internet-Höker nach dem anderen die Segel streicht. Sicher, es gibt ja eBay, das man "selbst als Online-Händler vergeblich in den Handelsstatistiken suchen" wird. "Das ist nach Aktenlage korrekt, denn [...] unter den neuen Medienbedingungen verschiebt sich die Macht vom Anbieter zum Käufer." Meine Fresse! Weder Anbieter noch Käufer haben in diesem unserem Lande noch Kohle, um irgendwas zu verschieben.

Aber genug der Zitate. Lest selbst, Brüder und Schwestern in Christo, wenn's Euch interessiert, mit welch ranzigem Geschwurbel Mumien à la Online-Dating ("Glücksmaximierung"), WLAN (er nennt's "WLan"), MMS, Filesharing (Ja! Er preist mp3!) und Online-Banking auf jung geschminkt werden. Es handelt sich um ein theuthsches Gesamtkunstwerk, das durch jede Kürzung Schaden nimmt.

Die letzten fünf, sechs Sätze sind absolute Zuckerln. Eines davon lutsch' ich Euch noch vor:

"Während die Old Economy [...] Zehntausende von Arbeitsplätzen abbaut, schreiben die Unternehmen der New Economy neue Stellen aus -- mehr als dreimal so viele Arbeitsplatzangebote entstehen hier und nicht in der industriell geprägten Wirtschaft." Ja, issdenn scho Weihnachtn? (Eine Quelle nennt W. wohlweislich nicht.)

... und dann knips' ich den Schreibtischrechner aus, parke das Notebook neben dem Bett, stecke das DSL-Kabel um und mache per Online-Dating verwegene Sachen mit Kriemhild.





Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (haenschen_klein)
Um Gottes Willen, wie kann man nur so einen Stuß schreiben! Und dann auch noch Online stellen! - Wippermann meine ich natürlich ;-)
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (AppKiller)
Well done, Tomahawk! Bin froh, daß Du es statt meiner geschrieben hast.
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (HansMeise)
Wir sind in der Mediengesellschaft angekommen. Wir sehen uns neuen Spielregeln gegenüber, die Gesetze der Industriegesellschaft verlieren zunehmend an Bedeutung.





Das habe ich schonmal irgendwo gehört. Nur hieß es da glaube ich "die Gesetze der traditionellen Aktienbewertung...." und so. Geblieben sind angefaulte Kadaver wie ISH, Pixelpark & Co.
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (HansMeise)
also der hat ja echt ALLE nur denkbaren Phrasen eingebaut, die ich je zum Thema Internet gehört habe, da müsste man echt den ganzen Artikel kopieren - wobei besonders cool fand ich als bekennender Online-Dater das hier:



Das virtuelle Paarungsbiotop wird täglich um mehrere Tausend Mitglieder größer.



Bleibt nur die Frage: wann wird für die Käfighaltung von Usern eine gesetzliche Mindestfläche von 2.000 Pixeln eingeführt?



Immer noch kopfschüttelnd,



HansMeise, der sich jetzt in seinen virtuellen Harem begibt, um auf andere Gedanken zu kommen ;-))
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (AppKiller)
"Peter Wippermann hat sich auf Kommunikationsstrategien für trendgestützte Markenführung spezialisiert."



Paraphrasiert, "Wie lalle ich den Kunden möglichst geschickt irgendwelche Ladenhüter als trendy an die Backe?"

Und so einen läßt man bei Spiegel Online Besinnungsaufsätze schreiben! Bäh...
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (AppKiller)
Und überhaupt empfinde ich einen "Begriff" wie "Kommunikationsstrategien" schon fast nicht mehr als von der freien Meinungsäußerung gedeckt.
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (AppKiller)
Ich frage mich überhaupt, wie die Contergan-Katastrophe in den 60ern verlaufen wäre, wenn es diesen ganzen heutigen Kommunikationsscheiß schon gegeben hätte.

(Vermutlich hätte man von einem Problem mit der Markenführung gefaselt und versucht, kurzärmlig zum neuen Trend zu hypen.)

Irgendwie machen mich diese ganzen Kommunikationsheiner ziemlich aggressiv.

Reichlich aggressiv.



