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21:14 Freitag, 08. August 2003
Es waren mal drei Logistiker. So richtig biedere Typen, für die es ein aufregender Tag war, wenn sie zusehen durften, wie die Cotainer, die sie am Vortag in ihrem staubigen Hafenbüro disponiert hatten, von versoffenen Hafenarbeitern auf einen zypriotischen Seelenverkäufer verladen wurden. Dann traf es sie: ein Fanal, ein Blitz aus heiterem Himmel, der Weg nach Damaskus ! Und aus den Logistik-Saulusen schlüpften über Nacht echte NE-Paulusse.
Noch bevor die fremdländische Crew des zypriotischen Rosteimers, dessen Kapitän unbeirrt Kurs auf den nächsten Eisberg nahm, an Mitternacht rituell in die Gulaschsuppe onanierte, um irgendeiner bizarren Gottheit zu huldigen, hatte man schon das Geschäftsmodell in Hamburg gebacken :
Retourprodukte, reparierte Produkte, vom Handy bis zum Waffeleisen, Garantierestposten etc., von Herstellern oder Handelshäusern, die kopfkrazend auf den Bergen von unverkäuflichen Waren kauerten - ins Netz bei E-Bay. Verkloppen - in Kommission - für (fast) jeden Preis. Die Logistik mit Abwicklung der Zahlung, Retouren etc. hatten sie ja gelernt. Der Waffeleisenhersteller liefert 10 Europaltetten zerkratzter Produkte ab, und auf ging es. Eine Fee gab es für jede erfolgreiche Auktion. Und es lief. Richtig gut. Virtual-Log hiess die Firma, PowerSeller de Luxe per Order de Mufti und sonstwas noch, bei E-Bay. E-Bay Berlin küsste ihnen regelmäßig die Füsse, soviel wertige Produkte und professionelle Abwicklung gab es dort. Dann kam der NE-Virus, fast folgerichtig und ein wenig langweilig - große Dienstwagen, hohe Gehälter, keine Ahnung vom Cash-Flow, und wohl nur ein Konto. Für alles... Das als Kommissionär... Autsch. Und dann 2003 - Vorbei. Jetzt nur noch eine Leiche im Kabinett des RA Christoph Hennigsmeier zu Hamburg. Schade drum, weil es eigentlich funktioniert. Der zypriotische Käpt'n öffnet derweil immer noch die dritte Flasche Slibovitz, so um drei am Nachmittag. Trotz Rost. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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