*Sehr* aggressiv.
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (che2001)
Damals gab es eine sehr bekannte Aussage zu dem Thema: "Alles, was heute Kommunikation heißt, ausnahmslos, ist nichts als der Lärm, der die Stummheit der Gebannten übertönen soll. Jegliche Kultur nach Auschwitz, samt der dringlichen Kritik daran, ist Müll."



So sprach Onkel Theodor.
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (ENOTTY)
Natürlich. Passt doch gut zu der restlichen, zum Grossteil komplett inkompetenten Truppe.


Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (HappyCrook)
So ein Unfug!



Meine Lieblingsstelle:



„Wer in den Urlaub fahren kann und mit einem Ohr im Büro bleibt, dabei mit dem Handy Fotos macht und sie am Strand versenden kann, hat mehr vom Leben.“





Übersetzung: Wer im Urlaub einen fahren lassen kann, was das Spiegel-Büro mit einem Ohr mitbekommt, diese heiße Luft dann als „Essay“ veröffentlichen darf und dafür auch noch ein paar Scheine einstreicht – der hat sicher mehr vom Leben.



Wippermann redet sich Schaum vor den Mund, damit man ihn leichter über den Löffel balbieren kann.


Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (AppKiller)
Das war echte Gedankenübertragung! Ich habe gerade bei einer http://www.heise.de/newsticker/data/bbe-15.10.03-000/"> Heise-Meldung [www.heise.de] daran gedacht, ob man nach "Grokster" und "Blubster" nicht noch mit "Fartster" ein privates FileSharing-System für NE-Deppen einrichten und das Ganze dann großartig als "Underground-Channel" (lies: Dünndarmfistel des WWW) hypen könnte. Das hieße wirklich einmal, den Feind mit eigenen Waffen zu schlagen! ;-)
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (AppKiller)
Genau! "WWW war gestern! Fartster ist heute! Wer wirklich was zu sagen hat, teilt sich filesharend über Fartster mit! Sehr geheim! Sehr exklusiv! Très elitär et très, très chique! Und man braucht kein HTML zu können!"

Dann wären wir sie endlich los! ;-)
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (AppKiller)
Oder Stadlehomester! Ein EKassiber-System für unsere Zockerfreunde von Santa Fu bis St. Adelheim, die gerade ein paar Runden aussetzen müssen.

(Wer sagt da noch, daß der NE die Ideen ausgehen? ;-))
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (che2001)
Arsexer, das System zum Austausch von Close-Up-Aufnahmen der eigenen Arschrosette mit Zusatztext: "So sehen mich meine Mitarbeiter", das must-forum für CEOS!
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (HansMeise)
Stadlehomester erinnert mich irgendwie verdächtig an Musikanten-Stadl.



Hoppla, schon den nächsten Milliardenmarkt entdeckt: Ich suche ab sofort VC für Moikster.com, das Filesharing-Portal mit Fokus Folk Music.



Core Asset: Ultra-starke Online-Subwover-Increaser, mit denen auch die altersschwache und schwerhörige Grey-Panther-Generation noch MP3-Files usen kann.



Schiebt schonmal die Kohle rüber, Business-Plan folgt in 10 Minuten. Versprochen.
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (Tomahawk)
Danke, AK. Ich vergaß übrigens ein wesentliches Asset des Online-Datings zu erwähnen: Man braucht dabei die Kippe nicht aus'm Maul zu nehmen.

Nimmt Dein Startup noch karätige Gründerpersönlichkeiten mit an Bord? Ich hab' einen Cambridge-Abschluß als Master of Farts.
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (solipsist)
Das tolle am Handy ist ja auch, dass man sein Ohr damit fotografieren kann und es dem Gegenüber schicken kann. Das hat Herr Wippermann gar nicht gesehen!
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (noergler)
Wäre es nicht eine Beleidigung der Nutten, die doch realen Gegenwert bieten, würde ich den Wippi als solche bezeichnen. Der Dummbatz ist bloß eine sprechende Litfaßsäule der Reklamephrasen der TK-Industrie.

Wer "mit einem Ohr im Büro bleibt" ist damit nicht wirklich im Urlaub. Er schaltet nicht ab, er regeneriert nicht. Er ist entweder ein Sklave, dem es recht geschieht, oder von der Psychopathen-Sorte "Ohne mich geht das nicht". In jedem Fall hat er weniger vom Leben , weil er nicht urlaubsfähig ist.



Es sollte auch beim Wippi sich doch herumgesprochen haben, daß 100%ige Urlaubsfähigkeit und 100%ige Arbeitsfähigkeit 2 Seiten der selben Medaille sind.



Aber ich weiß, warum er das nicht versteht: Da er luschig-bequeme Phrasenabkupferei für "Arbeit" hält, und er sich damit ohnehin in einem permanenten Urlaub befindet, kann er die Begriffe "Urlaub" und "Arbeit" nicht mehr unterscheiden.
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (HappyCrook)
Wie kommt es nur, daß Wichtigtuer wie Wippermann auch so oft gleichzeitig unter ver-baler Inkontinenz leiden? Ist wohl genetisch bedingt.
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (che2001)
Der Noergler erwähnte mal Dr. Mabuse, der darauf hinwies, nach einer von ihm durchgeführten Hirnausschabung redeten sie alle so (wie in dem Fall der Gurkendreher, aber es lässt sich auf Wippermann - Kabelmann - Stollmann - Kollmann übertragen). Oder hat Wipperman in professoraler Zerstreutheit einfach einen Stapel PR-Texte von der CeBIT 2000 quergelesen und gedacht, die sind von jetzt? Kommunikationsdesign als Solches ist ein seriöses Fach, ich bin auch dagegen, Mediengestalter oder Wirtschaftsinformatiker zu schmähen, weil sie diesen Beruf ausüben, aber Kommunukiationsdesigner wie diesen, die nämlich mit solchen Aussagen ihren Studierenden falsche Hoffnungen machen, braucht kein Mensch.



Der typische Studi (die typische Studentin):

1) Kommunikationsdesign

Erwartung: Ich kriege einen Job als Art Director bei einer großen Agentur und fahre einen TT als Dienstwagen.

Realität: Du lebst auf Honorarbasis von diversen Pixeljobs für Mittelstandskunden und verdienst als freier Designer weniger als ein Bandarbeiter, bist aber nicht sozialversichert.

2) Wirtschaftsinformatik

Erwartung: Ich werde Programmentwickler und kriege 6000 Euro im Monat.

Realität: Du arbeitest 12 Stunden am Tag als Netzwerkadministrator, Deine Hauptaufgabe besteht darin, von unfähigen Usern zerschossene Rechner wieder aufzusetzen und schlimmstenfalls zusammenzulöten, Überstunden werden nicht bezahlt.



Wenn die Profs in den IT-relevanten Fächern ihre Studierenden über dieses Anspruchs-Wirklichkeits-Verhältnis aufklären würden, wäre schon viel gewonnen!
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (AppKiller)
Zu 1)

Realität: ... oder du gehtst nach dem Studium nach Berlin-Kreuzberg (wohin sonst!) und gründest eine http://www.wirsindhelden.de/html/index2.html"> Band [www.wirsindhelden.de] mit alternativfolkloristischen Anstrich, schwallst jede Menge pseudo-konsumkritische Scheiße und läßt dich dafür von MTV bejubelpersern. Beides geht natürlich unter einen Hut, ist nämlich selbstironisch. Ich glaube, sowas lernt man als "Gesellschafts- und Wirtschafts-Kommunikationsdesigner".
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (AppKiller)
"Beides geht natürlich unter einen Hut, ist nämlich selbstironisch."

Muß heißen:

"Beides geht natürlich unter einen Hut, Hauptsache, man tut es [plakativ] selbstironisch."



(Das http://remember.unicum.de/evo/index.php?id=1421&languageid=1"> Interview [remember.unicum.de] zum Nachlesen. "Feinjustierung" sach ich nur. Da treten Dir als altem Ex-Autonomen doch die Tränen in die Augen!?)
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (AppKiller)
"Heute muss man sich viel mehr Mühe geben, um Inhalte mit Sexappeal zu füllen."



Und nu sag nicht mehr, daß ein Studium wie "Kommunikationsdesign" für irgendwas gut ist, es sei denn als Arschloch-Etikett.
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (che2001)
Zu Unicum-wir-sind-Helden-etc.: Du hast recht, ich lache mich schlap, um nicht das Kotzen zu kriegen. Zu letzterem Zitat: Inhalte sind Inhalte und Sexappeal ist Sexappeal und Flachwichser sind Flachwichser.

Da werden drei Dinge verrührt, die nicht zusammengehören - dass Marketing davon lebt, dies zu tun, ist bedauerlich, aber für den, der vom Marketing lebt, nicht immer vermeidbar. Dass Bands sich für mächtig politisch halten, die diesen Marketing-Flachwichs völlig unreflektiert gefressen haben und eigentlich nur Knete machen wollen, ist Ausdruck einer Pathologie unserer Massenkultur/Kulturindustrie.



Politischen Inhalten fehlt weniger ihre Mediatisierung als das kritische poltische Bewußtsein, das nach Inhalten sucht, sie diskutiert und Alternativen zum Bestehenden anstrebt. Also, wenn ihr Helden sein wollt: Marx lesen, Freud dazu, begreifen, dass der Zusammenbruch des Ostens nichts mit Fehlern der Marx´schen Analyse zu tun hat, sondern ein Schritt in einer krisenhaften Entwicklung war, auf den als Nächstes voraussichtlich der Niedergang der USA folgen wird, den im Augenblick die übrige Welt durch indirekte Subventionen aufhält zu deren Folgerscheinungen zunehmende Verarmung und eine Aufweichung europäischer Lebensstandardgarantien gehören. Die Globalisierung kannte Marx auch schon, da hieß das tendenzieller Fall der Profitrate.





So, und zum Anderen kenne ich nette linksradikale Kommunikationsdesigner. Es gibt kein richtiges Leben im falschen, und ich wehre mich gegen die Diskrimierung von Berufsgruppen.
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (AppKiller)
Nein, Du hast vollkommen Recht, ich kenne auch eine nette Kommunikationsdesignerin, und deren pauschale Diskriminierung war ein bißchen zu polemisch.

(Außerdem schmeißen die Kommunikationsdesigner und die Gestalter die besten FH-Feiern! ;-))



Mich ärgert eben auch genau das in Bezug auf den Kommerz, was Du im Politischen reklamierst: nicht Inhalte finden, sondern nur Inhalte vermitteln und vermarkten, auch wenn sie scheiße sind. Und das ist z.B. gerade auch ein Problem der gegenwärtigen Musikindustrie, verglichen mit der Hochphase der Indie-Labels Ende der 80er. Ansonsten: FULL ACK.
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (che2001)
Die Hochphase der Indie-Labels Ende der 80er war nur ein letztes Aufflackern. TonSteineScherben, Slime, The Clash, Crass, Lynton Kwesi Johnson, aber auch der frühe Rap (der ein Jahrzehnt vor HipHop u.a. mit Grandmaster Flash startete), das war die eigentliche Indie-Zeit. Als Indipendent Label vorgezeigt wurde, war das Ende eigentlich schon da.
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (AppKiller)
Nur wußte ich das damals als dummer Abiturient noch nicht! ;-)
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (che2001)
Wer zu spät bekommt, den bestraft das Leben! ;-)
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (noergler)
Na, ihr habt ja einen beschissenen Musikgeschmack! Ich finde gut:



- "Mein Freund der Baum ist toooot ..."



- "Es hängst ein Pfeeeerdehalfter an der Wand ..."



- "Sie ham den Wille derschlagn ..."



- "Hundert Mann und ein Befehl ..."



- "Junge, komm bald wieder ..."
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (che2001)
Ist eben alles eine Generationenfrage: Du 50+, ich um 40, appKiller um 30. Sie ham den Willy derschlagn traf asllerdings auch meinen Nerv.
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (noergler)
Mit dem derschlagenen Willi, einer kulturindustriellen Witzfigur par excellance, habe ich insoweit mitgefühlt, als The King of Schmonz and Schmier Konstantin Wecker nicht gleich miterschlagen wurde.
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (che2001)
Bitte etwas Mitgefühl mit dem deutschen Kokaindealer, der langsam aus dem Rotlicht- und Junkieghetto raus will und risikofreie Kunden braucht. Da war Wecker gut zwei Jahrzezhnte lang Teil eines Beschäftigungsprogramms.



Immerhin: Als Willy rauskam, da war ich 16, und in dem Alter fährt man auf so etwas ab.
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (ENOTTY)
Kein "Ob's stürmt oder schneit" und "Brennend heisser Wüstensand"?



Wenn dir schon die Freddy Quinn Adaption von "Green Beret" so gut gefällt?



Meinjanur.


Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (AppKiller)
Zwischen grünen Baretten und weißen Totenköpfen ist doch wohl noch ein kleiner Unterschied.
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (Tomahawk)
D'accord. Aber das mit dem ... äh, Auspuff-Etikett war schon sehr possierlich formuliert.
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (noergler)
Wenn sowas überhaupt hierher gehört, dann gehörte es ins Forum.



@ "sondern ein Schritt in einer krisenhaften Entwicklung war, auf den als Nächstes voraussichtlich der Niedergang der USA folgen wird"



Das erinnert mich an die Vermutung über den seinem Ende entgegenfaulenden morschen Imperialismus der leninistischen Histomat-Diamat-Automat-"Theorien" der 20er Jahre.



"Krisenhafte Entwicklung" ist schlecht abstrakt, so wie ein Arzt, der die Todesursache nicht feststellen kann, von "Herzversagen" spricht, was immer richtig ist, da bei Toten üblicherweise das Herz nicht mehr schlägt.

So war's:



Der sog. "reale Sozialismus", die Zentralverwaltungswirtschaft, wollte die Marktwirtschaft ohne die Anarchie des Marktes . Erstaunlich ist nicht der Untergang, sondern daß dieses schrille Konzept sich so lange gehalten hat.



Der TFP hat mit "Globalisierung" nichts zu tun, sondern ist je schon dem Kapitalbegriff immanentes Gesetz. Begriff und Empirie darf man nicht durcheinanderschütteln, sonst landet man am Ende dort, daß man den Begriff des Kapitals auf Grundlage einer Fabrikbesichtigung gewinnen möchte.



Die "Globalisierung", die er historisch-biographisch gerade noch mitbekam, hat Marx in der einschlägigen Passage des "Kommunistischen Manifests" auf den Punkt gebracht. Man sieht da übrigens, wie geschichtslos das modische "G"-Geblubber ist, wo sie so tun, als gäbe es das seit 1997.



Das "Manifest" argumentiert unter Verzicht auf jegliche Begriffsentwicklung ausschließlich empirisch. Das muß man beachten.
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (noergler)
Tja, che, was nu?
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (che2001)
Eine schön komplexe Antwort, Nörgler. Bin leider den Rest der Woche mit Druckvorstufe beschäftigt, sieh mir also nach, wenn ich darauf nur einmal, nämlich jetzt, fundiert antworte und mich den Rest der Woche aus DCT abseile.



Deine Antwort hierauf interessiert mich trotzdem.

Also: Stimmt, es steht im Manifest. Was den tendenziellen Fall der Profitrate angeht, ich habe den Bezug zur "Globalisierung" immer darin gesehen, dass der TFP nunmal im Weltmaßstab stattfindet und daher nicht nur den Zwang zu höheren Stückzahlen, rationaleren Produktionsweisen und moderneneren Produkten bzw. mittlerweile zusehends mangels adäquater Kaufkraft Intensivierung der umittelbaren Ausbeutungsbedingungen - längere Arbeitszeiten, niedrigere Löhne- fortschreibt, sondern, nachdem weltweit Handelshemnisse und geographische Abschottungen wegfallen, die unmittelbare Konkurrenz von Löhnen und Arbeitsbedingungen in den Schwellenländern und zunehmend selbst im Trikont auch ein Maßstab für die Verhältnisse hier sind - noch nicht eins zu eins, aber in der Zeit der regional/geographisch voneinander abgeschotteten Ökonomien war diese Vergleichbarkeit gar nicht gegeben.



MIttlerweile gestalten sich soziale Unruhen weniger als Klassenkämpfe denn als Standorterhaltungskämpfe, z.B. die militanten Streiks in Südkorea vor einem knappen Jahrzehnt, die auf einen Schutz des Industriestandorts Südkorea gegen die Konkurrenz aus Taiwan, Malaysia und Philippinen abzielten.







Dabei ist seit längerer Zeirt die Tendenz zu vermerken, dass die im Vergleich zu Europa oder Japan defizitäre US-Ökonomie sich selber darüber finanziert, dass sie teure B2B-Dienstleistungen ins Ausland verlagert, Kapitalanleger ins Land lockt (wobei z.B. das Recycling des Petrodollars heute nicht mehr so funktioniert wie noch vor dem letzten Golfkrieg und langfristig die Anzahl der ausländischen Investoren in den USA rückläufig ist). Das Handelsbilanzdefizit der USA wurde in der Vergangenheit durch die ZUfuhr billiger Rohstoffe subventioniert, durch den Export von US-Produkten, z.B. Autos, die in Europa aufgrund der dort höherwertigen eigenen Produktion dort keinen Absatz mehr fanden, in ständig als neue Märkte erschlossene Länder wie Südostasien, Südamerika und Australien,

was heute angesichts der Erfolge koreanischer, malaysischer und indischer Autohersteller oder von VW Brazil und VW China so nicht mehr möglich ist. Außer bei Waffensystemen sind die USA weltweit bei den Exporten auf dem Rückzug, gleichzeitig sinkt dort nach einer enormen Einkommens-umverteilung von unten nach oben die Kaufkraft der Massen, mit der Folge, dass trotz Pro-Kopf-Überkonsumtion und enormer Pro-Kopf-Verschuldung die Konsumtion insgesamt zurückgeht. Damit sinkt aber auch die Fähigkeit der USA zu importieren, dennoch ist ihre Ökonomie extrem importabhängig. Überlebensfähig wäre das Modell in der augenblicklichen Situation nur, wenn die Importe aus Europa, Japan etc. enorm verbilligt würden durch extremen Lohnabbau dort oder durch eine sehr weitgehende Auslagerung von deren Produktion deren auf Niedrigstlohnländer. Ich sehe darin einen tendenziellen Niedergang der US-Ökonomie. Ich weiß, das ist alles sehr verkürzt und nur pars pro toto, aber mich ruft jetzt die entfremdete Arbeit. Ich hoffe, ich habe meinen eigenen Standpunkt halbwegs verständlich gemacht; kurze Literaturliste, um meine eigenen Bezugspunkte klar zu machen: Robert Kurz, Kollaps der Modernisierung; Immanuel Wallerstein, die Armut der Nationen; Malcolm Sylvers, USA, Anatomie einer Weltmacht; Emmanuel Todd, Weltmacht USA - ein Nachruf. Wie gesagt, weitere Kommentare willkommen, aber ich bin bis Anfang nächste Woche absenti.
Die Froitzheimerisierung der www-Bewertung (noergler)
ist doch das, was bei Wippi stattfindet. Wer Wippi sagt, muß auch - und warum geschah dies noch nicht? - Froitzi sagen.

Das realitätsverleugnende an den paarungsbiotopischen Schamhaaren herbeigezerrte Positiv'denken' kennen wir doch von Froizzi-Bär. Der begnügte sich noch mit Schwarzwälderschinkenversand, während Univ.-Prof. unrat. Wippermann im schwülen Biotop (woanders kennt er sich ohnehin nicht aus) nach ganz anderen Hinterschinken sucht.



Während der Steuerzahler zur Alimentierung dieses elenden Schmarotzers herangezogen wird, prügeln sie in Berlin die Sozialhilfeempfänger zur Gartenpflege für 1,53 Euro pro Stunde, mit dem Resultat, daß ausgebildete Gärtner weiter arbeitslos bleiben. Kein Wunder: Die müßte man schließlich normal bezahlen.



Wer ruft den Wippi mal an? Oder muß ich das wieder machen?
Re: Die Froitzheimerisierung der www-Bewertung (AppKiller)
Bleibt wohl an Dir hängen. Telefoninterview - au ja! :-) Das kriegt kein anderer besser hin.
Re: Die Froitzheimerisierung der www-Bewertung (Tomahawk)
Na klar, dieser Kelch geht nicht an Dir vorüber. Hol Wippi ans Strippi. Ich staune, daß Ihr den alle kennt. Für mich war der Name so gut wie nagelneu. Aber hier, in der Provinz ...
Telefonator (noergler)
Ich kann das nicht versprechen. Ich hab momentan eine volle Pipe und weiß daher nicht, wie ich das zeitlich hinkriege. Ich glaube auch nicht, daß andere das nicht können.
Re: Telefonator (AppKiller)
Keine Eile! Wir können warten...
Re: Kabel-Kumpel exhumiert Mumien und salbt sie zum Messias (ENOTTY)
"Versuche einen Roman zu schreiben. Du vermagst es nicht? Dann versuch es mit einem Theaterstück. Du kannst es nicht? Dann mach eine Aufstellung der Börsenbaissen in New York. Versuch, versuch alles. Und wenn es gar nichts geworden ist, dann sag, es sei ein Essay."




100 Zeilen Hass: Bullshit Reloaded (DonAlphonso)
(Oooops, diesmal war ich zu spät. Naja. Als Kommentar, dem Tomahawk unterworfen.)



Ich hatte das Radio zu spät eingeschaltet. Um wen es ging, bekam ich nicht mehr mit. Aber als ich hörte, dass man einen fetten, aufgedunsenen Kadaver aus dem Hamburger Hafen gezogen hatte, der sich zuvor verirrt hatte und in eine Schiffsschraube geraten war, dachte ich erst: Naja, wird halt wieder so ein buffetgemästeter Trendforscher gewesen sein, der branchenüblich dachte, dass anything goes, und er auch auf dem Wasser gehen kann, wie andere Erlöser auch. Schliesslich sind die ja dazu da, Heilsvisionen zu entwickeln und neue Wege zu finden, die früher niemand für möglich gehalten hat.



Leider, für den Umweltschutz, war es dann ein unter Artenschutz stehender Wal. Einen Trendforscher sah ich erst auf der Website des Hamburger Online-Zines Spiegel.de: Auch nicht gerade extrem abgedunsen, der Herr Wippermann, aber nicht von der Schiffsschraube mitgenommen, sondern quietschlebendig. Es ist eine Weile her, dass ich mal mit ihm auf einem Event war. Damals, Ende 2001, versuchte er noch panisch, seinen New Economy Duden schleichwerbend unters Volk zu bringen. Da muss doch auch wieder sowas sein, dachte ich, und tatsächlich: Wippermann hat ein neues Trend-Buch am Markt. Also ab damit zu Deutschlands Online-Medium No. 1 und in einem Essay erzählt, was in etwa da drin steht.



Wie werde ich Froitzheim?



Vielleicht war Wippermann ja mit Froitzheim bei einer Ulla-Party, vielleicht hat er auch nur seinen Artikel aus der Brand1 geklaut. Munter zitiert er eine neue 69%derUserwollenKAUFEN!-Studie von Fittkau & Maass, die schon 1999 den Durchbruch von B2C erwarteten. Oder den Einzelhandelsverband, der Otto und Neckermann zu E-Commerce rechnet, oder den unerwarteten hohen Anstieg bei B2B in Amerika - was nicht gerade überrascht, wenn man den Ausgangspunkt kennt. Als die grundlegende Studie 1999 verfasst wurde, war man noch auf voll B2C gepolt. Die zu B2B gewechselten Hungerleider, die überlebt haben, blasen die Bilanz jetzt auf - aber mit so kleinkrämerischen Argumenten gibt sich so ein Wippermann bei der Suche nach Kunden für seine New-Economy-Jubelorgien nicht ab.



Jetzt kann man sagen, gut, wer sich durch das simple Namedropping der Grosskonzerne, Zukunftsagenturen und Forschungseinrichtungen den Trend der auferstehenden New Economy aufschwatzen lässt, ist selber Schuld. Wer nicht weiss, dass Supply Chain Management ein alter Hut ist und durch das Netz nur fortentwickelt wird, und sich deshalb was vom Internetkühlschrank erzählen lässt, bekommt den Trendforscher, den er verdient. Wippermanns Vision der Global Player im Internet ist nun mal notwendig für so einen Trendforscher, der kein Geld von Startups mehr bekommt und sich nun neuen Hintereingängen und Klinken zuwenden muss. Schliesslich sind die Zeiten vorbei, wo er noch mit einem gewissen Peter Kabel zusammen einen Laden aufmachen konnte und damit von dem Börsenhype profitierte, den er jetzt beschimpft.



Was sind die meistgebrauchten Synonyme für den Stand der Trendforscher nochmal?



Lügner? Spesenritter? Wendehälse? Sülzköppe? Ein wenig von allem mit einer grinsenden Fresse davor und Powerpoint dahinter? Die meisten meiner Bekannten greifen schnell zu drastischen Worten, wenn sie von ihren Erfahrungen mit Trendforschern erzählen. Der unerwartete, nicht vor(her)gesehene Downturn hat sie zu Witzfiguren werden lassen. Das Problem im hier vorliegenden Wippermann ist weniger der Versuch, devot an die Fleischtöpfe der Old Economy zu kriechen. Das Problem ist das Gastgeschenk, mit dem Wippermann da vorstellig wird: Ein Menschenbild, das Menschen im Internet als umsatzkotzende Kommerzschlachtsäue begreift, deren Verwertung optimiert werden soll.



Grundlage ist die Ideologie der Netzmenschen, die ab 1999 unter der Phrase "always on" durch die Busienss Pläne geisterte. Neu aufgewärmt und etwas anders umschrieben, zieht sich die Ideenausdünstung der dauerinternetbrauchenden Konsumenten, die endlich ihr Geld loswerden wollen, durch die wippermannsche Zukunftskloake. Das "immer dabei sein" soll sich in MMS und WLAN manifestieren, im Computer in den Kinderzimmern, im Online-Banking, (kostenpflichtigen) File-Sharing, und zu welcher konsumförderlichen Hirnerweichung das führt, sieht man an Wippermann selbst, der nach so viel Onlinesein allen Ernstes sowas schreibt: "Handel mit Onlinetrading". Schlussredaktion, anyone?



Was macht die Lebensqualität in der neuen New Economy aus?



"Wer in den Urlaub fahren kann und mit einem Ohr im Büro bleibt, dabei mit dem Handy Fotos macht und sie am Strand versenden kann, hat mehr vom Leben." sagt Wippermann allen Ernstes und beschwört einen zukünfigen Anything Goer des Typs, der es schon 1999 geschafft hat, alle Freude an der New Economy und am Internet zu ruinieren. Anytime Anywhere Anything Anyscheissdreck. Und natürlich, so Wipperman, wird auch jeder versuchen, in Zukunft online seinen Geschlechtspartner zu finden. Eigentlich logisch, denn die dauersurfenden-online-MMS-Handy-Krakeeler am Strand mit dem Aussehen des Herrn Wippermann haben es gegen Typen schwer, deren Core Assets Surfboards, Offroadbikes oder Muskelpakete sind, die sie garantiert nicht vor dem Bildschirm erworben haben.



Und das ist vielleicht auch der eigentliche Grund, warum diese Typen wirklich so auf das Netz abfahren. Weil das der Ort ist, wo sie ihre verpfuschte, kleine Existenz aufbauschen und Falten mit Photoshop wegradieren können, es keine Widerrede gibt und virtuell alles klappt, was sie offline vergeigt haben. Blick immer nach vorn, nie nach hinten zu den rauchenden Trümmern, die man mitverantwortet hat. Die Zukunftsfixierung ist Realitätsflucht. Denn ganz tief innen drin, da begreifen sie das Paradox, in dem sie leben: Sie kennen angeblich die Zukunft, aber sie haben es schon einmal versagt, man stellt ihnen böse Fragen und schaut genau hin, und jetzt sind sie nicht mehr sexy, sondern nur 5 Jahre älter, fetter, gelifteter und retuschierter, sie sehen einfach nicht mehr nach schöner Zukunft aus. Auch nicht mehr nach Trend. Nur noch wie etwas, das man aufgedunsen im Hamburger Hafen vermuten würde. Hey, fuck, sie sind auch noch auf der gröbstgepixelten MMS HÄSSLICH! And thaz whad iz all about.
Re: 100 Zeilen Hass: Bullshit Reloaded (AppKiller)
Das hat mir jetzt vollends den grauen Nachmittag versüßt! Das Intro - selten so gelacht... :-)


Mir nach!



Suche

Ältere Artikel
12. Januar
·Weltbild: Weg mit dem Schmuddelkram, nicht wirklich
14. Dezember
·Siemens vergeigt Krankenhaus-IT in Wien
01. Dezember
·"Lehrer offline": Schuhbeck gegen Schuhbeck
28. November
·Ströbele: Wie man einen lächerlichen Vorfall noch lächerlicher macht
23. November
·Braucht jemand Weltbild?
·First Mail: So schnell?
22. November
·First Mail: Final mit Ankündigung(?)
13. November
·caatoosee - Jetzt ist der Final final
22. Oktober
·Baron der Woche: Siegfried Kauder (CDU)
21. Oktober
·Alle Äpfel dieser Welt gehören mir

 
Sämtliche Logos und eingetragene Warenzeichen sind Eigentum der jeweiligen Besitzer.
Für den Inhalt der gemeldeten Nachrichten, der Kommentare und der gesetzten Links, ist der Initiator des betreffenden Beitrages verantwortlich.